Auf der Alm, da gibt’s koa Sünd!

Das Neue Filmprogramm (E. S.) – Im Frankfurter Kino Bieberbau an der Hauptwache startet am 9. März 1951 der Film Auf der Alm, da gibts koa Sünd!, in dem Maria Andergast (Mariandl) den von Komponist Hans Lang geschriebenen gleichnamigen Schlager singt. In dem Streifen geht es um den Ferienaufenthalt von 40 unehelichen Kindern in einem heimeligen Ort in Tirol und der Gamskogelalm, den die Erzieherin Kitty Schröder gegen den störrischen Bürgermeister erstreitet.

Auf-der-AlmIrgendwelche „Sünden“ auf dieser abgelegenen Hochalm sind natürlich schon von vorne herein ausgeschlossen, auch wenn es die üblichen und spitzfindigen Verwicklungen in diversen Liebesangelegenheiten geht. Ansonsten aber geht es eher deftig zu, die Kinder spielen gleichwohl eine wichtige Rolle. In der Nachkriegszeit gibt es einige Filme, die sich mit dem Thema von in Not geratenen Kindern befassen. Auch die Idee des Österreichers Hermann Gmeiner, verwaisten und verlassenen Kindern ein neues Zuhause zu geben, mag dabei Einfluss gehabt haben. Gmeiner hat 1949 den Verein „SOS-Kinderdorf“ gegründet und in Imst in Tirol das erste Kinderdorf  errichten lassen. Es erscheint allerdings höchst unwahrscheinlich, dass der Film in irgendeiner Beziehung zum Wirken Anliegen Gmeiners  steht. Dazu ist der Streifen zu oberflächlich, zu kommerziell auf Kassenerfolg angelegt. Der Grund ist sehr simpel: Heimat- und Schnulzenfilme jedweder Art überfluten zu dieser Zeit die deutschen Kinos, der Blick auf den Kassenerfolg von „Schwarzwaldmädel“ ruft jede Menge Nachahmer auf den Plan.

In der seichten Klamotte Auf der Alm, da gibts koa Sünd!, bei der kaum eine der längst abgestandenen Lustspiel-„Pointen“ ausgelassen wird, bringt die Kindererzieherin Kitty Schröder (Maria Andergast) den cholerischen Bürgermeister Ignaz Nagler (Karl Skraup) in dem idyllisch gelegenen Dorf in Tirol immer wieder mit ihren Forderungen nach tatkräftiger Unterstützung für die Kinder in Bedrängnis.

Und wenn es es auch an wirklich komödiantischem Witz und Esprit fehlt, ist doch wenigstens die Situationskomik einigermaßen erträglich. Dazu tragen vor allem Hans Richter (als pfiffiger Fotoreporter Paul Wittke) und Ludwig Schmidseder (als Zeitungsschreiber Max Obermayer) ihren Teil bei. Aber auch die anderen Mitwirkenden bemühen sich, ihre Möglichkeiten auszuspielen…

Daten zum Film

Auf der Alm, da gibt’s koa Sünd! (Das Neue Filmprogramm) ist ein österreichisches Lustspiel von 1950, hergestellt von der Donau-Berna-Filmgesellschaft in einer Länge von 92 Minuten. Unter der Regie von Franz Antel spielen Maria Andergast (als Kindererzieherin Kitty Schröder), Karl Skraup (als Bürgermeister Ignaz Nagler), Annie Rosar (als seine Frau Maria), Alexander Trojan (als ihr Sohn Hans), Rudolf Carl (als Gastwirt August Pfundhammer), Susi Nicoletti (als seine Tochter Annerl), Inge Egger (als Hotelsekretärin Inge Thaler), Hans Richter (als Fotoreporter Paul Wittke), Ludwig Schmidseder (als Zeitungsberichterstatter Max Obermayer), Ida Krottendorf (als Magd Zenzi). Das Drehbuch ist geschrieben von Aldo von Pinelli und Franz Antel, an der Kamera steht Hans H. Theyer, die Musik komponiert Hans Lang.

Erstaufführung am 17. Oktober 1950 in Österreich, am 24. Oktober in Deutschland, in Frankfurt am 9. März 1951 im Bieberbau angelaufen.