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	<title>Damals im Kino</title>
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	<description>ERICHs Blog-Magazin zu Filmen in der Nachkriegszeit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 17 May 2012 08:22:12 +0000</lastBuildDate>
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		<title>„Beate” leidet an „künstlerischer Unterernährung&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 08:16:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DAMALS IM KINO, Erich Stör (Walldorf)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zwischen den Top-Stars]]></category>
		<category><![CDATA[Nachkrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Romanze]]></category>

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		<description><![CDATA[(© ERICH STÖR): An Weihnachten 1948 wird im Apollo in Frankfurt-Bornheim der Film Beate gezeigt. Vier Monate vorher ist der Streifen im Hamburger Capitol uraufgeführt worden, er stammt aus dem britischen Sektor von Berlin, wo er während der monatelangen Berliner Blockade von einer Firma namens Tova belichtet worden ist. Es ist der erste und letzte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(© ERICH STÖR): <span style="color: #800000">An Weihnachten 1948 wird im Apollo in Frankfurt-Bornheim der Film <em>Beate</em> gezeigt. Vier Monate vorher ist der Streifen im Hamburger Capitol uraufgeführt worden, er stammt aus dem britischen Sektor von Berlin, wo er während der monatelangen Berliner Blockade von einer Firma namens Tova belichtet worden ist. Es ist der erste und letzte Streifen dieser kurzlebigen Gesellschaft.</span></p>
<div id="attachment_2733" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://damals-im-kino.stoer.de/files/2012/05/Beate.jpg"><img class="size-full wp-image-2733" src="http://damals-im-kino.stoer.de/files/2012/05/Beate.jpg" alt="" width="250" height="345" /></a><p class="wp-caption-text">© Filmverlag Christian Unucka</p></div>
<p><em>Beate</em> also! Nach einigen recht guten Ansätzen zeigt sich im Kino, dass der deutsche Nachkriegsfilm sich immer mehr im Unverbindlichen gefällt und der Aufarbeitung der Vergangenheit nur noch relativ bescheidenen Raum einräumt. Das ist auch kein Wunder, wächst doch gerade in dieser Zeit die allgemeine Lebenslust der Menschen – insbesondere in den Großstädten. So machen auch in Frankfurt am Main die Etablissements mit Tanzmusik guten Umsatz, darunter zum Beispiel die Scala-Stuben, das Café Tabaris, das Colloseus und das Milani in der Innenstadt. Wenn <em>Beate</em> auch noch als Nachkriegsfilm einzuordnen ist, werden Trümmern schon nichts mehr gezeigt, nur eine einsame Ruine „verschandelt” die heitere und (so die Werbung) „reizend geschilderte Ehegeschichte” eines Kriegsheimkehrers. Gefangenschaft wird im deutschen Film schon nicht mehr problembeladen und dramatisch abgehandelt, sondern eher komödiantisch dargestellt.<span id="more-2731"></span></p>
<p>Im Film geht es um Schwestern mit unterschiedlichem Charakter: Lydia ist eher lebenslustig und nicht gerade wartend auf ihren im Krieg verschollenen Ehemann, tingelt durch einschlägige Lokale und gibt sich mondän, Beate dagegen geht ernsthaft und besonnen durch das Leben und kümmert sich deshalb liebevoll um den gehörnten Felix, der sich ein wenig deplaciert zwischen den jungen Zwillingsfrauen vorkommt, aber am Ende nach einigen Irrungen und Verwechslungen doch den Weg ins richtige Nest findet.</p>
<p>Das leicht dahinplätschernde Thema ohne Tiefgang ist von dem beflissen harmlosen Carl Boese in Szene gesetzt worden, wirkt wohl deshalb recht unrealistisch und banal. „Der Spiegel” hat nach der Erstaufführung  in Hamburg süffisant angemerkt, in diesem Film laufe alles sehr brav und ohne Überraschungen ab, allerdings „nicht ohne Merkmale künstlerischer Unterernährung.” Dem ist nach eineinhalb Stunden im Apollo nichts hinzuzufügen.</p>
<p>***</p>
<p><em>Beate</em> ist ein deutscher Liebes- und Unterhaltungsfilm aus dem Jahr 1948. Regisseur ist Carl Boese, es spielen Elena Luber (in einer Doppelrolle als Beate Linden und Lydia Wendlandt), Richard Häussler (als Heimkehrer Felix Wendlandt). Die Uraufführung ist am 6. August 1948 im Hamburger Capitol, in Frankfurt am Main ist der Film u. a. an Weihnachten 1948 zu sehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>„Die Abenteuerin” auf der Jagd nach dem Mammon</title>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 08:41:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DAMALS IM KINO, Erich Stör (Walldorf)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Marlene Dietrich]]></category>
		<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>

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		<description><![CDATA[(© ERICH STÖR): Irgendwie geht es fast immer um’s Geld. Und nicht nur um Liebe. In der Ausgabe der  Zeitung „Frankfurter Rundschau” von Heiligabend, 24. Dezember 1948, sucht eine gesunde und schlanke Bauerntochter einen Holzfachmann zum Heiraten, und offeriert ein zum Hof gehörendes Sägewerk als Zugabe. Gleich nebenan stehenden die Kinoanzeigen und dort wird kräftig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(© ERICH STÖR): <span style="color: #800000">Irgendwie geht es fast immer um’s Geld. Und nicht nur um Liebe. In der Ausgabe der  Zeitung „Frankfurter Rundschau” von Heiligabend, 24. Dezember 1948, sucht eine gesunde und schlanke Bauerntochter einen Holzfachmann zum Heiraten, und offeriert ein zum Hof gehörendes Sägewerk als Zugabe. Gleich nebenan stehenden die Kinoanzeigen und dort wird kräftig für den Film <em>Die Abenteuerin</em> geworben. Und diese Abenteuerin sucht ebenfalls einen Mann – allerdings hat sie im Gegensatz zur Bauerntochter außer ihrem Aussehen nichts zu bieten.</span></p>
