Truxa

Illustrierte Filmbühne Nr. 648  (M. F./E. S.)  – Als im Sommer 1950 in Frankfurt der Film Truxa in einer ersten Wiederaufführung nach 1945 in mehreren Kinos zu sehen ist, fällt mir auf, dass zwar einige übliche Klischees aus dem Milieu der Artisten und Varieté-Künstler verarbeitet werden, aber durchaus auch einige ideologisch gefärbte Momente eine Rolle spielen.

TruxaDas ist weiter nicht ungewöhnlich. In „Dritten Reich” werden gerne „exotische” Themen verarbeitet und dabei mit der vorgegebenen Propaganda auf subtile Art in Einklang gebracht. Die handelnden Personen werden dabei auch in eher „harmlosen” Filmen – Truxa steht zum Beispiel nicht auf der Liste der von den Alliierten nach der Kapitulation verbotenen Filme –  vor allem moralisch in eine bestimmte Ecke gestellt. Zum Beispiel wird das Verhalten der Tänzerin Yester (La Jana) negativ bewertet, weil sie sich ohne Rücksicht auf Konventionen den Lebenspartner selbst aussucht. Der Seiltänzer Truxa (Peter Elsholtz) hingegen endet als hoffnungsloser Alkoholiker, ganz zu schweigen von dem dubiosen Zauberer und Illusionisten Garvin (Ernst Fritz Fürbringer), dessen Verwerflichkeit mit einem Todessturz bestraft wird. Nur der junge und frische Husen (Hannes Stelzer) passt in’s Bild der „neuen Generation”.

Die zahlreichen Intrigen und Rivalitäten zwischen den Künstlern dienen in diesem Kontext vor allem als Gerüst und Staffage des Streifens, wobei es durchaus aufregend zugeht. Ein Mann namens Truxa stürzt vom Drahtseil. Nicht mehr fähig, seinen Beruf auszuüben, überlässt er seine Nummer einem Nachwuchsartisten namens Husen. Im Berliner Wintergarten begegnet dieser der schönen Tänzerin Yester, die zuvor Truxas Geliebte war. Der Zauberer Garvin  ist ebenfalls hinter der Tänzerin her; an Truxas Unfall war er beteiligt. Natürlich erobert Husen die Zuneigung von Yester. Garvin rast deswegen vor Eifersucht, schmiedet wieder dunkle Pläne. Truxa will das verhindern. Bei einer Auseinandersetzung stürzt Garvin in den Tod. Truxa verzichtet in später Einsicht auf seine hoffnungslose Liebe auf Yester, die nun mit Husen ein glückliches Ende erlebt.

Daten zum Film

Truxa ist ein deutscher Film aus dem Varieté-Milieu mit einigen Aspekten des Abenteuer-Genres und beruht auf dem Roman „Programm mit Truxa” von Heinrich Seiler. Der Tobis-Film stammt aus dem Jahr 1936. Regisseur ist Hans H. Zerlett, als Darsteller fungieren La Jana (als Tänzerin Yester), Hannes Stelzer (als Drahtseilartist Husen), Ernst Fritz Fürbringer (als Illusionist Garvin), Mady Rahl (als Garvins Assistentin Hilde) Peter Elsholtz (als Artist Truxa). Rudi Godden und Rudolf Klein-Rogge sind weitere Mitwirkende. In einer kleinen Nebenrolle ist Hans Söhnker als Chef einer Tanzgruppe zu sehen.

Erstaufführung am 1. Januar 1937 im Alhambra in Berlin; in die Kinos der Bundesrepublik kommt der Film noch einmal als Reprise im Jahr 1950. In der DDR läuft der Film seit Juli 1961. Vom Autor gesehen in Frankfurt am Main im Jahr 1950 (Wall-Lichtspiele).