Falschmünzer am Werk

Illustrierte Filmbühne Nr. 1027 (E. S.) – Anfang des Jahres 1951 tauchen in Frankfurt am Main und anderen westdeutschen Städten massenhaft gefälschte D-Mark-Scheine auf. Fast zeitgleich wird in der Nähe von Paris eine Druckerei ausgehoben, in der ähnliche Falsifikate hergestellt worden sind. Die kriminelle Realität setzt also eine intensive Zusammenarbeit deutscher und ausländischer Polizeiorgane auf die Tagesordnung.

Falschmünzer am Werk - Der Fall 7 A 9Dieses Thema wird auch in Der Fall 7 A 9 (Falschmünzer am Werk) behandelt. Der Film wird am 1. März in Frankfurt am Main (Eden-Lichtspiele) uraufgeführt. Dabei wird der Kampf gegen eine internationale Verbrecherbande gezeigt. Der Krimi orientiert sich dabei mit teilweise dokumentarischen Bildern an den zu dieser Zeit in Mode gekommenen amerikanischen Vorbildern („Der Todeskuß”, „Straße ohne Namen”, „Geheimagent T”, „Das Haus in der 92. Straße”). Weil nur 15 Tage nach der Premiere in Frankfurt das neu gegründete Bundeskriminalamt in Wiesbaden seine Arbeit aufnimmt, wirkt das Ganze wie ein begleitender Werbestreifen für das BKA. Das wird noch unterstrichen, als sich drei Tage vor der Filmpremiere Sachverständige der Kriminalpolizei, der Bank Deutscher Länder und Journalisten in Frankfurt in einer Sondervorstellung des Verleihs den Films ansehen.

Die Anwesenden sind sich darin einig, dass der Film über die Falschmünzer- und Autoschmuggler-Bande bei Verzicht auf Sensationseffekte sehr realistisch ist. Die Teilnehmer der Besprechung verlangen sogar, in Frankfurt eine Beratungsstelle einzurichten, um vor allem Kassierer von großen Warenhäusern und Industriefirmen über Falschgeld ausreichend zu informieren. Immerhin seien bei guter Sachkenntnis „Blüten” auch von Laien schnell zu erkennen.

Wegen der Schlichtheit der Handlung und nur mäßig ausgefeilten Dialogen bietet der Film freilich nur mittelmäßige Krimi-Unterhaltung. Der Versuch, mit Stilmitteln des Neorealismus an die amerikanischen Vorbilder anzuknüpfen, bleibt in Ansätzen stecken. Die Darstellung der Bande, die gestohlene Autos über die Grenze nach Frankreich verfrachtet und im Gegenzug dort hergestellte „Blüten” erhält, um sie unter das Volk zu bringen, orientiert sich zu sehr an deutscher Krimi-Konfektion, auch wenn die Zusammenarbeit der Kriminalisten beider Länder – allen voran die Inspektoren Braun (Paul Klinger) und Paillar (Paul Dahlke) –  im Film durchaus erfolgreich verläuft.

In der Presse wird der Streifen – zu dessen Premiere die Darsteller Paul Klinger, Paul Dahlke und Leonore Aubert anwesend sind – unterschiedlich beurteilt. Während die „Neue Zeitung” die atmosphärische Dichte lobt, meint die Kritikerin der „Frankfurter Rundschau”, das Bemühen um realistische Darstellung sei zwar anerkennenswert, werde allerdings durch äußere Effekthascherei wieder verwischt: „Ein missglücktes Experiment, dem es gewiss nicht an dem nötigen Ernst, aber an dem nötigen Tempo fehlt.”

Daten zum Film

Falschmünzer am Werk startet bei der Premiere mit dem Titel Der Fall 7 A 9 (Illustrierte Filmbühne Nr. 1027) und ist ein 91 Minuten langer deutscher Kriminalfilm aus dem Jahr 1950, der schnell einen neuen Titel erhält.  Hergestellt von der Haky-Filmproduktion führt Regisseur Louis Agotay, der auch für das Drehbuch verantwortlich ist, die Schauspieler Paul Klinger (als Inspektor Braun), Paul Dahlke (als Inspektor Paillar), Walter Giller (als Reporter Conny Hauser), Lenore Aubert (als Madame Winter), Harald Paulsen (als Louis Verleger), Josefine Kipper (als Cecile) durch den Film. An der Kamera stehen Ekkehard Kyrath und Heinz Pehlke, die Musik ist von Emil Ferstl. – Deutsche Erstaufführung am 1. März 1951 im Eden in Frankfurt.