<div id="attachment_2712" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://damals-im-kino.stoer.de/files/2012/05/Abenteuerin-Die.jpg"><img class="size-full wp-image-2712" src="http://damals-im-kino.stoer.de/files/2012/05/Abenteuerin-Die.jpg" alt="" width="250" height="351" /></a><p class="wp-caption-text">© Filmverlag Christian Unucka</p></div>
<p>Aus diesem Grund hält die attraktive<em> </em>Claire Ledeaux (Marlene Dietrich) Ausschau nach einem gut betuchten Mann. Und sie entdeckt ihn in Gestalt des reichen Bankiers Charles Giraud (Roland Young). Dass aber am Ende dann aber der eher arme Mississippi-Kapitän Robert Latour (Bruce Cabot) das Rennen macht, ist nur der Liebe geschuldet. Als Claire am Tag der geplanten Hochzeit den Bankmenschen verlässt und mit Robert Latour auf dessen Dampfer davon schippert, wirft sie ihr Brautkleid erleichtert in den Mississippi. Wieder einmal: Ende gut, alles gut! Eine geläuterte Claire fährt in eine finanzielle zwar ungewisse, aber gleichwohl von Liebe geprägte Zukunft. Eine ansehnliche Romanze rund um New Orleans – angereichert mit vielen komödiantischen Elementen geht mit einem Happyend zu Ende. Wer hätte das nicht geahnt. Der Vorhang fällt&#8230;<span id="more-2711"></span></p>
<p>Die Werbung ist wieder einmal ganz auf die Dietrich ausgerichtet. „Charme, Sexappeal (und ganz berlinerisch) tolle Beene” versprechen die Anzeigen in den Tageszeitungen. Im Rhein-Main-Gebiet läuft der Film in Erstaufführung sowohl in der Scala in Frankfurt als auch im Capitol in Offenbach. Der Film kapriziert sich auf Marlene (als betörende Saloon-Sängerin Claire Ledeaux) und stellt ihren Song „Sweet is the Blush of May” sowie ihre Verführungskünste in den Vordergrund, gleichwohl ist es – obwohl von Meisterregisseur Rene Clair in Szene gesetzt – nicht gerade Dietrichs gelungenster Film. Auch Rene Clair hat ohne Zweifel schon bessere Arbeiten abgeliefert, aber die Geschichte der Abenteuerin besticht doch durch die schöne Stimmung in New Orleans und am Mississippi.</p>
<p>***</p>
<p><em>Die Abenteuerin</em> (Illustrierte Filmbühne Nr. 243) mit dem Originaltitel <em>The Flame of New Orleans</em> ist ein amerikanischer Schwarz-Weiß-Film der Universal International aus dem Jahr 1941. Produzent ist Joe Pasternak, Regie führt Rene Clair. Als Hauptdarsteller treten Marlene Dietrich (als Claire Ledeux), Bruce Cabot (als Kapitän Robert Latour) und Roland Young (als reicher Bankier Charles Giraud) in Erscheinung. Auch Mischa Auer  und Andy Devine sind mit von der Partie. Die deutschen Stimmen sind Gisela Breiderhoff (Marlene Dietrich), Walter Holten (Bruce Chabot), Anton Reimer (Roland Young). &#8211; Uraufführung am 24. April 1941 in New Orleans (US-Bundesstaat Louisana), 17. Dezember 1948 in Deutschland.</p>
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		<title>Die Heurigen-Seligkeit der Wiener „Schrammeln&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 15:49:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DAMALS IM KINO, Erich Stör (Walldorf)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hans Moser]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Hörbiger]]></category>
		<category><![CDATA[Biografie]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[(© ERICH STÖR): Schon bald nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges haben in Frankfurt zahlreiche Weinstuben in den Trümmern der Stadt geöffnet. Riart’s Bodega” am Dom ist eine erste Adresse, in der Petersstrasse empfängt das „Juliette” seine Gäste, der „Brückenkeller” in der Nähe der Obermain-Brücke kredenzt „gepflegte Weine und Unterhaltungsmusik”, in der kleinen Reblaus in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(© ERICH STÖR): <span style="color: #800000">Schon bald nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges haben in Frankfurt zahlreiche Weinstuben in den Trümmern der Stadt geöffnet. Riart’s Bodega” am Dom ist eine erste Adresse, in der Petersstrasse empfängt das „Juliette” seine Gäste, der „Brückenkeller” in der Nähe der Obermain-Brücke kredenzt „gepflegte Weine und Unterhaltungsmusik”, in der kleinen Reblaus in Sachsenhausen klimpert ein immer übertrieben gut aufgelegter Mann sowohl rheinische Schunkel-Lieder als auch Wiener Heurigen-Seligkeit</span>.</p>
<div id="attachment_2654" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://damals-im-kino.stoer.de/files/2012/05/Schrammeln-Endgültig1.jpg"><img class="size-full wp-image-2654" src="http://damals-im-kino.stoer.de/files/2012/05/Schrammeln-Endgültig1.jpg" alt="" width="250" height="350" /></a><p class="wp-caption-text">© Filmverlag Christian Unucka</p></div>
