Mädchen im Rampenlicht

Illustrierte Filmbühne Nr. 8  (E. S.) – 1947 kommt ein amerikanischer Revue-und Musikfilm in die deutschen Kinos, der persönliche Geschichten rund um die berühmten und legendären „Ziegfield Follies” erzählt. Ziegfeld selbst taucht nicht auf in dem Streifen – im Blickpunkt stehen vor allem die weiblichen Stars Judy Garland, Hedy Lamarr und Lana Turner; James Stewart ist in einer Nebenrolle zu sehen.

Mädchen im RampenlichtDer Film läuft dann in Frankfurt irgendwann auch im Lichtspiel-Theater von Herrn Gustav Kilian in der Wallstraße 22 in Sachsenhausen und der Zeitzeuge Erich S. berichtet, auf welch eher eigenartige Weise er den Film Mädchen im Rampenlicht – und das sogar ohne jedes Billett – gleich mehrmals, aber nur in kleinen Häppchen zu sehen bekommt.

„Die Kopien waren sehr knapp und so mussten sich meistens zwei Kinos, die ziemlich dicht beieinander lagen, eine Wochenschau teilen. In Sachsenhausen waren das die Harmonie und das Wall-Kino. Mehrmals am Tag musste also die Kopie von dem einen in das andere Kino geschleppt werden. Und so wurden dann auch die Anfangszeiten so aufeinander abgestimmt, so dass das irgendwie immer klappte. Dabei gab es für uns kleine Botenjungen oft Gelegenheit, Teile des Hauptfilms zu sehen. So richtig komplett aber nie. Das spielte aber auch keine so große Rolle, denn es interessierte uns nicht so sehr die Handlung als vielmehr ein Blick auf Judy Garland, Hedy Lamarr und Lana Turner.”

Bei Mädchen im Rampenlicht geht es dabei nicht so sehr um den Gründer Florenz Ziegfeld wie zum Beispiel in dem Film Der große Ziegfeld, sondern um einige der Tänzerinnen aus der weltberühmten Show der Zwanziger Jahre. Glamour heisst dabei das Zauberwort und die Story erzählt von den ganz unterschiedlichen Lebenswegen von Ziegfeld Girls in der prickelnden Atmosphäre des Broadway in New York und anderer Bühnen der Welt.

Die drei Protagonistinnen stehen in ihren Rollen stellvertretend für die Schicksale von Frauen, die bei den Follies mitwirken. Einige werden große Stars, andere heiraten gut situierte Männer und werden Hausfrauen, immerhin ein Drittel aber scheitert am verführerischen Glanz des Showgeschäftes. Susan Gallagher (Judy Garland) symbolisiert dabei die Erfolgreiche, Sandra Kolter (Hedy Lamarr) steht für all jene, die Ehefrauen eines erfolgreichen Mannes werden, Sheila Reagan (Lana Turner) indessen zeichnet das Bild der Gescheiterten.

Sie selbst verfällt dem Alkohol und wird nahc einem trunkenen Auftritt entlassen, es geht immer weiter abwärts mit ihr und schließlich endet ihre Laufbahn mit einem frühen Tod. So gesehen ist Mädchen im Rampenlicht nicht nur ein Musik- und Revuefilm, sondern hat auch melodramatische Züge.

Daten zum Film

Mädchen im Rampenlicht (Illustrierte Filmbühne Nr. 8 – zuvor auch Nr. 8 des dritten Jahrgangs) ist ein Musik- und Revuefilm der Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) aus dem dem Jahr 1941, produziert von Sandro S. Berman. Die Regie hatte Robert Z. Leonard, die Musik komponierte Herbert Stothart. Die wichtigsten Hauptdarsteller sind Judy Garland (Susan Gallagher), Hedy Lamarr (Sandra Kolter), Lana Turner (Sheila Reagan) und James Stewart (Gilbert Young), Tony Martin (Frank Merton). Die deutschen Stimmen kommen von Karin Hardt (Judy Garland), Else Bernhardt (Hedy Lamarr), Hildegard Knef (Lana Turner), O. E. Hasse (James Stewart). –  Uraufführung am 25. April 1941 in den USA, deutsche Erstaufführung am 1. April 1947, vom Autor etwas später gesehen in den Wall-Lichtspielen in Frankfurt-Sachsenhausen.