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Die „Badende Venus” und der Korea-Konflikt

(© ERICH STÖR-50): Im Herbst 1950 – die dunklen Wolken des Koreakrieges ziehen gerade herauf – kommt der Film die Badende Venus in die deutschen Kinos; es ist Hollywoods erstes so genanntes Wassermusical, ist aber bereits 1944 gedreht worden. Der weibliche Star ist Esther Williams, der Komiker Red Skelton ihr männlicher Partner, für die hinreißende Musik sorgen das Orchester Xavier Cugat und der Trompeter Harry James. 

© Filmverlag Christian Unucka

Der MGM-Film läuft auch in Frankfurt und wird zu einem Riesenerfolg. Korea ist schließlich weit, und die Schrecken des Bombenkrieges sind gerade erst ein paar Jahre vorbei und fast schon verdrängt. Also hinein ins Vergnügen. Und Esther Williams ist ja nur eine Seite der schönen Medaille, die andere ist die Musik – einfach umwerfend und faszinierend. Wenn Harry James seinen Trumpet Blues spielt, sind die meist jungen Besucher im Saal kaum zu halten; Xavier Cugat begeistert zugleich mit feurigen und rhythmischen Klängen. Da spielt die eher sehr dünne und sehr puritanisch angelegte Handlung kaum noch eine Rolle; sie ist heute auch kaum noch erinnerlich und unwichtig: irgendwie hat man jedoch den Eindruck, als solle die feuchtfröhliche Party vor allem mithelfen, den fernöstlichen Konflikt vergessen zu lassen.

Ein anderer Aspekt, der mit dem Film im Zusammenhang steht, ist die Figur des weiblichen Stars. Esther Williams hatte sich als erfolgreiche Schwimmerin im amerikanischen Team für die Teilnahme an den  Olympischen Spiele 1940 in Tokio 1940 qualifiziert, muss aber ihren Traum von einer Medaille begraben, weil die Wettkämpfe dem mörderischen Zweiten Weltkrieg zum Opfer fallen. Deshalb vermarktet die Nixe ihre Fähigkeiten in der populären Wassershow Aquacade, in der auch der legendäre Tarzan-Darsteller Johnny Weissmüller mitwirkt. Dort wird Williams von Hollywood entdeckt. Nach der Badenden Venus dreht sie  noch mehrere andere Filme – finanziell durchaus erfolgreich –, schafft aber gleichwohl den Durchbruch in ein anderes Fach nicht – was man ihr kaum wird ankreiden können, schließlich ist sie keine Schauspielerin, sondern „nur” Sportlerin. So gibt sie Anfang der 60er Jahre ihre Filmkarriere auf und tummelt sich im Mode- und Kosmetikbereich, aber immer irgendwie verbunden mit dem nassen Element.

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Die Badende Venus (Illustrierte Filmbühne Nr. 500) ist ein Wassermusical in Technicolor aus dem Jahr 1944 (MGM), die Regie hat George Sidney.  Die Darsteller sind Esther William (als Schwimmlehrerin Carolin Brooks), Red Skelton (als Komponist Steve Elliot), ferner: Basil Rathbone, Carlos Ramirez, Xavier Cugat, Harry James. – Deutsche Stimmen: Gisela Trowe (Ester Williams), Georg Thomalla (Red Skelton). Gelaufen auch im Jahr 1950 in der Harmonie.

 

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