<p>Und überall in diesen Lokalen – noch ist das knappe Angebot an Speisen und Getränken überschaubar –  ist auch ein Schuss Schrammel-Musik dabei. Sie steht unsichtbar auf den noch dürftigen Speisenkarten. Doch was ist das nun eigentlich, Schrammel-Musik? Sie gilt Ende des 19. Jahrhunderts als typische Wiener Volksmusik und erhält ihren Namen nach den Geigen spielenden und selbst komponierenden Brüdern Johann und Josef Schrammel. Die beiden haben zusammen mit Anton Strohmayer (Gitarre) und Georg Dänzer (Klarinette) ganz Wien im Sturm erobert. Die Männer gelten neben Johann Strauß (Vater und Sohn) als wichtige Repräsentanten der leichteren Musik in Österreich. Deshalb ist es unvermeidbar, dass aus ihrer Lebensgeschichte der Film<em> Schrammeln</em> gemacht wird. Neben dem beachtlichen musikalischem Erfolg werden auch frühere finanzielle Not und  Streitigkeiten zwischen den Beteiligten ausgiebig abgebildet. Als der Film in den Harmonie-Lichtspielen gezeigt wird, strömt das Publikum in Scharen in’s Kino. Die gespielte Musik ist so recht nach dem Geschmack der Menschen in der Nachkriegszeit, um bei gefühlsduseligen Weinliedern Not und Elend der vergangenen Jahre zu vergessen.<span id="more-2638"></span></p>
<p>Zwar nehmen es die Filmemacher mit der historischen Genauigkeit nicht so genau, gleichwohl aber machen die Herren Paul Hörbiger (Johann Schrammel), Hans Holt (Josef Schrammel) Hans Moser (Anton Strohmayer) und Fritz Imhoff (Georg Dänzer) als Hauptdarsteller (zusammen mit Marte Harell als Fiaker-Milly) eine gute Figur. Dem Publikum werden nicht nur viele volkstümliche Lieder und Walzer serviert, sondern auch Marschmusik – wie im richtigen Leben des Schrammel-Quartetts.</p>
<p>Der Film ist eine so genannte Reprise. Solche noch vor 1945 gedrehten und nach der Kapitulation wieder in die Kinos gebrachten Filme gehen außerordentlich gut und sind ein erfolgreiches Kontrastprogramm zu den vielen schwermütigen Streifen, die zu dieser Zeit aus den USA und England über das große Meer schwimmen. Als Produktionsland für diesen eigentlich österreichischen Film wird Deutschland angegeben, was der Einverleibung des Alpenlandes ins Deutsche Reich 1938 geschuldet ist. Der Streifen ist bereits 1944 erstaufgeführt worden und wird nach Kriegsschluss schnell wieder in die Kinos gehievt.</p>
<p>***</p>
<p><em>Schrammeln</em> (Illustrierte Filmbühne Nr. 39 und Illustrierter Filmkurier Berlin, Nr. 3354)  ist ein deutsch-österreichischer Musikfilm aus dem Jahr 1944. Unter der Regie von Géza von Bolváry (Drehbuch: Ernst Marischka) agieren Marte Harell (als Fiaker-Milli), Paul Hörbiger (als Johann Schrammel), Hans Holt (als Josef Schrammel), Hans Moser (als Anton Strohmayer) und Fritz Imhoff (als Georg Dänzer). Außerdem spielt auch Fita Benkhoff mit. Die Uraufführung ist am 3. März 1944 in Wien, Wiederaufführung 1947 in der Bi-Zone in Westdeutschland.</p>
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		<title>„Die Frau ohne Herz&#8221; in Herrn Kilians Kinopalast</title>
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		<pubDate>Wed, 09 May 2012 14:02:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DAMALS IM KINO, Erich Stör (Walldorf)</dc:creator>
				<category><![CDATA[James Mason]]></category>
		<category><![CDATA[Margaret Lockwood]]></category>
		<category><![CDATA[Patricia Roc]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>

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		<description><![CDATA[(© ERICH STÖR): Viele Lichtspielhäuser, die noch aus  der Vorkriegszeit stammten, mussten Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre nach dem Fernseh-Boom ihre Tore schließen. Eines davon war das Wall-Kino in der gleichnamigen Straße. Doch hier laufen nach 1945 viele englische Filme wie zum Beispiel Die Frau ohne Herz (mit Margaret Lockwood und James Mason), [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #800000"><span style="color: #000000">(© ERICH STÖR):</span> Viele Lichtspielhäuser, die noch aus  der Vorkriegszeit stammten, mussten Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre nach dem Fernseh-Boom ihre Tore schließen. Eines davon war das Wall-Kino in der gleichnamigen Straße. Doch hier laufen nach 1945 viele englische Filme wie zum Beispiel <em>Die Frau ohne Herz</em> (mit Margaret Lockwood und James Mason), „Der Herr in Grau&#8221; (James Mason),die „Gefährliche Reise&#8221; oder auch „Papagini&#8221; (beide mit Stewart Granger).</span></p>
<div id="attachment_1152" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://damals-im-kino.stoer.de/files/2011/10/Frau-ohne-Herz-Die2.jpg"><img class="size-full wp-image-1152 " src="http://damals-im-kino.stoer.de/files/2011/10/Frau-ohne-Herz-Die2.jpg" alt="" width="250" height="355" /></a><p class="wp-caption-text">© Filmverlag Christian Unucka</p></div>
<p>Frankfurt-Sachsenhausen, am Ende der 40er Jahre: zwei Kinos gibt es damals in diesem Frankfurter Stadtteil südlich des Mains, dessen Bewohner etwas auf sich halten, unter dem launigen Motto: „Jeder Sachsehäuser is en Frankforder, awwer en Frankforder is noch lang kaan Sachsehäuser…” Das Harmonie am Lokalbahnhof, das auch heute noch existiert, ist eines der beiden Kinos, das „<em>Wall&#8221; </em>in der gleichnamigen Straße und in direkter Nähe zum berühmten Ebbelwei-Viertel, das andere. Von den Besuchern wird das ältere Kino damals nach dem grauhaarigen Besitzer mit der hohen Stirn, der meist selbst an der Kasse sitzt, Karten verkauft und die Billetts höchstpersönlich entwertet, auch ironisch „<em>Ki-Ki-Pa</em>“ genannt (für <em>Kilians Kino-Palast</em>), aber ein Palast ist das wahrlich nicht, vielmehr ein schmales Handtuch, vielleicht um die 170 Sitzplätze, an der rechten Seite bullert im Winter ein mit Kohle oder Briketts betriebener Ofen – und weil die Filme vom Vorführer mit Rückprojektion von hinten auf die Leinwand geworfen, und von einem Spiegel umgelenkt werden, geht auch einiges an Leuchtkraft verloren.<span id="more-139"></span></p>
