Insel der zornigen Götter

Das Neue Filmprogramm (E. S.) – Die Darbietung des Films Insel der zornigen Götter ist nicht besonders aufregend, der Inhalt eher schlicht. Der französische Abenteurer André Laurence (Louis Jourdan) heiratet in Polynesien die Häuptlingstochter Kalua (Debra Paget), was unter den Eingeboren nicht nur viel Unruhe auslöst, sondern die zornigen Götter wohl auch zu einem Vulkanausbruch veranlasst. 

Insel-der-zornigen-GötterDas ist beängstigend, aber für den Ablauf der Handlung auch bitter nötig, denn bis dahin zieht sich der melodramatische Konflikt nur träge über die Leinwand. Doch als das Spucken des Berges einsetzt, werden die Inselbewohner nicht nur in tiefen Schrecken versetzt, sie erwägen auch, die gerade frisch verheiratete Kalua zu opfern, um die Götter zu besänftigen. Dieser Vorgang ist allerdings nur Staffage für das eigentliche Ziel des Films, nämlich immer wieder romantische Bilder der Südsee mit passenden und einlullenden Melodien zu präsentieren. Weil das Melodram außerdem in prächtigen Technicolor-Farben feilgeboten wird, wird die eher einfältig-exotische Handlung vom Publikum auch goutiert. Auch die Werbung zielt darauf ab. In einer Kinoanzeige der Tageszeitung „Frankfurter Rundschau“ (FR) heisst es am Tag der Frankfurter Erstaufführung: „Eine Erzählung aus dem traumschönen Paradies der Südsee mit noch nie gezeigten Bildern von einem Vulkanausbruch.“ Dabei sind Vulkanausbrüche nicht unbedingt dazu geeignet, positive Stimmung zu verbreiten. Wenige Wochen vor der Premiere des Films in den USA ist zum Beispiel am 17. Januar 1951 der bis zu diesem Zeitpunkt noch unbekannte „Lamington“ in Papua-Neuguinea ausgebrochen  und hat fast 3000 Menschen in den Tod gerissen.

Auch der Kritiker der FR sieht am nächsten Tag in dem Dargebotenen ein „bisschen viel Theater für eine so paradiesische Landschaft, beklagt deshalb auch, dass sich der Drehbuchautor und Regisseur Delmer Daves wohl nicht ganz darüber im Klaren war, „ob er einen Spielfilm oder einen folkloristisch-sittenkundlichen Documentary-Streifen liefern wollte. So wurde es weder Fisch noch Fleisch: (trotz) flimmernder Meeresbläue und einem Ballett schwarzhaariger Eingeborenmädchen.“

Daten zum Film

Insel der zornigen Götter (Das Neue Filmprogramm ohne Nummer – eine Illustrierte Filmbühne ist nicht erschienen) heisst im Original Bird of Paradise und beruht auf einer Erzählung von Richard Walton. Delmer Daves ist nicht nur Produzent des 102 Minuten langen Filmes, sondern schreibt auch das Drehbuch und führt Regie. In dem 1951 entstandenen Abenteuer-Streifen der 20th Century Fox spielen Louis Jourdan (als Abenteurer André Laurence), Jeff Chandler (als Tenga) und Debra Paget (als Häuptlingstochter Kalua) die Hauptrollen. Weitere Mitwirkende sind Maurice Schwartz, Everett Sloane und Jack Elam. Kameramann ist Winton C. Hoch, die Musik stammt von Daniele Amfitheatrof.

Premiere am 14. März 1951 in den USA, deutsche Erstaufführung am 5. Oktober 1951, in Frankfurt am 21. Dezember 1951 als Weihnachtsprogramm im Luxor gestartet.