Inspektor Goddard

Illustrierte Filmbühne Nr. 1137 (E. S.) – Wieder einmal ein Besuch im Roxy in der Innenstadt von Frankfurt am Main. Geschuldet ist dies dem Hauptdarsteller Alan Ladd, der sich diesmal als Inspektor Goddard von der Kriminalabteilung der US-Bundespost auf Verbrecherjagd begibt.

Alan Ladd ist mit seiner unterkühlten und lässigen Art ein beliebter Darsteller in Kriminal-, Abenteuer- und Acitionsfilmen dieser Jahre. Seine trockene und zugleich nonchalante Art machen ihn bei den Jugendlichen besonders beliebt. Und viele amerikanische Kriminalfilme dieser Zeit haben halbdokumentarischen Charakter, der das jugendliche Publikum ebenfalls anspricht. Diese Streifen orientieren sich meist an der Tätigkeit der Sicherheitsorgane großer US-Institutionen wie etwa des Schatzamtes oder – in diesem gezeigten Fall – der US-Post. Ähnliche Filme dieser Art sind „Der Todeskuss”, „Straße ohne Namen”, „Polizeirevier 21” oder „Geheimagent T”, um nur einige zu benennen. Auch Inspektor Goddard reiht sich hier ein und versucht ein realistisches Bild von der Arbeit der Beamten im Kampf gegen das Verbrechen zu zeichnen. In diesem Fall geht es um einen geplanten Raub von einer Million Dollar. Einer der Sicherheitsleute ist bereits ermordet worden, also schleicht sich Goddard in die Bande hinein, um als Undercover-Agent den großen Coup zu vereiteln.

Insofern läuft das Ganze in ziemlich eingefahrenen Geleisen, aber trotz der Ernsthaftigkeit des Themas ist doch ein ganz thrillerhafter Reißer daraus geworden, wobei nicht ausgeschlossen werden kann, dass die US-Post hier mit finanziellem Zuschuss auch in eigener Sache wirbt. Das ist nicht unüblich und auch das FBI hat zum Beispiel bei der Finanzierung des Films „Straße ohne Namen” geholfen.

Wie üblich gibt es bei Inspektor Goddard natürlich die raubeinigen Zusammenstöße zwischen den Guten und den Bösen und die Gefahren eines solchen Einsatzes sind stetes präsent. Der Gangsterboss gibt sich dabei smart und könnte im feinen Zwirn durchaus auch eine gute Figur in besseren gesellschaftlichen Kreisen abgeben.

Phyllis Calvert – aus vielen britischen Filmen in der Nachkriegszeit in Deutschland bekannt geworden – ist als Nonne Augustine eine ansprechende Partnerin für den smarten Inspektor. Unter diesen Umständen geniesst das Publikum die eineinhalb Stunden im Roxy mit großen Wohlwollen.

Daten zum Film

Inspektor Goddard (Illustrierte Filmbühne Nr. 1137) hat den
Originaltitel Appointment with Danger oder United States Post und ist ein Polizei- und Kriminalfilm der Paramount aus dem Jahr 1950. In dem 89 Minuten langen Film spielen unter der Regie von Lewis Allen die Darsteller Alan Ladd (als Inspektor Al Goddard), Paul Stewart (als Earl Boettiger) Phyllis Calvert (als Nonne Augustine) und Jan Sterling (als Dodie) die Hauptrollen. Weiter dabei sind David Wolfe und Jack Webb. Das Drehbuch ist von Richard L. Breen und Warren Duff verfasst, an der Kemera steht John Seitz, die Musik komponiert Victor Young. Deutsche Synchronsprecher nicht bekannt. – Erstaufführung für die USA am 9. Mai 1051 in New York City, am 11. Juni 1951 in der Bundesrepublik Deutschalnd. In Frankfurt am Main ist die Premiere am 20. Juli 1951 im Roxy.