Die Hölle von Oklahoma

Illustrierte Filmbühne Nr. 843 (E. S.) – Es ist ein einfacher Wildwest-Film, der am 14. September 1951 in der Scala in Frankfurt anläuft. Er ist nicht psychologisch überladen wie viele andere des Genres, aber in seiner Schlichtheit ein typisches Produkt der Republic Pictures, die auf solche Unterhaltungskost spezialisiert ist, wobei die simple Machart ja nicht immer nur Schlechtes hervorbringen muss.

Hölle von OklahomaIn dem Film geht es um die sehr ertragreichen Ölquellen im Indianergebiet, wobei sich zwei gegensätzliche Männertypen im heftigen Streit gegenüber stehen. Das schwarze Gold steht schließlich für Macht (und damit natürlich vor allem Geld). Das alles ist ja nicht nur ein Filmthema. Just an dem Tag, als in Frankfurt der Streifen erstmals gezeigt wird, hat der britische Premierminister Clement Attlee in der Nähe von Fawley bei Southampton die größte Ölraffinerie Europas eröffnet. Nach offiziellen Angaben der Regierung spart Großbritannien damit immerhin Devisen im Wert von jährlich 100 Millionen Pfund ein (damals sind das satte 1,25 Milliarden DM) und ersetzt zu rund einem Drittel die bisherigen Lieferungen aus dem iranischen Erdölzentrums Abadan. Öl ist ein großes Politikum in einer Zeit, in der durch den Wiederaufbau und die stärker werdende Motorisierung erhebliches Energiepotenzial benötigt wird. Auch in dem Western geht es um das Thema Öl, Öl, Öl! Daneben kämpfen die zwei Männer nicht nur um die Macht, sondern – wer hätte das nicht vermutet? –  um die Zuneigung einer jungen Frau.

Es versteht sich fast von selbst, dass Dan Somers (John Wayne) – selbst auch kein gänzlich  unbeschriebenes Blatt – gegen den skrupellosen und intriganten Ölmagnaten Jim Gardner (Albert Dekker) schließlich obsiegt und zudem das Herz der Lehrerin Catherine Allen (Marta Scott) für sich gewinnt, obwohl sie sich in der brutal männlichen Welt der Männer zunächst nicht wohl fühlt. Selbst als bekannt wird, dass sie ein Buch geschrieben hat, wird ihr von den Raubeinen attestiert, dass sie deswegen noch lange keine Ahnung „vom wirklichen Leben“ hat.

Handwerklich sauber gemacht

Der amerikanische Originaltitel In old Oklahoma ist treffender, aber hierzulande müssen die Verleiher bekanntlich alles ein wenig übertreiben und dramatisieren. Und so wird dem „alten Oklahoma“ gleich mal die „Hölle“ untergeschoben. So höllisch schlimm wird es dann aber erfreulicherweise im Film doch nicht. Überraschend für die meisten Besucher wird das Thema in sauberem Stil und mit witzigen, flotten  Dialogen auf die Leinwand gebracht. Insofern ist die Schlichtheit des Films ein großer Gewinn, werden in ihm doch alle handwerklichen Elemente eines guten Westerns zusammengebracht. Vor allem die Bilder des Kameramannes Jack Marta gefallen.

Daten zum Film

Die Hölle von Oklahoma (Illustrierte Filmbühne Nr. 843) mit dem Originaltitel In old Oklahoma ist ein Western der Republik Pictures aus dem Jahr 1943 nach einem Roman von Thomas Burtis im deutschen Verleih von Gloria und Löwen. In dem etwa 100 Minuten langen Streifen spielen unter der Regie von Albert S. Rogell die Hauptdarsteller John Wayne (als Dan Somers), Martha Scott (als Catherine Allen) und Albert Dekker (als Jim Gardner). Weitere Mitwirkende sind George „Gaby“ Hayes, Marjorie Rambeau, Paul Fix und Grant Withers. – Die deutsche Stimme von John Wayne gehört zu Wolfgang Lukschy.

Erstaufführung in den USA am 6. Dezember 1943, deutsche Premiere am 25. August 1950. In Frankfurt ist der Film am 14. September 1951 in der Scala angelaufen.