<p>Die Streifen wirken meist etwas düsterer als in anderen Lichtspielhäusern, aber das macht die Schwarz-Weiß-Dramen irgendwie noch intensiver, noch spannender. Viele der englischen Filme, die dort laufen, werden von der „Rank Organisation” verliehen, die mit einem beeindruckendes Firmenzeichen auf ihre Filme aufmerksam macht: ein muskulöser Mann mit nackten, schweißgebadetem Oberkörper schlägt in zeitlupenhaftem Tempo auf einen gewaltig aussehenden und glänzenden Gong, der freilich im „wirklichen Leben&#8221; nur aus Gips und Pappmaché besteht; der Ton wird nachträglich zugespielt. (Siehe das Logo auf dem Filmprogramm).</p>
<p>Doch abgesehen von diesem im Film ja durchaus üblichen, kleinen Schwindel werden die Zuschauer in Spannung und Erwartung auf die kommenden Minuten versetzt. Die Wirkung auf das Publikum im Saal ist außerordentlich stark; nur der brüllende MGM-Löwe aus dem fernen Hollywood kann da annähernd mithalten. Vergangene Zeit…</p>
<p>***</p>
<p><em>Die Frau ohne Herz</em> (Illustrierte Filmbühne Nr. 38) ist ein Drama in Schwarz-Weiß aus England 1945. Hauptdarsteller: Margaret Lockwood (als Barbarath Worth), James Mason (als Captein Jerry Jackson), weitere wichtige Rollen spielen Patricia Roc und Michael Rennie. &#8211; Deutsche Stimmen: Katharina Brauwen (Margaret Lockwood), Manfred Steffen (James Mason). &#8211; Premiere in England 1945, deutsche Erstaufführung 1947, gespielt 1949 in den Wall-Lichtspielen.</p>
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		<title>George Gershwin und die  „Rhapsodie in Blau”</title>
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		<pubDate>Tue, 08 May 2012 09:58:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DAMALS IM KINO, Erich Stör (Walldorf)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alexis Smith]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Alda]]></category>
		<category><![CDATA[Biografie]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[(© ERICH STÖR): Die Nazis mochten Jazzmusik nicht besonders und versuchten sie zwischen 1933 und 1945 auf Sparflamme zu halten und zu unterdrücken, ohne jedoch ein offizielles Verbot auszusprechen. Die deutschen Jazzer konnten ihre Lieblingsklänge aufgrund der Diktatur deshalb vor allem im Verborgenen genießen, dennoch gab es nach Kriegsende einen starken Nachholbedarf für diese Musik. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(© ERICH STÖR): <span style="color: #800000">Die Nazis mochten Jazzmusik nicht besonders und versuchten sie zwischen 1933 und 1945 auf Sparflamme zu halten und zu unterdrücken, ohne jedoch ein offizielles Verbot auszusprechen. Die deutschen Jazzer konnten ihre Lieblingsklänge aufgrund der Diktatur deshalb vor allem im Verborgenen genießen, dennoch gab es nach Kriegsende einen starken Nachholbedarf für diese Musik.</span></p>
<div id="attachment_2573" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://damals-im-kino.stoer.de/files/2012/05/Rhapsodie-in-Blau.jpg"><img class="size-full wp-image-2573" src="http://damals-im-kino.stoer.de/files/2012/05/Rhapsodie-in-Blau.jpg" alt="" width="250" height="358" /></a><p class="wp-caption-text">© Filmverlag Christian Unucka</p></div>
<p>Viele Besessene versuchten nach Ende des Zweiten Weltkrieges in den vielen amerikanischen Offiziersklubs Fuß zu fassen, um sich dort an den frischen Klängen der dort aufspielenden Bands zu erfreuen. Als dann 1948 der Film <em>Rhapsodie in Blau</em> in die Kinos kam, war das ein weiterer Schritt, um der Musikgattung hier zum entsprechenden Stellenwert zu verhelfen. Dabei geht George Gershwins Bedeutung weit über den Jazz hinaus, hat er doch durch die Oper „Porgy and Bess”, durch  die Tondichtung „Ein Amerikaner in Paris”, weitere Musicals und symphonischen Jazz wie der „Rhapsodie in Blue” die gesamte amerikanische Musikszene in vielen Stilrichtungen beeinflusst und mit geprägt. „Der Spiegel” sah in einer Besprechung nach der Aufführung des Films in Deutschland jedenfalls in Gershwin den Mann, „der den Jazz zur Lady gemacht hat.”<span id="more-2572"></span></p>
<p>Warner Bros. hat den Film nur acht Jahre nach dem Tod Gershwins, der 1937 im Alter von nur 39 Jahren an einem Gehirntumor verstorben war, inszenieren lassen – oft zu sentimental  und mit einem Hang zu kitschigen Passagen, doch liegen die Vorzüge des Films in erster Linie in der vorzüglich präsentierten Gershwin-Musik und der ordentlichen Darstellung zeitgenössischer Atmosphäre. Die Darstellung des Lebens von George Gershwin ist dagegen in biografischer Hinsicht eher unzuverlässig, wie auch viele musikalische Zeitgenossen nach der Uraufführung in den USA zu Protokoll gaben, aber für einen erfolgreichen Kinofilm musste eben manches „passend” gemacht werden. Und für Nichtwissende im Zuschauerraum ging es ja ohnehin vor allem um die musikalischen Aspekte.</p>
<p>****</p>
<p><em>Rhapsodie in Blau</em> (Illustrierte Filmbühne Nr. 202) mit dem Originaltitel <em>Rhapsodie in Blue</em> ist eine Warner Bros.-Biografie über das Leben des Komponisten George Gershwin aus dem Jahr 1945. Unter der Leitung von Regisseur Irvin Rapper spielenRobert Alda (als George Gershwin), Joan Leslie (als Julie Adams), Alexis Smith (als Christine Gilbert), Charles Coburn (als Dreyfus). Weitere Mitwirkende sind: Julie Bishop, Albert Bassermann, Morris Carnovsky, Al Jolson. Welturaufführung am 27. Juni 1945 in New York City, USA-Start am 22. September 1945, die deutsche Erstaufführung erfolgt am 28. April 1948. Gelaufen u. a. im Januar 1949 in der Bornheimer Schauburg.</p>
