Liebe auf Eis

Illustrierte Filmbühne Nr. 793 (E. S.) – Weihnachten 1951 gastiert in Halle 6 A des Messegeländes in Frankfurt die amerikanische Eisrevue „Holiday on Ice”. Die farbige Show stattet ihren ersten Besuch in Deutschland ab. Die Eintrittskarten kosten zwischen 1,50 und 7,50 DM. Dafür werden dem Besucher jedoch weit über 20 verschiedene Unterhaltungsnummern gezeigt, insgesamt sind rund 140 Mitwirkende im Einsatz. So etwas lockt an, doch auch der vor kurzem aufgeführte Film Liebe auf Eis hat manche Menschen neugierig gemacht.

Liebe auf EisDie Geschichte hat vor allem mit Eishockey und Skispringen zu tun. Schon der Text in der „Illustrierten Filmbühne” klingt wie Musik in den Ohren. „Spiegelglattes Eis” so heisst es da, „blitzende Schlittschuhe, der von den Schlägern in rasender Fahrt über das Eis gejagte Puck, in der Wucht des Angriffs zusammenkrachende Männerkörper, schwer gepanzerte Torhüter, Rundfunkreporter, Journalisten, Bildberichterstatter, schöne Frauen und die auf den Rängen der Tribünen tobende Menschenmassen – und über allem die strahlende Wintersonne des bergumsäumten Werdenfelder Landes.“ Mit diesen wohlfeilen Sätzen wird ein Bild von Winter rund um Garmisch-Partenkirchen gemalt, bei dem die Farben vielleicht ein bisschen dick aufgetragen sind, aber doch anregend wirkt. Liebe auf Eis weiterlesen

Der Theodor im Fußballtor

Illustrierte Filmbühne Nr. 775 (© E. S.) Im Jahr 1949 führt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den so genannten Vertragsspieler ein. Erstmals dürfen Fußballvereine den Spielern der Oberligen eine Vergütung zahlen, was sehr verschämt als „Entschädigung” bezeichnet wird. Richtiger Profifußball bleibt aber nach wie vor verpönt. Die Bezahlung selbst ist eher ernüchternd. Richard Herrmann vom FSV Frankfurt – immerhin bereits ein angehender deutscher Nationalspieler – erhält zum Beispiel in einem Monat mit Grundgehalt, einer „Aktivitätszulage” und Prämien gerade 360 Mark. Nach dem üblichen Abzug von Lohn- und Kirchensteuer bleiben ihm netto 339,05 DM.

TheodorDiese  neuen „Vertragsspieler” oder auch die allgemeine Situation im Fußballsport spielen in Der Theodor im Fußballtor jedoch keine besondere Rolle. Denn es geht hier nicht um finanzielle Aspekte, Gehälter oder zusätzliche Prämien, sondern nur um Liebesgeschichten und Heiratssachen. Der Fußball ist in dem Film nur Staffage. Der in seine tüchtige Sekretärin verliebte Inhaber eines kleinen Reisebüros (Theo Lingen) – zugleich begeisterter Hobby-Kicker – sieht  in seinem Vereinskollegen Theo Haslinger jr. (Josef Meinrad) einen gefährlichen Rivalen um die Gunst der angebeteten Charlotte (Charlott Daudert). Die Spannung zwischen beiden wirkt sich negativ auf die ganze Mannschaft aus. Haslingers Vater (noch so ein Theodor) und zugleich Klub-Chef (Hans Moser) hat seinen Sohn aus diesem Grund aus dem Tor verbannt und dessen Liebeskonkurrenten aus dem Reisebüro – einen gelernten Feldspieler –  in den Kasten gestellt.

Doch irgendwie kommt alles zu einem guten Ende. Der junge Haslinger kehrt ins Tor zurück, Lubitz versucht sich lieber wieder als Mittelstürmer und verzichtet zu Gunsten von Haslinger. Bis zu diesem glücklichen Ende gibt es viel Krach im Haus Haslinger: Versöhnung, Trennung, Tränen und Versöhnung. Der Theodor im Fußballtor weiterlesen

Der freche Kavalier

Illustrierte Filmbühne Nr. 154  (E. S.) – Während sich Max Schmeling, Conny Rux, Richard Grupe, Walter Neusel, Richard Vogt, Hein ten Hoff und andere im Deutschland durch die Nachkriegszeit boxen, macht Errol Flynn in dem großartigen autobiographischen Boxer-Film Der freche Kavalier (Gentlemen Jim), der Anfang 1947 in die Kinos kommt, mit unwiderstehlichem Charme Furore und straft dabei die Mär von den ungehobelten Faustkämpfern Lüge.

Der freche KavalierMax Schmeling feiert nach Kriegspause und im reifen Alter von immerhin 42 Jahren ein Comeback im Frankfurter Waldstadion. Er muss nach jetzt achtjähriger Boxpause nur noch deshalb in den Ring klettern, weil er finanziell ziemlich klamm ist. Und obwohl „Maxe” – er hat 17 Jahre zuvor gegen Jack Sharkey den WM-Titel gewonnen–, nicht in allen Belangen überzeugen kann, knockt er in diesem wichtigen, ersten „Aufbaukampf” den Magdeburger Richard Vollmer in der 7. Runde aus. Fast 40 000 Zuschauer sind bei diesem Fight dabei, was umso beachtlicher ist, als zu dieser Zeit an Sonntagen keine Straßenbahnen unterwegs sind und die Taxifahrer bei ihrer Preisgestaltung nicht zimperlich sind.

Verlangt werden – so berichtet damals jedenfalls das Magazin „Der Spiegel” – für eine Fahrt vom Hauptbahnhof in den Stadtwald glatte 200 Reichsmark. Wer sich das nicht leisten kann, kommt zu Fuß oder Fahrrädern. Das ist die harte Realität und das wirkliche Leben hierzulande. Der Film dagegen erzählt nett und phantasievoll die Geschichte vom James J. Corbett, der als junger Bankmensch von einer glanzvollen Laufbahn als Karriere als Boxer träumt, und tatsächlich Weltmeister im Schwergewicht wird, als er 1892 dem bis dahin einzigen und bereits seit zehn Jahre amtierenden Champion James L. Sullivan schlägt. Der freche Kavalier weiterlesen