Die Frau meiner Träume

Illustrierte Filmbühne Nr. 186  (E. S.) – Ende August 1948 ist in den Frankfurter Stadtteil-Kinos Apollo (Bornheim), Central (Griesheim), Ton (Rödelheim), Römer (Praunheim) der Film Die Frau meiner Träume zu sehen. Es ist einer jener Streifen, die noch in der Nazi-Zeit produziert und uraufgeführt worden sind, wegen ihrer inhaltlichen „Unbedenklichkeit” aber bald nach Ende des Zweiten Weltkrieges recht schnell von den Besatzungsbehörden als so genannte „Reprise“ wieder zur Vorführung freigegeben werden.

Frau meiner TräumeOhnehin haben ja die meisten Deutschen den Film nach seiner Premiere am 25. August 1944 im Berliner „Marmorhaus“ und im „Germania“ in der Frankfurter Allee nicht mehr zu sehen bekommen. Die Endphase des Krieges lässt das gar nicht zu. Viele Männer sind noch an der Front, viele Frauen mit ihren Kindern evakuiert oder immer wieder neuen Fliegerangriffen ausgesetzt, unvermittelt aufheulende Sirenen, Versorgungsprobleme überall: da steht nur noch wenigen Menschen der Sinn nach Film-Unterhaltung dieser Art. Das ändert sich aber nach der Kapitulation schnell, denn trotz der immer noch sehr schwierigen Zeiten scheint Spaß ein probates Mittel gegen die vielfältigen, alltäglichen Sorgen zu sein.

Vor allem die zündenden Schlager von Franz Grothe haben es den Menschen angetan, sie werden auch immer häufiger im Rundfunk gespielt, der Titel „In der Nacht ist der Mensch nicht gern alleine” wird zum echten Gassenhauer, aber auch die Schlager „Mach’ dir nichts daraus” oder „Alles ist noch wie ein Traum für mich” sind in aller Ohren. Die Handlung des Films ist gleichwohl eher schlicht.

Der Revuestar Julia Köster (Marika Rökk) ist völlig überarbeitet, flieht in den wohlverdienten Urlaub und steigt unterwegs irrtümlich aus dem auf freier Strecke anhaltenden Zug. In einem nahegelegenen, einsamen Blockhaus findet sie Unterschlupf bei den Bauingenieuren Peter Groll (Wolfgang Lukschy) und Erwin Forster (Walter Müller). Julia und Peter verlieben sich schnell ineinander, doch als Peter erfährt, dass sie keine einfache Hausfrau, sondern eine Unterhaltungskünstlerin ist, will er nichts mehr mit ihr zu tun haben, steckt er doch in dieser Hinsicht voller Vorurteile.

Doch natürlich springt er – das Finale naht mit Riesenschritten  – über seinen Schatten und sitzt am Premierenabend strahlend in der Vorstellung. Auch in diesem Film gilt wie so oft in diesem leichten Genre: Ende gut, alles gut…

Daten zum Film

Die Frau meiner Träume (Illustrierte Filmbühne Nr. 186) ist ein deutscher Ufa-Musikfilm aus dem Jahr 1943/44 in Agfacolor. Das Drehbuch schreiben Johann Vaszary und Georg Jacoby, der Ehemann von Marika Rökk. Jakoby führt auch die Regie. Als Darsteller agieren Marika Rökk (als Revuestar Julia Köster), Grethe Weiser (als Julia Kösters Zofe Luise), Valentin Froman (als Solotänzer), Wolfgang Lukschy (als Oberingenieur Peter Groll), Walter Müller (als Ingenieur Erwin Forster). Die Musik stammt von Franz Grothe. – Erstaufführung ist am 25. August 1944 in den Berliner Kinos Marmorhaus und Germania in der Frankfurter Allee. – In Frankfurt ab 27. August 1948 zu sehen im Central in Griesheim, im Apollo in Bornheim, im Römer in Praunheim und in den Ton-Lichtspielen in Rödelheim.