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		<title>„Die Kupferne Hochzeit” mit alten Strickmustern</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 09:05:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DAMALS IM KINO, Erich Stör (Walldorf)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zwischen den Top-Stars]]></category>
		<category><![CDATA[Komödie]]></category>

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		<description><![CDATA[(© ERICH STÖR): Es ist schon eine seltsame Sache mit dem deutschen Kino in der Nachkriegszeit. Nach einer kurzen Periode mit einigen  „Trümmer- und Problemfilmen” flimmern auch schon wieder so genannte Reprisen (also Filme aus der der Nazizeit) über die Leinwände und bei den Produzenten geht es relativ rasch im alten und gewohnten Trott mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(© ERICH STÖR): <span style="color: #800000">Es ist schon eine seltsame Sache mit dem deutschen Kino in der Nachkriegszeit. Nach einer kurzen Periode mit einigen  „Trümmer- und Problemfilmen” flimmern auch schon wieder so genannte Reprisen (also Filme aus der der Nazizeit) über die Leinwände und bei den Produzenten geht es relativ rasch im alten und gewohnten Trott mit der Zelluloid-Belichtung weiter. Trümmer werden immer weniger gezeigt, die Macher verlegen die Handlungen deshalb oft aufs Land.</span></p>
<div id="attachment_2517" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://damals-im-kino.stoer.de/files/2012/05/Kupferne-Hochzeit-Die.jpg"><img class="size-full wp-image-2517" src="http://damals-im-kino.stoer.de/files/2012/05/Kupferne-Hochzeit-Die.jpg" alt="" width="250" height="361" /></a><p class="wp-caption-text">© Filmverlag Christian Unucka</p></div>
<p>Ein Film, der sich überaus ambitioniert gibt, aber doch nur die Strickmuster und alten Klischees wiedergibt, ist der Streifen <em>Die Kupferne Hochzeit</em>, der am 15. Dezember 1948 im Luxor-Kino am Frankfurter Hauptbahnhof großspurig als Welturaufführung annonciert wird, obwohl er gleichzeitig auch in anderen Städten startet. „Sieben Jahre Ehe heiter betrachtet” – das  verspricht die freundlich-nette Werbebotschaft in der Zeitung „Frankfurter Rundschau”. Als Darsteller werden Hertha Feiler, Peter Pasetti, Sybille von Gymnich, Hans Nielsen, Hilde Classen, Bum Krüger, Albert Florath und Erich Ponto ins Rennen geschickt. Die Regie hat Heinz Rühmann übernommen, der mit seiner Comedia auch als Produzent auftritt. Drei befreundete Ehepaare, in deren Beziehungen es kriselt, treffen sich am Tag der kupfernen Hochzeit, dem verflixten 7. Jahr also, um Wege aus ihren Alltagsproblemen zu finden, was ihnen dann auch dank der Ratschläge eines inzwischen verstorbenen Lehrers gelingt.  Ganz hübsch von Rühmann in Szene gesetzt, aber auch nicht umwerfend.<span id="more-2516"></span></p>
<p>Der Frankfurter Kinozar Friedrich Wollenberg hat erst vor wenigen Monaten das Luxor als Erstaufführungskinos mit dem klaren Ziel aus den Häuserruinen gestampft, nicht nur vom Kino-Boom dieser Zeit zu profitieren, sondern auch anspruchsvolles Kino zu bieten. Doch <em>Die Kupferne Hochzeit</em> ist für Wollenbergs Anliegen eher kontraproduktiv, weil nur durchschnittliche Unterhaltungsware.</p>
<p>Das Dilemma für Kinobesitzer und Produzenten besteht darin, dass die Menschen sich nämlich – täglich immer noch Ruinen, Schutt und Asche vor Augen und mit reichlich Sorgen konfrontiert – drei Jahre nach Ende des Krieges an den „Trümmerfilmen” und anderen die Vergangenheit betreffenden Produktionen der Nachkriegszeit nicht mehr so recht erfreuen mögen. Das Publikum klammert sich längst wieder an einer Art Unterhaltung, die schon zu Ufa-Zeiten als probates Mittel eingesetzt wurde, um Sorgen und Nöte vergessen zu lassen. Unkomplizierte Unterhaltung ist wieder gefragt. Und irgendwie ist das ja auch verständlich, schließlich gilt der Mensch ja als Meister der Verdrängung&#8230;</p>
<p>***</p>
<p><em>Die kupferne Hochzeit</em> (Illustrierte Filmbühne Nr. 252) ist eine deutsche Komödie aus dem Jahr 1948 nach einem Theaterstück von Sven Rindom. Produktionsfirma ist die Comedia-Filmgesellschaft von Alf Teich und Heinz Rühmann, der auch die Regie übernommen hat. Unter seiner Anleitung spielen Hertha Feiler, Peter Pasetti (als Ehepaar Mette und Per), Sybille von Gymnich und Hans Nielsen (als Ehepaar Inge und Otto), Hilde Classen und Bum Krüger (als Ehepaar Hedwig und Georg) sowie Erich Ponto als alter Lehrer. Die Welturaufführung findet u. a. am 15. Dezember 1948 im Gloria in Berlin und im Luxor in Frankfurt am Main statt.</p>
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		<title>Juwelenschmuggel und Mord im fernen „Kalkutta”</title>
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		<pubDate>Sat, 05 May 2012 10:10:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DAMALS IM KINO, Erich Stör (Walldorf)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alan Ladd]]></category>
		<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>

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		<description><![CDATA[(© ERICH STÖR): Es ist ganz gewiss kein herausragender Abenteuerfilm, der im Winter 1948 in den Nidda-Lichtspielen in Nied zu sehen ist, aber er bringt eine Leinwand-Begegnung mit Alan Ladd in einem spannenden Schmuggel- und Fliegerdrama, das im Fernen Osten angesiedelt ist, wobei zwischen Kalkutta in Indien und Chungking in China Juwelen verschoben und illegal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(© ERICH STÖR): <span style="color: #800000">Es ist ganz gewiss kein herausragender Abenteuerfilm, der im Winter 1948 in den Nidda-Lichtspielen in Nied zu sehen ist, aber er bringt eine Leinwand-Begegnung mit Alan Ladd in einem spannenden Schmuggel- und Fliegerdrama, das im Fernen Osten angesiedelt ist, wobei zwischen Kalkutta in Indien und Chungking in China Juwelen verschoben und illegal über die Grenzen gebracht werden. </span></p>
