Das goldene Edelweiß

Illustrierte Filmbühne Nr. 510 (E. S.) – Beim Blättern in den vielen alten Film-Programmheften fällt mir die Illustrierte Filmbühne Nr. 510 mit dem Titel Das goldene Edelweiß in die Hände. Das ist ein Heimatfilm, der nicht tiefer beeindruckt hat, jedenfalls ist die Erinnerung daran nur sehr schwammig, aber gesehen habe ich den Streifen in einem Frankfurter Kino Anfang der Fünfziger Jahre. So jedenfalls ist die dazugehörige Notiz zu deuten.

Goldenes EdelweißGewisse Details der betulichen Handlung kehren beim Betrachten der „Illustrierten Filmbühne“ aus der Vergessenheit zurück. Die Frage ist: Sind da verschiedene Elemente eines Bauerntheaters, eines Heimat- und auch eines Kulturfilms zusammengerührt worden? Der Beschreibung entnehme ich jedenfalls, dass ein Förster seiner hübschen Angebeteten ein goldenes Edelweiß am Berggipfel pflücken will, was der Legende nach als Beweis für die ganz große Liebe gilt. Doch der gewagte Versuch endet fast tödlich, weil der junge Bursche bei der gefährlichen Kletterei abstürzt. Doch einige der erfahrenne Männer der Bergwacht bergen ihn, das verehrte Mädchen ist angesichts der Rettung dann schließlich auch mit einem ganz gewöhnlichen Edelweiß zufrieden. Obwohl der Regisseur Paul Pfeiffer keinen wirklich roten Faden gefunden hat, sind einige jener Zutaten zu finden, die spätere Filme des Genres (wohl auch mit besserer finanzieller Ausstattung) erfolgreich machen.

Für einen durchschlagenden Erfolg fehlen in dieser Produktion wohl auch die zugkräftigen Stars des deutschen Kinos. Die Darsteller Ruth Hambrock oder Wastl Witt locken kaum jemanden ins Kino, auch Til Kiwe – er wird später ein renommierter Spezialist für Nebenrollen und ein begehrter Synchronsprecher – ist 1950 ein noch eher unbeschriebenes Blatt.

So endet nach wenigen Filmen die Geschichte der Münchener „Pfeiffer Film GmbH”. Nach Das goldene Edelweiß folgen noch das sozial-aufklärerische Melodram „Antwort des Herzens” (verliehen vom Caritas-Filmdienst) sowie der Krimi „Wer fuhr den grauen Ford?”, in dem nach einer wahren Begebenheit ein Raubüberfall  beschrieben wird. Danach ist Schluss mit der Filmerei. Wohl deshalb, weil keiner dieser Filme beim Publikum größere Wirkung auslöst. In den ersten Nachkriegsjahren haben ja viele Produktionsfirmen versucht, im schwierigen Filmgeschäft Fuß zu fassen und den Boom der Nachkriegsjahre zu nutzen. Nicht immer sind diese Anstrengungen von Erfolg gekrönt…

Daten zum Film

Das goldene Edelweiß (Illustrierte Filmbühne Nr. 510) ist ein deutscher Heimatfilm der Pfeiffer-Film GmbH aus dem Jahr 1949. Unter der Regie des Produzenten Paul Pfeiffer agieren Ruth Hambrock (als Moni) , Til Kiwe (als Förster Thomas), Wastl Witt (als Gastwirt Hornberger). Die Bergführer Anderl Heckmayer, Kaspar Schwarz, Ignaz Vogler und Sepp Müller spielen sich selbst. Die Erstaufführung ist am 23. Dezember 1949 im Kino am Sendlinger Torplatz in München, 1950 läuft der Film auch in Frankfurt.