Drei Mädchen spinnen

Illustrierte Filmbühne Nr. 920 (E. S.)  – Anfang November des Jahres 1950 läuft im Bieberbau an der Hauptwache ein eher harmloses Lustspielchen an, das freilich  auch – wie so oft in dieser Zeit – von heftigem Trommelwirbel des Verleihers begleitet wird. So sind zur Frankfurter Premiere eigens die fünf Hauptdarsteller Adelheid Seeck, Albrecht Schoenhals, Renate Barken sowie Susanne und Maria Körber angereist, um sich dem geneigten Publikum vorzustellen. Applaus wird ihnen dann auch zuteil – und nicht zu knapp…

Mädchen spinnenDer Film läuft unter dem Titel „Drei Mädchen spinnen“, nachdem er zuvor unter der Bezeichnung „Drei Mädchen am Spinnrad“ – so lautet auch der 1932 erschiene Roman von Fedor von Zobeltitz – angekündigt worden ist. Der Verlag der Illustrierten Film-Bühne hat schon die ersten Exemplare drucken lassen, und muss nun umdisponieren. Später wird der Film auch als „Komplott auf Erlenhof“ vermarktet – angeblich auf Wunsch ausländischer Vertriebsfirmen. Sein letzter Titel heisst schließlich „Mutti muss heiraten“. das alles sind keine guten Voraussetzungen für ein einträgliches Geschäft. Am Ende steht dann auch ein finanzieller Misserfolg.

Wahrscheinlich wäre der Flop auch mit nur einem einzigen Titel  gekommen, denn die erzählte Geschichte ist insgesamt wenig überzeugend, wird aber durch die Regie des emsigen Zelluloid-Schusters Carl Froehlich auch nicht wirklich besser – wie überhaupt der ganze Film die zeitliche Herkunft der literarischen Vorlage des Autors aus der Gartenlauben-Zeit nicht verleugnen kann.

Die drei quicklebendigen Töchter Beate, Elfriede und Maxi Amberg wollen ihre seit fünfzehn Jahren geschieden Mutter Magda (Adelheid Seeck) wieder unter die Haube bringen, wobei die zwei Älteren durchaus eigene Interessen verfolgen, sind sie doch selbst in zarte Liebesgeschichten verwickelt. Damit der Ruf nach dem Vater auch eine pointierte Erfüllung findet, verliebt sich die Mutter – finanzielle Sorgen um den Hof umrahmen das Ganze – unversehens in den aus Argentinien heran gereisten Ex-Gatten (Albrecht Schoenhals). Es kommt alles, wie es kommen muss… Doch ehe das glückliche Ende herannaht, gibt es natürlich noch viele tränenreiche Verwicklungen. Wer hätte das (nicht) gedacht?

Daten zum Film

Drei Mädchen spinnen (Illustrierte Filmbühne Nr. 920) mit den Alternativtiteln „Drei Mädchen am Spinnrad“, „Komplott auf Erlenhof“, „Mutti muss heiraten“ ist ein Lustspiel nach einem Roman von Fedor von Zobeltitz aus dem Jahr 1932. Hergestellt 1950 in der Bundesrepublik Deutschland (Atelier Tempelhof in Berlin) von der „Carl Froelich Filmproduktion“ im Verleih der NF. Froelich führt auch die Regie. Unter seiner Leitung spielen Albrecht Schoenhals (Eduard Amberg), Adelheid Seeck (seine Ex-Frau Magda Amberg), Renate Barken (als Tochter Beate), Maria Körber (als Tochter Elfriede), Susanne Körber (als Tochter Maxie), Georg Thomalla (als Oskar Bollmann), Harald Juhnke (als Pfarrer Krempel), Axel von Ambesser (als Professor Toni Maria Hartwig). Das Drehbuch stammt von Gustav Lohse, an der der Kamera steht Bruno Stephan, die Musik kommt von Hansom Milde-Meißner.

Der Schlagersänger Bully Buhlan interpretiert in dem Film die Lieder „Wenn ich mit der blonden Emma Swing tanze“ und „Wir versteh’n uns“. Susanne Körber, die Tochter von Hilde Körber und Veit Harlan spielte neben ihrer Schwester Maria ihre erste Rolle. Außerdem gibt es den ersten Filmauftritt von Harald Juhnke zu sehen.– Deutsche Erstaufführung am 27. Oktober 1950 in Hamburg, in Frankfurt zu sehen ab 2. November 1950 im Bieberbau an der Hauptwache.