<div id="attachment_2612" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://damals-im-kino.stoer.de/files/2012/05/KalkuttaRand.jpg"><img class="size-full wp-image-2612" src="http://damals-im-kino.stoer.de/files/2012/05/KalkuttaRand.jpg" alt="" width="250" height="367" /></a><p class="wp-caption-text">© Filmverlag Christian Unucka</p></div>
<p>Die ganze Schieberei erinnert an die Zeit vor der Währungsreform in Deutschland, doch obwohl es noch hier und da an Konsumgütern mangelt, ist die Zeit des Schwarzmarktes vorbei. Nach dem Geldumtausch von 20. Juni sind plötzlich viele Dinge in den Läden aufgetaucht, von denen der Bürger nicht einmal ansatzweise ahnt, dass sie wirklich existieren, und die von „cleveren” Geschäftemachern lange gebunkert worden sind, um möglichst schnell an das neue und stabile Geld zu kommen. Dem Filmbesucher ist es zu dieser Zeit aber fast schon egal, denn er erfreut sich an der aufregenden Exotik des Fernen Ostens und den gebotenen Abenteuern. Die Piloten Neale Gordon (Alan Ladd) und Pedro Blake (William Bendix) suchen die Mörder ihres Freundes, lassen sich dabei auch nicht durch schmerzhafte Gegenaktionen der Gangster aus der Fassung und von ihre Vorhaben abbringen. Tatsächlich gelingt es ihnen, die Drahtzieher des kriminellen Schmuggelrings zu entlarven.<span id="more-2505"></span></p>
<p>Unter solchen Umständen weiß der geschulte Besatzungszonen-Bewohner sogleich, dass es auch in den fernöstlichen Städten Kalkutta und Chungking – wie hierzulande auch –  um nichts anderes als um üble Geschäftemacherei geht. Da unterscheiden sich die Vorgänge im fernen Indien und China keineswegs von denen in Berlin, Hamburg, Frankfurt oder München in den zurückliegenden Jahren.</p>
<p>***</p>
<p><em>Kalkutta</em> (Illustrierte Filmbühne Nr. 59) mit dem Originaltitel: <em>Calcutta</em> ist ein Abenteuerfilm der Paramount aus dem Jahr 1946, der in Englisch mit deutschen Untertiteln gezeigt wird. Unter der Leitung von Regisseur John Farrow spielen Alan Ladd (Neale Gordon), Gail Russell (Virginia Moore), June Duprez (Marina Tanev), William Bendix (Pedro Blake), Lowell Gilmore (Eric Lasser) die wichtigsten Rollen. Die deutsche Erstaufführung ist im Sommer 1948, gezeigt an Weihnachten 1948 in den Nidda-Lichtspielen in Nied.</p>
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		<title>Eine neue Erfahrung mit der „Geisterkomödie”</title>
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		<pubDate>Tue, 01 May 2012 10:02:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DAMALS IM KINO, Erich Stör (Walldorf)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rex Harrison]]></category>
		<category><![CDATA[Fantasy]]></category>
		<category><![CDATA[Komödie]]></category>
		<category><![CDATA[Theaterstück]]></category>

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		<description><![CDATA[(© ERICH STÖR): Es ist eine durchaus geistvolle Komödie mit Fantasy-Charakter, die zu Weihnachten 1948 über die Leinwand der Zoo-Lichtspiele in Frankfurt flimmert. Regisseur David Lean liefert mit Geisterkomödie eine überaus witzige Arbeit ab (so empfindet es jedenfalls das Publikum), während Bühnenautor Noel Coward mit der Arbeit eher unzufrieden ist, und dem Regisseur vorwirft, sein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(© ERICH STÖR): <span style="color: #800000">Es ist eine durchaus geistvolle Komödie mit Fantasy-Charakter, die zu Weihnachten 1948 über die Leinwand der Zoo-Lichtspiele in Frankfurt flimmert. Regisseur David Lean liefert mit <em>Geisterkomödie</em> eine überaus witzige Arbeit ab (so empfindet es jedenfalls das Publikum), während Bühnenautor Noel Coward mit der Arbeit eher unzufrieden ist, und dem Regisseur vorwirft, sein Stück kaputt gemacht zu haben. </span></p>
<div id="attachment_2478" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://damals-im-kino.stoer.de/files/2012/05/Geisterkomödie.jpg"><img class="size-full wp-image-2478" src="http://damals-im-kino.stoer.de/files/2012/05/Geisterkomödie.jpg" alt="" width="250" height="367" /></a><p class="wp-caption-text">© Filmverlag Christian Unucka</p></div>
<p>Gleichwohl wird David Lean im  Verlauf seine Karriere noch Welterfolge wie „Lawrence von Arabien”, „Die Brücke am Kwai” und auch „Doktor Schiwago” drehen. Dem Publikum aber gefällt auch die <em>Geisterkomödie</em>. Das hängt sicher damit zusammen, dass solcher „schwarzer” britischer Humor hier noch weitgehend unbekannt ist und auch die allgemeine Situation in den einzelnen Besatzungszonen ja nicht gerade zu Freudensprüngen verleitet. Immerhin ist auch das Weihnachtsgeschäft trotz der im Juni erfolgten Währungsreform meilenweit hinter den Erwartungen des Einzelhandels zurückgeblieben. Unter solchen misslichen Umständen sind viele Menschen im Lande jedenfalls erst einmal froh, sich für knapp zwei Stunden auf dem Kinostuhl richtig entspannen zu können, auch wenn die eingeblendeten deutschen Untertitel einiges an Konzentration abverlangen. Für die meisten Zuschauer, die das nicht kennen, ist das Texte-Lesen am Anfang gewöhnungsbedürftig.<span id="more-2477"></span></p>
