Blutige Diamanten

Illustrierte Filmbühne Nr. 943 (E. S.) Schon seit jeher haben Diamanten die Menschen fasziniert. Ihre Verwendung als härtestes Werkzeug oder auch als geschliffene Schmuckstücke sowie ihr hoher materieller Wert haben im Laufe der Geschichte oft zu blutigen Auseinandersetzungen geführt.

BlutigeImmer wieder wird die Jagd nach den Steinen auch in Filmen aufbereitet, so zum Beispiel auch im aktionsreichen Abenteuerdrama Blutige Diamanten aus dem Jahr 1949. Doch auch im „wirklichen Leben“ setzen die kleinen, glitzernden und begehrten Edelsteine viele kriminelle Energien frei. So geht im Oktober 1950 eine Meldung durch die Tageszeitungen, der zufolge das Amtsgericht  Arnsberg in Nordrhein-Westfalen den „Diamantenkönig von Europa“ zu fünf Jahre Haft verurteilt hat,, weil der Mann die verworrene Situation in den ersten Jahren nach Ende des Zweiten Weltkrieges für seine unverfrorenen Betrügereien ausnutzt. In sage und schreibe  46 deutschen Städten lässt er sich von den Ehefrauen inhaftierter Nazi-Funktionäre Schmuck und zahlreiche andere Wertgegenstände aushändigen, die er angeblich zur „Befreiung“ ihrer Männer einsetzen will. Danach taucht er unter. Ob sich die Naivität der Frauen für ihn strafmildernd ausgewirkt hat, ist trotz der ausführlichen Presseberichte nicht überliefert.

Im Film geht es handfester zu. Es geht dabei nicht nur im Betrug, sondern auch um Folter, Mord und Totschlag. Der Großwildjäger Mike Davis (Burt Lancaster) kehrt nach zweijährigem Gefängnisaufenthalt in die  „Diamantenstadt“ zurück, um sich an dem brutalen Polizeichef Paul Vogel (Paul Henreid) zu rächen, der ihn hat (erfolglos) foltern lassen, um den Liegeplatz einer Diamanten-Fundstelle von ihm zu erpressen.

Ein übles Spiel

Arthur Martingale (Claude Rains), Chef der Diamantengesellschaft, ist kraft seines Amtes ebenfalls hinter den Steinen her und beauftragt die junge Französin Jean Renaud, Mike Davis zu umgarnen und ihm das Versteck zu entlocken. Anfangs macht sie das üble Spiel mit, doch dann verliebt sie sich in Mike Davis…

Nach einigen Zwischenspielen kommt es zwischen Davis und Vogel in der Wüste zu einem Kampf, doch Vogel – von Davis totgeglaubt und zurückgelassen – überlebt, kehrt zurück in die Stadt und erschlägt dort den Davis-Freund Dr. Hunter. Vogel bezichtigt die Französin des Mordes, um sie loszuwerden. Als Mike Davis davon erfährt, bietet er dem Diamanten-Boss unverzüglich als Gegenleistung für die Freilassung von Jean Renaud die kostbaren Diamanten an. Polizeikommandant Vogel wird gezwungen, die Unschuld der Französin schriftlich zu bestätigen. In einem anschließenden Schusswechsel wird der Polizist getötet, Davis verlässt das Land auf einem Schiff, wo er auch Jean wieder trifft, was unweigerlich zu dem üblichen Happyend führt.

Daten zum Film

Blutige Diamanten (Illustrierte Filmbühne Nr. 943) trägt den amerikanischen Originaltitel Rope of Sand und ist ein Abenteuerfilm der Paramount Pictures aus dem Jahr 1949. In dem 104 Minuten langen Streifen spielen unter der Regie von William Dieterle die Darsteller Burt Lancaster (als Mike Davis, Großwildjäger), Paul Henreid (als Paul Vogel, Polizeichef von Diamantenstadt), Claude Rains (als Direktor Arthur Martingale, Chef der Diamantengesellschaft), Peter Lorre (als ein korrupter Mann namens Toady), Sam Jaffe (als Dr. Francis Hunter, Arzt der Diamantenstadt und Freund von Mike Davis) sowie Corinne Calvet (als Suzanne Renaud, eine charmante, aber intrigante junge Französin) die wichtigsten Rollen. Produzent ist Hal B. Wallis, das Drehbuch verfassen Walter Doniger und John Paxton. An der Kamera steht Charles Lang jr., die Musik kommt von Franz Waxman.

Die deutschen Synchronstimmen gehören Curt Ackermann (Burt Lancaster), Ernst F. Fürbringer (Paul Henreid), Hans Hinrich (Claude Rains), Werner Lieven (Peter Lorre), Walter Holten (Sam Jaffe), Tina Eilers (Corinne Calvet).– Erstaufführung am 3. August 1949 in den USA, am 12. April 1950 in der Bundesrepublik Deutschland, in Frankfurt erstmals zu sehen am 28. Oktober in der Scala.