Straße ohne Namen

Illustrierte Filmbühne Nr. 757 (E. S.) – Im Jahr 1950 kommen einige Gangsterfilme in der Bundesrepublik Deutschland zur Vorführung, die mit dokumentarischem Charakter und reportageähnlichem Stil die harte Verbrechensbekämpfung in den USA zum Inhalt haben, darunter befinden sich auch „Geheimagent T”, „Der Todeskuss“, „Das Haus in der 92. Straße”, oder Straße ohne Namen.

Straße ohne NamenAlle diese Streifen werben mit direkter und indirekter Finanzierung für die Arbeit des FBI oder des Schatzamtes in den Vereinigten StaatenAuch für die gesamtpolitische Situation in der Bundesrepublik Deutschland sind diese Filme mehr als nützlich. Denn in den Bundesländern ist eine Diskussion über eine zentrale und damit bessere Arbeit der gesamten deutschen Polizeiorgane im Gange. Auch die Vorbereitungen für die Planung und Schaffung des neuen Bundeskriminalamtes (BKA) laufen auf Hochtouren, obwohl die Einrichtung dieser Behörde wegen der generellen Zuständigkeit der Länder für die Polizeiarbeit noch mehr als umstritten ist. Gleichwohl wird geplant, das BKA im Stadtstaat Hamburg einzurichten, weil das dort befindliche „Kripo-Amt“ zuletzt in der „Verbrecherbekämpfung” (vor allem in der vormaligen britischen Zone) eine führende Rolle gespielt hat.

Noch im Oktober 1950 wird im Bonner Kabinett für die Hansestadt plädiert, doch im Frühjahr 1951 kommt dann die Wende und die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden wird als endgültiger Standort für das neue Bundeskriminalamt ausgewählt.

Zurück zum Film: Regisseur William Keighley greift in dem 1948 gedrehten Thriller Straße ohne Namen auf Unterlagen des FBI zurück und bemüht sich, die Arbeit des Federal Bureaus of Investigation möglichst positiv darzustellen, wozu er seinen Blick vor allem auf den verdeckten FBI-Ermittler Gene Cordell (Mark Stevens) ruhen lässt. Doch die zentrale Rolle spielt der psychopathische Gangsterboss Alec Stiles (Richard Widmark), der in der Straße ohne Namen residiert und dort seine Fäden spinnt. Für den jungen Richard Widmark ist es eine Glanzrolle, die auf viele Jahre sein Image als Bösewicht prägen wird.

Daten zum Film

Straße ohne Namen (Illustrierte Filmbühne Nr. 757) mit dem Originaltitel The Street with no Name ist ein amerikanischer Kriminalfilm mit halbdokumentarischem Charakter (20th Century Fox) aus dem Jahr 1948. Unter der Leitung von William Keighley agieren Richard Widmark (als eiskalter Gangster Alec Stiles), Mark Stevens (als FBI-Agent Cordell) und Lloyd Nolan (als Inspector Briggs). Die deutsche Stimme von Richard Widmark kommt von Arnold Marquis, Mark Stevens wird von Heinz Engelmann gesprochen.

Erstaufführungen am 25. Juli 1948 in Los Angeles, USA-weit ab 14.Juli des gleichen Jahres in den Kinos. In Deutschland am 14. April 1950 gestartet, in Frankfurt am Main Anfang Juni 1950 im Eden im Programm.