<p>Im Film geht es darum, dass dem Schriftsteller Charles Condomine (Rex Harrison) – in zweiter Ehe mit Ruth (Constance Cummings) verheiratet –, nach einer Seance mit einer gewissen Madame Arcati (Margaret Rutherford) seine Ex-Frau Elvira erscheint und ihr durch und durch unzufriedener Geist ihn und seine „Neue” zu verfolgen beginnt. Weil dem Autor dieses Berichts der weitere Verlauf des Geschehens nicht mehr recht erinnerlich ist, hilft ein Blick in die Beschreibung der „Illustrierten Filmbühne” weiter. Demnach sieht ja nur Charles Condomine den Geist, was die Sache noch verwirrender und komplizierter macht als sie ohnehin schon ist. Es ist unvermeidlich, dass Condomine es mit einer realen und einer geisterhaften Frau zu tun hat&#8230;</p>
<p>Weil die reale Ruth bald ebenfalls ums Leben kommt und zum Geist mutiert, hat es der Schriftsteller mit zwei Verblichenen zu tun; aber nicht besonders lange: Die Ex-Frauen manipulieren sein Auto und er gesellt sich nach einem schweren Unfall als dritter im Bunde der Geister zu seinen Ex-Frauen&#8230;</p>
<p>***</p>
<p><em>Geisterkomödie</em> (Illustrierte Filmbühne Nr. 171) mit dem Originaltitel <em>Blithe Spirit</em> ist eine Verfilmung aus Großbritannien aus dem Jahr 1944. David Lean führt in dem auf einem Bühnenstück von Noël Coward beruhenden Film Regie und verlässt sich auf die Darsteller Rex Harrison (als Charles Condomine), Constance Cummings (als Ruth Condomine), Kay Hammond (Elvira), Margaret Rutherford (Madame Arcati). Coward ist auch Produzent des Streifens. Der Film erhält 1947 einen Oscar für die Spezialeffekte. Sechs Tage nach der deutschen Kapitulation wird der Film am 14. Mai 1945 in London uraufgeführt. Die deutsche Erstaufführung ist am 6. März 1946 (Originalsprache mit deutschen Untertiteln). Zu sehen Ende Dezember 1948 in den Zoo-Lichtspielen in Frankfurt.</p>
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		<title>Bei „Martin Roumagnac” muss niemand frieren</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Apr 2012 09:25:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DAMALS IM KINO, Erich Stör (Walldorf)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jean Gabin]]></category>
		<category><![CDATA[Marlene Dietrich]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Melodram]]></category>

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		<description><![CDATA[(© ERICH STÖR): Die Hansa-Lichtspiele in der Friedrich Ebert-Straße, wie die alte Kaiserstraße nach dem Krieg von 1947 bis zum 12. Mai 1955 in Frankfurt am Main offiziell bezeichnet wird  &#8211; eine Umbenennung, die der Neuordnung nach dem Krieg geschuldet ist, in der Bevölkerung aber wenig beliebt ist –, machen 1948 in einer Werbeanzeige darauf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(© ERICH STÖR): <span style="color: #800000">Die Hansa-Lichtspiele in der Friedrich Ebert-Straße, wie die alte Kaiserstraße nach dem Krieg von 1947 bis zum 12. Mai 1955 in Frankfurt am Main offiziell bezeichnet wird  &#8211; eine Umbenennung, die der Neuordnung nach dem Krieg geschuldet ist, in der Bevölkerung aber wenig beliebt ist –, machen 1948 in einer Werbeanzeige darauf aufmerksam, dass „das Theater gut geheizt” ist, eine keineswegs absurde Einlassung der Kinobesitzer.</span></p>
<div id="attachment_2397" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://damals-im-kino.stoer.de/files/2012/04/Martin-Roumanac.jpg"><img class="size-full wp-image-2397" src="http://damals-im-kino.stoer.de/files/2012/04/Martin-Roumanac.jpg" alt="" width="250" height="339" /></a><p class="wp-caption-text">© Filmverlag Christian Unucka</p></div>
<p>Der wertvolle Hinweis auf ein warmes Plätzchen ist der Tatsache geschuldet, dass die Winter der Nachkriegsjahre bitterkalt waren in Frankfurt am Main und Heizmaterial trotz der bereits durchgeführten Währungsreform noch immer Mangelware ist. Außerdem steht Weihnachten vor der Tür. Gezeigt wird an den Feiertagen der Spielfilm <em>Martin Roumagnac.</em> Die Hauptdarsteller in dem vielschichtigen Melodram sind Marlene Dietrich und Jean Gabin. In den Tageszeitungen wird berichtet, Jean Gabin habe nach sieben Jahren Abwesenheit – er war vorübergehend (relativ erfolglos) in Hollywood und danach in der französischen Armee tätig – erstmals wieder einen Film in seinem Heimatland Frankreich gedreht, Marlene Dietrich dagegen steht nach dem Kriegsende erstmals wieder in Europa vor der Kamera. Es ist also durchaus eine filmische Attraktion.<span id="more-2396"></span></p>
<p>Über die Handlung des Films bleibt in der Erinnerung allerdings nicht viel übrig. Nur soviel: Der aus kleinen Verhältnissen” hoch gekommene Bauunternehmer Martin Roumagnac (Jean Gabin) und die zwischen ihm und einem Konsul namens De Laubry (Marcel Herrand) schwankende Blanche Ferrand (Dietrich) vernichten sich sich gegenseitig. Im Mittelpunkt stehen (natürlich) Liebe, Leidenschaft und Mord. Roumagnac erwürgt seine Geliebte in einem Anfall grenzenloser, aber unbegründeter Eifersucht. Nachdem er vom Gericht mangels Beweises freigesprochen worden ist, erkennt er (zu spät), dass seine Eifersucht völlig unbegründet war und er Blanche Unrecht getan hat. Von Reue und Verzweiflung geplagt, präsentiert sich Roumagnac einem rachsüchtigem Verehrer von Blanche als Zielscheibe für einen selbstmörderischen Todesschuss.</p>
<p>***</p>
