Illustrierte Filmbühne Nr. 1237 (E. S.) – Der Thriller Das Testament des Dr. Mabuse aus dem Jahr 1933 ist in Deutschland erstmals im August 1951 zu sehen, in Frankfurt am Main wird er am 11. September 1951 im „Bieberbau” an der Hauptwache gestartet.

testament dr. MabuseDer große Regisseur Fritz Lang schuf diesen Kriminalreißer 1932/33 in einer deutschen und französischen Fassung, doch wurden beide Versionen wegen der Parabel auf die Naziherrschaft in Deutschland verboten. Der Bezug zum Faschismus ist unübersehbar. „Die Essenz dieses Films ist”, so schreibt ein Kritiker nach der Aufführung in Frankfurt, „dass ein Wahnsinniger Gesunde so unter seinen Einfluss bringen (kann), dass sie in seinem hypnotischen Auftrag Verbrechen begehen.” Und der Journalist fährt danach fort: „Propagandaminister Goebbels’ Köpfchen begriff, dass eine solche Essenz nicht unter die Leute kommen durfte.” Doch abgesehen von den politischen Aspekten „ist der Film ein spannend und suggestiv inszenierter Thriller von außergewöhnlich kreativer Gestaltung” wie es in einer weiteren Beurteilung heisst.

Fritz Lang indessen hatte das Thema schon lange vor 1933 fasziniert, denn der Regisseur hat bereits 1922 einem zweiteiligen Stummfilm mit dem Titel „Dr. Mabuse, der Spieler” geschaffen, aber mit dem Aufkommen des Tonfilms ließ sich die Gestalt des ”genialen Verbrechers” noch dramatischer darstellen. So entstand die Geschichte eines Mannes, der zwar schon seit langem in einer psychiatrischen Heilanstalt lebt, aber mit Hilfe eines von ihm beeinflussten und manipulierten Arztes Angst und Entsetzen in der Welt verbreiten kann.

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