Badende Venus

Illustrierte Filmbühne Nr. 500 (© E. S.)–  Esther Williams ist in den USA eine erfolgreiche Schwimmerin und hat sie sich für die Olympischen Spiele 1940 in Tokio qualifiziert. Doch die Athletin muss ihren sportlichen Traum von einer Medaille – wie so viele andere – dann doch begraben. Der japanisch-chinesische und danach der Zweite Weltkrieg macht auch ihr – wie so vielen anderen Sportlern – einen Strich durch die Rechnung: die zunächst in Tokio und danach in Helsinki geplante Olympiade wird abgesagt.

Badende VemusNach dieser enttäuschenden Erfahrung wechselt die junge Schwimmerin in die populäre Wassershow „Aquacade”, in der zeitweise auch der legendäre Tarzan-Darsteller Johnny Weissmüller – ebenfalls ein sehr populärer Schwimmer und Weltrekordhalter – auftritt. Esther Williams wird dort schnell von Hollywoods Talentscouts entdeckt, und umgehend in „Wasserrevuen” vermarktet. Im Jahr 1944 dreht sie den Film Badende Venus; er gilt als erstes Wassermusical, der Komiker Red Skelton ist ihr männlicher Partner. Danach dreht sie noch mehrere finanziell durchaus erfolgreiche Filme, schafft aber den von ihr angestrebten Durchbruch in ein Charakterfach nicht – was man ihr wird kaum ankreiden können, schließlich ist sie keine Schauspielerin, sondern „nur” Sportlerin und trägt den Hollywood-Stempel „geeignet für leichte Unterhaltungskost”. Schon Anfang der 60er Jahre gibt sie deshalb ihre „Filmkarriere” auf und tummelt sich fortan im Mode- und Kosmetikbereich, aber immer irgendwie verbunden mit dem nassen Element. Badende Venus weiterlesen

Die Frau meiner Träume

Illustrierte Filmbühne Nr. 186  (E. S.) – Ende August 1948 ist in den Frankfurter Stadtteil-Kinos Apollo (Bornheim), Central (Griesheim), Ton (Rödelheim), Römer (Praunheim) der Film Die Frau meiner Träume zu sehen. Es ist einer jener Streifen, die noch in der Nazi-Zeit produziert und uraufgeführt worden sind, wegen ihrer inhaltlichen „Unbedenklichkeit” aber bald nach Ende des Zweiten Weltkrieges recht schnell von den Besatzungsbehörden als so genannte „Reprise“ wieder zur Vorführung freigegeben werden.

Frau meiner TräumeOhnehin haben ja die meisten Deutschen den Film nach seiner Premiere am 25. August 1944 im Berliner „Marmorhaus“ und im „Germania“ in der Frankfurter Allee nicht mehr zu sehen bekommen. Die Endphase des Krieges lässt das gar nicht zu. Viele Männer sind noch an der Front, viele Frauen mit ihren Kindern evakuiert oder immer wieder neuen Fliegerangriffen ausgesetzt, unvermittelt aufheulende Sirenen, Versorgungsprobleme überall: da steht nur noch wenigen Menschen der Sinn nach Film-Unterhaltung dieser Art. Das ändert sich aber nach der Kapitulation schnell, denn trotz der immer noch sehr schwierigen Zeiten scheint Spaß ein probates Mittel gegen die vielfältigen, alltäglichen Sorgen zu sein.

Vor allem die zündenden Schlager von Franz Grothe haben es den Menschen angetan, sie werden auch immer häufiger im Rundfunk gespielt, der Titel „In der Nacht ist der Mensch nicht gern alleine” wird zum echten Gassenhauer, aber auch die Schlager „Mach’ dir nichts daraus” oder „Alles ist noch wie ein Traum für mich” sind in aller Ohren. Die Handlung des Films ist gleichwohl eher schlicht. Die Frau meiner Träume weiterlesen

Mädchen im Rampenlicht

Illustrierte Filmbühne Nr. 8  (E. S.) – 1947 kommt ein amerikanischer Revue-und Musikfilm in die deutschen Kinos, der persönliche Geschichten rund um die berühmten und legendären „Ziegfield Follies” erzählt. Ziegfeld selbst taucht nicht auf in dem Streifen – im Blickpunkt stehen vor allem die weiblichen Stars Judy Garland, Hedy Lamarr und Lana Turner; James Stewart ist in einer Nebenrolle zu sehen.

Mädchen im RampenlichtDer Film läuft dann in Frankfurt irgendwann auch im Lichtspiel-Theater von Herrn Gustav Kilian in der Wallstraße 22 in Sachsenhausen und der Zeitzeuge Erich S. berichtet, auf welch eher eigenartige Weise er den Film Mädchen im Rampenlicht – und das sogar ohne jedes Billett – gleich mehrmals, aber nur in kleinen Häppchen zu sehen bekommt.

„Die Kopien waren sehr knapp und so mussten sich meistens zwei Kinos, die ziemlich dicht beieinander lagen, eine Wochenschau teilen. In Sachsenhausen waren das die Harmonie und das Wall-Kino. Mehrmals am Tag musste also die Kopie von dem einen in das andere Kino geschleppt werden. Und so wurden dann auch die Anfangszeiten so aufeinander abgestimmt, so dass das irgendwie immer klappte. Dabei gab es für uns kleine Botenjungen oft Gelegenheit, Teile des Hauptfilms zu sehen. So richtig komplett aber nie. Das spielte aber auch keine so große Rolle, denn es interessierte uns nicht so sehr die Handlung als vielmehr ein Blick auf Judy Garland, Hedy Lamarr und Lana Turner.” Mädchen im Rampenlicht weiterlesen