<p><em>Martin Roumagnac</em> (Illustrierte Filmbühne Nr. 263, Filmpost Büdingen Nr. 229) heisst im Original ebenfalls <em>Martin Roumagnac</em> und wird sowohl als Liebesfilm wie auch als Melodram klassifiziert. Bei dem nach einer literarischen Vorlage von Pierre-René Wolf 1946 gedrehten Film führt Georges Lacombe, der auch am Drehbuch mitschreibt, die Regie. In den wichtigsten Rollen sind Jean Gabin (als Bauunternehmer Martin Roumagnac), Marlene Dietrich (als Blanche Ferrand), Marcel Herrand (als Konsul M. de Laubry) und Daniel Gélin (als Blanches Verehrer) zu sehen. Die deutsche Stimme von Marlene Dietrich gehört Kirsten Heiberg, die Rolle von Jean Gabin spricht Wolfgang Engels. Uraufführung in Paris am 18. Dezember 1946, deutsche Erstaufführung im Januar 1947, gespielt an Weihnachten 1948 in den Hansa-Lichtspielen in Frankfurt am Main</p>
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		<title>Drei Männer verlassen die „Wege im Zwielicht</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Apr 2012 14:34:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DAMALS IM KINO, Erich Stör (Walldorf)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zwischen den Top-Stars]]></category>
		<category><![CDATA[Melodram]]></category>
		<category><![CDATA[Nachkrieg]]></category>

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		<description><![CDATA[(© ERICH STÖR): Die überaus schwierige Nachkriegszeit mit ihren vielfältigen wirtschaftlichen Problemen ist in den alliierten Besatzungszonen ein Nährboden für harte und weiche Kriminalität. Schwarzhändler, Schieber und Nepper haben Hochkonjunktur, wie sich auch an der Tatsache ablesen lässt, dass die deutsche Polizei im April 1948 an der belgischen Grenze einen international agierenden Schmugglerring aushebt. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(© ERICH STÖR): <span style="color: #800000">Die überaus schwierige Nachkriegszeit mit ihren vielfältigen wirtschaftlichen Problemen ist in den alliierten Besatzungszonen ein Nährboden für harte und weiche Kriminalität. Schwarzhändler, Schieber und Nepper haben Hochkonjunktur, wie sich auch an der Tatsache ablesen lässt, dass die deutsche Polizei im April 1948 an der belgischen Grenze einen international agierenden Schmugglerring aushebt.</span></p>
<div id="attachment_2316" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://damals-im-kino.stoer.de/files/2012/04/Wege-im-Zwielicht.jpg"><img class="size-full wp-image-2316" src="http://damals-im-kino.stoer.de/files/2012/04/Wege-im-Zwielicht.jpg" alt="" width="250" height="389" /></a><p class="wp-caption-text">© Filmverlag Christian Unucka</p></div>
<p>Die Kriminalität und ihre Folgen spielen auch in vielen deutschen Filmen eine zentrale Rolle. Als am 9. April 1948 <em>Wege im Zwielicht</em> uraufgeführt wird, liegt noch vieles im Argen. Immerhin aber ist auch die Zeit der so genannten „Trümmerfilme” schon wieder vorbei, die Themen Nazi-Diktatur, Vernichtung und Krieg rücken in den Hintergrund, nun blicken die Filmemacher – gewiss durchaus dem Zeitgeist entsprechend –, verstärkt auf den Wiederaufbau des zerstörten Landes und tun dabei so, als sei die Zukunft des Landes und seiner Bewohner ein echtes Anliegen für sie. Dabei geht es oft genug aber nur um reißerische Kolportage. Die Handlung um drei junge Männer, die in Hannover nicht nur unter lichtscheues Gesindel, sondern in kriminelles Zwielicht und in Mordverdacht geraten, und erst durch einen resoluten Bürgermeister bei einem Brückenbau auf dem Land ihre persönlichen Perspektiven entdecken, ist so ein Beispiel. Die schlichte Botschaft lautet, sich nicht auf dunkle Geschäfte einzulassen, sondern lieber beim Wiederaufbau des Landes mitzuhelfen – wobei der Zeigefinger allerdings zu deutlich erhoben wird. Für unsere Kino-Clique, die sich den Film ansieht, bleibt das Ganze jedenfalls ohne nachhaltige Wirkung. Man spürt die Absicht, und ist verstimmt.<span id="more-2315"></span></p>
<p>Vielleicht aus diesem Grund kommt der von Robert A. Stemmle geschriebene und von Gustav Fröhlich inszenierte Film nicht so recht beim Publikum an, vor allem, weil zuviel Symbolik den Spaß verdirbt und die moralischen Aspekte über Gebühr strapaziert werden. Unter solchen Umständen kann auch die eingewobene Liebesgeschichte kaum noch etwas bessern.</p>
<p>Was den Wiederaufbau Deutschlands und Europas betrifft, wird die Karre ohnehin ganz woanders angeschoben, nicht von den deutschen Filmproduzenten. So unterzeichnet US-Präsident Harry S. Truman just in diesen Apriltagen in Washington das Gesetz über den Marshall-Plan, der rund fünf Milliarden US-Dollar als Wirtschaftshilfe in verschiedene europäische Staaten katapultiert und die Gründung vieler kapitalistischer Unternehmen und Betriebe hierzulande erst ermöglicht. Bei solch gigantischer Summe spielen die drei Helfer aus dem Film beim Bau einer kleinen Brücke ohnehin nur eine winzige ideologische Rolle.</p>
<p>***</p>
<p><em>Wege im Zwielicht</em> (Illustrierte Filmbühne Nr. 218) ist ein deutsches Gegenwartsdrama aus dem Jahr 1948. Regie führt Gustav Fröhlich. Fröhlich spielt auch die Rolle von Bürgermeister Otto Lukas. Mit von der Partie sind noch Johanna Lepski als Edith Siems), Sonja Ziemann (als Lissy Stenzel), Benno Sterzenbach  (als Stefan Kolb) Gert Schaefer (als Peter Wille), Alfred Laufhütte ( als Sepp Lauterjung). In winzigen Rollen und ohne Namensnennung sind auch Hanns Lothar und Wolfgang Völz zu sehen. Die deutsche Erstaufführung ist am 9. April 1948; gezeigt in den Harmonie-Lichtspielen 1948.</p>
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