Der Teufelsbauer

Illustrierte Filmbühne Nr. 85 (E. S.) – Eines der ersten Kinos, das in Frankfurt am Main nach dem Ende des Krieges wieder Filme zeigen kann, ist das Hansa in der Kaiserstraße Nr. 50. Bereits am 19. Oktober des Jahres 1945  läuft dort zur Wiedereröffnung der Film Alles, was Geld kaufen kann. Doch eine Illustration in Form eines Filmprogramms zu diesem interessanten Film lässt sich nur als Der Teufelsbauer auftreiben.

Der TeufelsbauerDas hat auch seinen guten Grund. Der RKO-Streifen aus dem Jahr 1941 wird vom Verleih mehrmals umbenannt. Zuerst wird er unter dem Namen Alles, was Geld kaufen kann angeboten, danach kommt er plötzlich als Der Teufelsbauer in die Lichtspieltheater, später wird er nach der Originalversion Der Teufel und Daniel Webster genannt. Und bei der alljährlichen Oscar-Verleihung ist er dann sogar als All that money can buy geführt, um im sehr religiösen amerikanischen Süden mit dem Wort „Devil” im Titel keine Unruhe auszulösen. Trotz dieser Umstände  ist der Film überaus sehenswert, denn die zahlreichen faszinierenden Spezialeffekte machen diese filmische Variation des Faust-Themas unabhängig von der erwähnten Titelflut zu einem interessanten Fantasy-Film der 40er Jahre. Im übrigen erinnert die Geschichte auch an viele Vorkommnisse im Nachkriegsdeutschland. Denn um zu überleben, hat in dieser schwierigen Zeit so mancher Zeitgenosse ebenfalls seine Seele verkauft – nicht nur um zu sich ganz persönlich durchzumogeln, sondern um sich an anderen zu bereichern…

So wie der Jungfarmer Daniel Webster (Edward Arnold), der Mitte des 19. Jahrhunderts im ländlichen Vermont den Versuchungen des Teufels (Walter Huston als Mr. Scratch) erliegt und ihm gegen Geld, Wohlstand und Erfolg seine Seele verschreibt. Das hat üble Folgen, denn wie nicht anders zu erwarten, macht ihn der Reichtum zu einem skrupel- und gefühllosen Geschäftemacher, der erst zur Besinnung kommt, als der Teufel auch die Seele seines Sohnes kaufen will.

Daten zum Film 

Alles, was Geld kaufen kann (in Deutschland und Österreich auch: Der Teufelsbauer (Illustrierte Filmbühne Nr. Nr. 85 – zuvor erschienen als Nr. 15 des ersten Jahrgangs).Originaltitel in den USA: The Devil and Daniel Webster, alternativ: All That money can bay), als ein weiterer abgewandelter Titel in Deutschland taucht die Bezeichnung Was man für Geld alles kaufen kann in der Zeitung Frankfurter Rundschau vom 19. Oktober 1945 auf. In der Hauptrolle ist Walter Huston (als Mr. Scratch) zu sehen, weiter agieren: Edward Arnold (als Jungbauer Daniel Webster), James Craig, Jane Darwell, Simone Simon. Produzent und Regisseur ist William Dieterle. Der Film erhält 1942 einen Oscar für die Musik. –  Premiere am 17. Oktober 1941 in San Francisco, am 29. Oktober 1941 USA-weit, ab 19. Oktober 1945 im Hansa in Frankfurt.