Der Untergang von Pompeji

Illustrierte Filmbühne Nr.  587 und 627  ( E. S.) – In Frankfurt am Main sind im Jahr 1950 zwei Filme zu sehen, die sich mit dem tragischen Ende der römischen Stadt Pompeji befassen. Der eine stammt aus den USA und ist schon 15 Jahre alt (Der Untergang von Pompeji), der andere kommt aus Italien und Frankreich und ist gerade erst produziert worden (Die letzten Tage von Pompeji).

Der Untergang-von-PompejiKonkurrenz belebt ja angeblich das Geschäft. Ob das tatsächlich der Fall ist, dürfte in manchen Fällen doch fraglich sein. Vor allem im Filmhandel gibt es oft ein seltsames Gebaren. Als zum Beispiel 1950 im März der italienische-französische Film aufgeführt wird, ruft das auch die Konkurrenz auf den Plan. Die amerikanische RKO holt einen alten Streifen mit einem ähnlich klingenden Titel aus dem Archiv und schickt ihn in die deutschen Kinos. Eine fragwürdige Angelegenheit. In Frankfurt selbst starten Die letzten Tage… am 24. April im Filmpalast. Als der Markt für das dramatische Thema schon abgegrast ist, folgt Der Untergang… am 8. November in der nahe gelegenen Scala.

Interessant ist, dass beide Filme auf dem Roman von Edward George Bulwer-Lytton beruhen, der den spektakulären Ausbruch des Vesuvs am 24. August des Jahres 79 nach Christus beschreibt, wobei vor allem auch Aspekte des menschlichen Miteinanders sowie religiöse Aspekte eine Rolle spielen. In den Filmen rücken dagegen die dramatischen Abläufe der Naturkatastrophe in den Vordergrund. Natürlich ist in beiden Filmen eine banale Liebesgeschichte vorhanden, aber sie ist nur Staffage für die Ereignisse rund um den Vulkanausbruch selbst.

Dabei wird den Menschen Tod und Verderben gebracht. Fast 24 Stunden lang tobt das Inferno,ehe sich der brodelnde Berg wieder beruhigt. Zurück bleiben Chaos und Zerstörung. Diese Szenen sind beeindruckend und gehen den Zuschauern in Deutschland wohl besonders unter die Haut, weil sie durch die Kriegserlebnisse und Bombenangriffe eine realistische Vorstellung von den Ereignissen machen können.

Daten zum Film

Die letzten Tage von Pompeji (Illustrierte Filmbühne Nr. 627) mit dem Originaltitel Les derniers Jours de Pompeji (Frankreich) oder Gli ultimi Giorni di Pompei (Italien) ist ein italienisch-französischer Historienfilm – nach der literarischen Vorlage von Edward George Bulwer-Lytton. Gedreht im  Jahr 1949 im Verleih der Prisma. Unter der Regie von Marcel L’Herbier spielen Micheline Presle (als Jone), Georges Marchal (als Glaukus), Marcel Herrand (als Arbaces). – Erstaufführungen 2. März 1950 (Italien), 7. März 1950 (Bundesrepublik Deutschland), 14. April 1950 Frankreich (Paris). Gesehen vom Autor am 25. April 1950 im Filmpalast.

Der Untergang von Pompeji (Illustrierte Filmbühne Nr. 587) ist ein RKO-Historienfilm aus dem Jahr 1935 mit dem Originaltitel The last Days of Pompeji, zugleich aber auch ein Katastrophendrama, ebenfalls nach der literarischen Vorlage von Bulwer-Lytton. Das Spektakel ist von gleichen Team gestaltet worden, das schon die Effekte für den Film „King Kong und die weiße Frau” gezaubert hat. Unter der Regie von Ernest B. Schoedsack spielen Preston Foster (als Marcus), Basil Rathbone (als Pontius Pilatus), David Holt (als der junge Flavius) John Wood (als der Mann Flavius).

Die deutsche Erstaufführung ist am 31. Januar 1950, in Frankfurt erstmals ab 8. November 1950 in der Scala. Uraufgeführt wurde die US-Fassung am 18. Oktober 1935 in den USA.