Der Seewolf

Illustrierte Filmbühne Nr. 295  (E. S.) – In den Scala-Lichtspielen in Frankfurt am Main startet an Weihnachten 1949 der Warner-Spielfilm Der Seewolf nach dem Roman von Jack London. Die Werbung verspricht „Piratenleben, Meuterei auf See, Sensationen und Abenteuer voller atemberaubender Spannung” und weist zusätzlich daraufhin, der Film basiere auf dem immerhin besten Roman des Abenteuerschreibers.

Der Seewolf Ein guter Grund, sich diesen Film anzusehen. Unter mehreren Filmen suchen meine Freunde und ich uns diesen Seewolf aus, der vor Jahren schon von Hollywoods viel beschäftigtem Zelluloid-Schuster Michael Curtiz in Szene gesetzt worden war. 97 Minuten lang werden die bösartigen Untaten des berüchtigten Kapitäns Wolf Larsen (Edward G. Robinson)  gezeigt, doch es ist letztlich doch nur ein Unterhaltungsspektakel. Der grausame Kapitän Wolf Larsen rettet bei seinen Reisen über See Schiffbrüchige nur deshalb, um sie auf seinem Schiff gefangen zu halten und brutal auszubeuten. Die Solidarität ist gering, jeder auf dem Schiff ist sich in seiner Not nur selbst der Nächste..

Regisseur Curtiz gilt nicht als Mann, der großen gesellschaftskritischen Töne, aber doch flimmert in vielen Szenen  die humanitäre Grundhaltung von Jack London über die Leinwand. Und eines kann Curtiz bei aller kritischen Beurteilung  niemand so leicht absprechen: dass er nämlich sein Handwerk außerordentlich gut versteht. Nicht nur, dass alle Rollen perfekt besetzt sind und eindringlich gespielt werden, auch in technischer Hinsicht zählt der Film zu den besseren Arbeiten des gebürtigen Ungarn.

Daten zum Film 

Der Seewolf (Illustrierte Filmbühne Nr. 295) mit dem Originaltitel The Sea Wolf ist ein amerikanischer Abenteuerfilm nach einem Roman von Jack London, hergestellt von Produzent Hal B. Wallis für Warner Bros. im Jahr 1941. Michael Curtiz inszenierte das Drama mit Edward G. Robinson (als rüder Kapitän Wolf Larsen) und Ida Lupino (als Ruth Webster). In weiteren Rollen agieren Alexander Knox, John Garfield, Gene Lockhart sowie Barry Fitzgerald. Die deutsche Stimme von Edward G. Robinson kommt von Walter Suessenguth.

Der Film wird am 21. März 1941 in den USA erstmals aufgeführt. Die deutsche Uraufführung war am 31. Mai 1949; in Frankfurt wird der Film erstmals am 23. Dezember des gleichen Jahres gezeigt. Vom Autor gesehen am 26. Dezember in der Scala.