Die ewige Eva

Illustrierte Filmbühne Nr. 70  (E. S.) –  Ende Juli, Anfang August 1945 gibt es in Frankfurt am Main bewegte Tage. Die Lichtburg in der Kaiserstraße 74 nimmt als erstes Kino nach Ende des Krieges ihren Betrieb wieder auf. Das ist so wichtig für die Stadt, dass OB Dr. Kurt Blaum eine ziemlich aufmunternde Rede hält. Am 1. August des Jahres erscheint dann die Tageszeitung „Frankfurter Rundschau” als erste lizenzierte Tageszeitung in der amerikanischen Besatzungszone, 14 Tage später spielt die Schauburg in der Bornheimer Bergerstraße als zweites Frankfurter Lichtspieltheater die Die ewige Eva.

Die ewige EvaDer Film ist der erste amerikanische Spielfilm, der in Frankfurt gezeigt wird. Die erzählte Geschichte ist in diesem Zusammenhang nicht von allzu großer Bedeutung, wichtiger ist wohl, dass inmitten der Trümmer von Frankfurt das Kinoleben langsam aber sicher wieder Fahrt aufnimmt und den frustrierten Menschen in dem täglichen Wahnsinn wieder Hoffnung für die nahe Zukunft gemacht wird. Gerade deshalb ist diese leichte Kost – wenn auch nur in englischer Sprache und auch noch garniert mit deutschen Untertiteln, was das Publikum noch vor ziemliche Probleme stellt – genau das Richtige. Der witzige Streifen stammt vom jüdischen, deutschen Emigranten Henry Koster (Hermann Kosterlitz), der auf jeden Fall eine recht romantische Komödie abliefert und dabei mit einem Charles Laughton in einer Glanzrolle punkten kann. Die Story ist schlicht, aber ergreifend und durchaus gut erzählt. Um seinem schwerkranken Vater (Charles Laughton) eine letzte Freude zu machen, stellt der Millionärssohn Jonathan Reynolds jr. (Robert Cummings) dem Todgeweihten ein fremdes Mädchen (Deanna Durbin) als seine Braut vor, um ihm eine bevorstehende Hochzeit vorzugaukeln.

Der ohne Zweifel etwas exzentrische alte Herr findet jedoch durchaus Gefallen an der jungen Dame, erholt sich angesichts ihres erfreulichen Anblicks schnell von seinen wohl eher eingebildeten „Gebrechen”, und bugsiert den sich zunächst sträubenden Sohn zu einer Heirat zu überreden.

Daten zum Film

Die ewige Eva (Illustrierte Filmbühne Nr. 70 – zuvor erschienen als Nr. 1 des ersten Jahrgangs) ist eine Universal-Komödie aus dem Jahr 1941 (USA) in Schwarz-Weiß unter der Regie von Henry Koster, der zusammen mit Joe Pasternak auch Produzent des Filmes ist. In den Hauptrollen spielen Deanna Durbin (Anne Terry), Charles Laughton (Jonathan Reynolds), Robert Cummings (Jonathan Reynolds jr.), Margaret Tallichet (Gloria Pennington), weiter dabei: Guy Kibbee, Catherine Doucet, Walter Catlett. Die Erstaufführung in den USA war am 26. September 1941, in der US-Zone lief der Streifen ab Sommer 1945. Zur Eröffnung der Schauburg Mitte August 1945. – Quellen: Zu den Kino-Eröffnungen: Rudolf Worschech in Aspekte der Kino-Entwicklung in Frankfurt nach 1945 in dem Buch „Lebende Bilder einer Stadt”, herausgegeben vom Deutschen Filmmuseum.