DamalsKino

ERICH STÖR schreibt über Filme und Kinos in der Nachkriegszeit

Kategorie: Krimi (Seite 3 von 3)

Reise ohne Hoffnung

Illustrierter Filmkurier, Wien. ohne Nummer (E. S.) – Am Dienstag, 16. November 1948, werden die Roxy-Lichtspiele in der Vilbeler Straße 29 am Rande der Frankfurter Innenstadt – an der Schwelle zum Nordend gelegen und in direkter Nachbarschaft zur Scala –, mit dem französischen Kriminalfilm Reise ohne Hoffnung nach dem Krieg wiedereröffnet.

Reise ohne HoffnungAn dieser Stelle hat es bereits seit dem Jahr 1915 Filmvorführungen und auch viele wechselnde Besitzer gegeben. Das Kino firmiert in seiner langen Geschichte dabei unter anderem mit den Namen Union-Theater (U. T.), Metropol und Universal. Als das Kino nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Trümmern des vom Bombenhagel völlig zerstörten Hauses wieder aufgebaut worden ist, nennt es ihre alte Besitzerin Elisabeth Suderland, die das Theater schon seit dem Jahr 1932 geführt hat, Roxy. Der Eröffnungsfilm ist zugleich Programm für die nur 21 Jahre lang dauernde Geschichte des neuen Kinos: Es laufen Kriminal-, Abenteuer- und Western, darunter viele Erstaufführungen, machen das Etablissement zu einem mehr als beliebten Treffpunkt Jugendlicher an den Wochenenden, zumal das anderweitige Unterhaltungsangebot in der Stadt noch eher bescheiden ist. Manchmal gibt es sogar Dramatisches. Gleichwohl muss auch dieses Kino Im Jahr 1969 schließen . Danach werden hier Möbel feilgeboten.

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Laura

Illustrierte Filmbühne Nr. 3 ( E. S.) – Über eine Frage streiten sich Kritiker und Cineasten schon beim Erscheinen von Laura in den USA 1944 und auch Jahre später noch in Deutschland. In welches Genre gehört der Streifen? Ist es „nur” ein Krimi oder ein „Film noir” der schwarzen Serie, ist es ein Mystery-Film oder ein Thriller, vielleicht aber auch nur eine Romanze? Die Antwort ist schwierig, vereinigt der Film in sich doch Elemente all dieser Gattungen.

LauraDer 9. Mai 1947 ist ein Freitag und fast genau auf den Tag genau zwei Jahre nach der bedingungslosen Kapitulation ist die Lage der Menschen immer noch von alltäglichen Sorgen geprägt. In mehreren westdeutschen Städten treten sogar Tausende Arbeiter wegen der Versorgungslage und der mangelhaften Ernährung in einen Streik, sogar die Stadtverordneten von Braunschweig sind daran beteiligt. An diesem Nachmittag aber startet auch der amerikanische Film Laura, ein Reißer, der es in diesem Frühsommer in sich hat. So als ob der Wettergott sich dafür entschuldigen möchte, dass er mit der bitteren Kälte des Winters die Menschen drangsaliert hat, lässt er die Temperaturen nach oben klettern. In Hamburg zeigen die Thermometer an diesem Tag schon über 25 Grad Celsius, in Frankfurt werden sogar 30 Grad gemessen.

An diesem herrlichen Tag also startet der vielschichtige Film Laura, ein so genannter Streifen der „Schwarzen Serie”, die in den Vierziger Jahren in den USA Hochkonjunktur hat.Laura ist jenseits aller Genre-Diskussionen im besten Sinne ein herausragender Film, wobei Detektiv Marc McPherson im Mordfall der Werbemanagerin Laura Hunt ermittelt (Krimi). Verdächtigt werden sowohl ihre Tante als auch ihr Geliebter sowie ein Zeitungskommentator.

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