(© ERICH STÖR): An Weihnachten 1948 wird im Apollo in Frankfurt-Bornheim der Film Beate gezeigt. Vier Monate vorher ist der Streifen im Hamburger Capitol uraufgeführt worden, er stammt aus dem britischen Sektor von Berlin, wo er während der monatelangen Berliner Blockade von einer Firma namens Tova belichtet worden ist. Es ist der erste und letzte Streifen dieser kurzlebigen Gesellschaft.
Beate also! Nach einigen recht guten Ansätzen zeigt sich im Kino, dass der deutsche Nachkriegsfilm sich immer mehr im Unverbindlichen gefällt und der Aufarbeitung der Vergangenheit nur noch relativ bescheidenen Raum einräumt. Das ist auch kein Wunder, wächst doch gerade in dieser Zeit die allgemeine Lebenslust der Menschen – insbesondere in den Großstädten. So machen auch in Frankfurt am Main die Etablissements mit Tanzmusik guten Umsatz, darunter zum Beispiel die Scala-Stuben, das Café Tabaris, das Colloseus und das Milani in der Innenstadt. Wenn Beate auch noch als Nachkriegsfilm einzuordnen ist, werden Trümmern schon nichts mehr gezeigt, nur eine einsame Ruine „verschandelt” die heitere und (so die Werbung) „reizend geschilderte Ehegeschichte” eines Kriegsheimkehrers. Gefangenschaft wird im deutschen Film schon nicht mehr problembeladen und dramatisch abgehandelt, sondern eher komödiantisch dargestellt. Weiterlesen →









