Liebe auf Eis

Illustrierte Filmbühne Nr. 793 (E. S.) – Weihnachten 1951 gastiert in Halle 6 A des Messegeländes in Frankfurt die amerikanische Eisrevue „Holiday on Ice”. Die farbige Show stattet ihren ersten Besuch in Deutschland ab. Die Eintrittskarten kosten zwischen 1,50 und 7,50 DM. Dafür werden dem Besucher jedoch weit über 20 verschiedene Unterhaltungsnummern gezeigt, insgesamt sind rund 140 Mitwirkende im Einsatz. So etwas lockt an, doch auch der vor kurzem aufgeführte Film Liebe auf Eis hat manche Menschen neugierig gemacht.

Liebe auf EisDie Geschichte hat vor allem mit Eishockey und Skispringen zu tun. Schon der Text in der „Illustrierten Filmbühne” klingt wie Musik in den Ohren. „Spiegelglattes Eis” so heisst es da, „blitzende Schlittschuhe, der von den Schlägern in rasender Fahrt über das Eis gejagte Puck, in der Wucht des Angriffs zusammenkrachende Männerkörper, schwer gepanzerte Torhüter, Rundfunkreporter, Journalisten, Bildberichterstatter, schöne Frauen und die auf den Rängen der Tribünen tobende Menschenmassen – und über allem die strahlende Wintersonne des bergumsäumten Werdenfelder Landes.“ Mit diesen wohlfeilen Sätzen wird ein Bild von Winter rund um Garmisch-Partenkirchen gemalt, bei dem die Farben vielleicht ein bisschen dick aufgetragen sind, aber doch anregend wirkt.

Im Film ist der Wintersport mit allen seinen Facetten allerdings nur Staffage für eine nette, herzige Liebesgeschichte zwischen der jungen Fotoreporterin Angelika Langhoff (Margot Hielscher) und ihren drei Verehrern, dem Eishockey-Crack Toni Staudner (Kurt Meisel), dem Sport-Fotoreporter Kurt Frischauf (Kurt Waitzmann) und dem Skispringer Birger Sörensen (Friedrich Schönfelder).

Wie nicht anders zu erwarten, sind komplizierte Verwicklungen unausweichlich, aber am Ende werden natürlich Angelika und Toni nach zahlreichen Missverständnissen doch ein glückliches Paar. Ende gut, alles gut! – und ein schöner „Holiday on Ice”-Besuch ist für Wintersport-Fans fast die zwangsläufige Folge.

Daten zum Film

Liebe auf Eis, auch als Männer um Angelika gezeigt, ist ein Liebes- und Sportfilm aus dem Jahr 1950. Produziert von der HMK – die Buchstaben stehen für Margot Hielscher und Kurt Meisel – spielen unter der Spielleitung von Kurt Meisel die Darsteller Margot Hielscher, (als Fotoreporterin Angelika Langhoff), Kurt Meisel (als Eishockey-Star Toni Staudner), Friedrich Schönfelder (als Skispringer Birger Sörensen) und Kurt Frischauf (als Fotoreporter Kurt Waitzmann). Außerdem sind Hubert von Meyerinck, Hannelore Bollmann, Gunther Philipp, Heinz Ehrhardt und Charlotte Witthauer mit von der Partie.

Die deutsche Erstaufführung ist am 4. August 1950; vom Autor gesehen in einer Nachtvorstellung im Januar 1951 im Astra (Sulzbacher Straße) im Frankfurter Gallus-Viertel.