Jetzt schlägt’s 13!

Illustrierte Filmbühne Nr. 884 (E. S.) – Was am Anfang der Fünfziger Jahre aus deutscher oder österreichischer Produktion in die Kinos kommt, ist mehr als durchschnittlich; Unverbindliches ist an der Tagesordnung, leichte Kost wird wöchentlich neu angerichtet. Es hat auch mit der schwierigen finanziellen Situation der Filmwirtschaft zu tun, zumal viele branchenfremde Geldgeber investieren und natürlich Profit machen wollen.

Jetzt schlägt's 13Unter kommerziellen Umständen sind Lustspiele besonders populär – sowohl bei den Produzenten als auch bei vielen  Theaterbesitzern. Und das Publikum, das den Krieg zu vergessen (und zu verdrängen) beginnt, lässt sich gerne auf diese nette Weise unterhalten. Als dann im Mai 1951 im Frankfurter Turmpalast das Lustspiel Jetzt schlägt’s 13 gestartet wird, ist an den ersten Tagen der große Saal gut besetzt. Das hat auch mit den Darstellern zu tun. Hans Moser und Theo Lingen sind das „Komiker-Traumpaar” in deutschen oder österreichischen Filmen. Sie haben in zahllosen Streifen schon in den Dreissiger und Vierziger Jahren zusammen gespielt. Darunter in „Himmel auf Erden”, „Rosen in Tirol”, „Sieben Jahre Pech”, „Sieben Jahre Glück”, „Wiener Blut” –  um nur einige wenige zu nennen.

In diesem Film geben sie wieder ein kongeniales Duo. Theo Lingen als entlassener Diener Max sieht in seinem Nachfolger Ferdinand (Hans Moser) einen steckbrieflich gesuchten Verbrecher; dieser glaubt das gleiche von Max und so entsteht bei ihren gegenseitigen Verdächtigungen und der Detektiv-Spielerei ein heilloses Durcheinander – ganz im Sinne eines lachbegierigen Publikums.

Der Wiener Moser und der Hannoveraner Lingen dürfen dabei ihr „mosern” und „näseln” so richtig ausleben. Die beiden wegen ihrer schlichten Rollen oft unterschätzten, aber glänzenden Schauspieler, übertreffen sich bei der Darstellung selbst. In vielen turbulenten Szenen und mit perfekter ihrer Situationskomik geben sie ihren Rollen den entscheidenden Pfiff.

Daten zum Film

Jetzt schlägt’s 13! (Illustrierte Filmbühne Nr. 884) ist ein österreichisches Lustspiel (Originaltitel: Es schlägt Dreizehn) aus dem Jahr 1950. In dem von der Helios produzierten Film führt E. W. Emo die Regie, als Hauptdarsteller agieren Theo Lingen (als alter Diener Max) und Hans Moser (als neuer Diener Ferdinand). In weiteren Rollen sind Josef Meinrad, Susi Nicoletti, Gusti Wolf und Lotte Lang  zu sehen. – Erstaufführungen am 22. September 1950 in Österreich (Wien), am 22. September 1950 in der Bundesrepublik (Krefeld). In Frankfurt im Mai 1951 im Turmpalast, dort vom Autor am 26. Mai gesehen.