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Von Erich Stör (Frankfurt am Main)

Eines ist von vorne herein klar: Tief schürfende  Filmbetrachtungen sind auf dieser Seite nicht zu finden. Die Notizen auf dem Web-Blog „DamalsKino” wollen diesen Anspruch gar nicht erheben. Das ist die Aufgabe von berufsmäßigen Kritikern und Wissenschaftlern, die sich seit langem mit vielen Filmen aus und in der schwierigen Nachkriegszeit in Deutschland auseinandersetzen. Als Autor beschreibe ich vielmehr meine Kino-Erlebnisse  nur aus dem Blickwinkel eines Schülers und Jugendlichen in der Zeit zwischen Ende der Vierziger und Anfang der Fünfziger Jahre. Dabei fließen selbstverständlich gelegentlich (aber nicht immer) politische oder andere alltägliche Ereignisse in die Betrachtungen mit ein. Es ist eine Betrachtung von Kino und Film aus der subjektiven Sicht eines Zuschauers.

Im Mittelpunkt stehen vielmehr Filmpremieren, dazu glanzvolle Theater-Eröffnungen oder auch nur schlichte Kinobesuche aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Diese Jahre waren vor allem von den vielen alltäglichen Sorgen der Menschen geprägt. Gerade weil wir Jugendlichen von Krieg, Bombenangriffen und den vielen Nächten in Kellern oder auch  Bunkern in einer zerstörten Stadt oder einer radikal-schnellen Evakuierung auf’s Land geprägt waren, boten uns dann die ersten Filme der Nachkriegszeit ein neues und anderes Bild der Welt. Kino wurde für viele von uns über Jahre hinweg zum Lebenselixier – und wir betrachteten auch manches belichtete Produkt dann doch lange Zeit eher ziemlich unkritisch. Auch wir wollten lieber Unterhaltsames, Probleme hatten wir schließlich genug. Gleichwohl besuchten wir auch viele Filme, die sich mit den Kriegereignissen oder der Nazi-Zeit auseinandersetzten, doch die verschwanden schnell aus den Programmen der meisten Filmverleiher. Heutzutage sind gelegentlich diese alten Filme noch einmal im Fernsehen zu sehen und bis auf wenige Ausnahmen sind sie dann  enttäuschend – aber die unterschiedliche Betrachtungsweise ist natürlich sowohl der eigenen, gewachsenen Lebenserfahrung als auch der gänzlich anderen und vergangenen Zeit anzurechnen.

Als faszinierend erwiesen sich damals für uns die Kino-Eröffnungen in der Frankfurter Innenstadt. Ob Filmpalast, Metro im Schwan, Turmpalast oder Europa-Palast – es war stets die festliche Stimmung, die uns in den prächtig ausgestatteten Kinos in ihren Bann zog – ganz abgesehen davon, ob uns die gezeigten Filme gut oder weniger gut erschienen. Es war ja auch immer eine außergewöhnliche Atmosphäre, wenn in den brechend vollen Sälen – im Filmpalast zum Beispiel 1500 Menschen dicht an dicht sitzend  – der Atem der Zuschauer schneller ging oder stockte, hin und wieder ein leises Murmeln zu vernehmen war oder der Ellenbogen des Nachbarn bei den Abenteuern eines Robin Hood vor Begeisterung die eigenen Rippen traf. Die leiser werdende Musik, das Dunkelwerden des Lichts und das surrende Geräusch des sich öffnenden Vorhangs hatten eine stimulierende Wirkung, stimmten uns ein auf die nächsten Stunden.

Vorlage-FilmDie meisten der hier beschriebenen Filme wurden von mir und meinen Freunden in den Frankfurter Innenstadt-Palästen gesehen (oft ziemlich wahllos), doch auch die kleinen Stadtteil-Häuser, in denen die Filme erst Wochen später liefen, waren unser Ziel. Bevorzugt besuchte Kinos für mich selbst waren dabei die Harmonie-Lichtspiele und das Wall-Kino in Sachsenhausen, was der Tatsache geschuldet war, dass die Wohnung meiner Eltern genau in der Mitte zwischen den beiden Kinos lag – jeweils nur wenige Meter entfernt – und ich außerdem durch persönliche Freundschaften entsprechend „vernetzt” war. So war der Vater meines guten Schulfreundes Karl-Heinz S. lange Geschäftsführer und Filmvorführer des Harmonie-Kinos, seine Mutter Kassiererin, so dass wir auf diese Weise oft auch zu Premierenkarten oder zu Einladungen bei Vorführungen für andere Filmtheater-Besitzer kamen. Es war eine spannende, interessante Zeit – und sie ist es auch im Rückblick geblieben.

Die Quellen der Aufzeichnungen über die Filme, Kinos und andere damit zusammenhängende Geschehnisse beruhen vor allem auf eigenen Erinnerungen, auf Tagebuch-Notizen, diversen Zeitungsanzeigen und nicht zuletzt auch auf den vielfältigen Programmen der „Illustrierten Filmbühne”, die auf dieser Webseite entsprechend der Erscheinungsnummer chronologisch, aber selbstverständlich unvollständig „abgearbeitet“ werden… So sind aus meiner Sicht interessante Fakten zusammen gekommen, Kritiken aber sind es auf keinen Fall. Natürlich nicht!