Ich war eine männliche Kriegsbraut

Illustrierte Filmbühne Nr. 695 (E. S.) – Als der Centfox-Film Ich war eine männliche Kriegsbraut am 21. April 1950 im „Metro im Schwan“ in Frankfurt Premiere hat, will ich unbedingt dabei sein. Immerhin ist die groteske Roadmovie-Groteske in den Regionen Rhein-Neckar und Rhein-Main gedreht worden. Grund genug, sich schon am ersten Tag ins Kino zu setzen.

Mänliche KriegsbrautDie Außenaufnahmen sind von Regisseur Howard Hawks und seinen Mitarbeitern  auf dem Neckar bei Heidelberg , im nördlichen Kraichgau sowie auch in Schwetzingen, Mannheim und Frankfurt am Main aufgenommen worden. Weil ich die Dreharbeiten aufgrund einer Abwesenheit verpasse, – sonst bin ich möglichst immer dabei, wenn in Frankfurt Filmaufnahmen gemacht werden –, will ich nun doch im Kino einen Blick auf die Stadt werfen, werde aber enttäuscht, weil die einzelnen Schauplätze kaum zu erkennen sind. Die Frankfurter Szene ist nur kurz und unauffällig und selbst für Alteingesessene kaum wahrnehmbar. Immerhin entschädigt der Film dann für dieses entgangene Vergnügen. Es ist eine witzige übermütige Parodie auf den Bürokratismus beim amerikanischen Militär geworden. Am eigenen Leib erfahren hat dies der französische Offizier Henri Rochard, der nach seiner Einreise in die Vereinigten Staaten und nach seiner Heirat seine kuriosen Erlebnisse mit der Militärbürokratie aufgeschrieben hat.

Die Geschichte ist eigentlich simpel. Rochard (Cary Grant) hat sich im Nachkriegsdeutschland in Leutnant Catherine Gates (Ann Sheridan), eine Angehörige des amerikanischen weiblichen Armeekorps, verliebt, heiratet sie und will mit ihr in die USA reisen. Doch so einfach ist das nicht. Das Ehepaar muss diverse Schwierigkeiten samt Papierkrieg überwinden.

Zwar ist es ausländischen Eheleuten durchaus erlaubt, in die USA einzureisen,  doch ist dieses Gesetz ganz offensichtlich höchst unvollkommen. Wenn männliche US-Armeeangehörige Ehefrauen in die USA mitbringen, geht das jedenfalls ziemlich komplikationslos. Für den umgekehrten Fall gibt es offensichtlich keine Richtlinien.

Die „männliche Kriegsbraut” Henri Rochard verkleidet sich also als Frau, was bei der Überfahrt zu zahlreichen Komplikationen führt. Gleichwohl ist der Film keine der üblichen billigen Verkleidungsklamotten, sondern mit Witz und Ironie erzählt, was vor allem Cary Grant zu verdanken ist, dem von Howard Hawks weitgehend freie Hand bei der Darstellung (und auch bei einigen Dialogen) gegeben wird. Auf diese Weise ist eine der hübschesten Nachkriegskomödien entstanden, die ihren Reiz für deutsche Zuschauer auch aus den einheimischen Schauplätzen bezieht.

Daten zum Film

Ich war eine männliche Kriegsbraut (Illustrierte Filmbühne Nr. 695) mit dem Originaltitel I was a Male war Bride ist ein roadmovie-ähnliche Komödie der 20th Century Fox (Produzent: Sol. C. Siegel) aus dem Jahr 1948/49 nach einem persönlichen Erlebnisbericht von Henri Rochard. Unter der Regie von Howard Hawks spielen Cary Grant (als französischer Offizier Henri Rochard) und Ann Sheridan (als weiblicher US-Leutnant Catherine Gates) die Hauptrollen. Marion Marshall, Randy Stuart, William Neff sind weitere Mitwirkende. Die deutschen Stimmen der Hauptdarsteller kommen von Tina Eilers (Ann Sheridan) und Curt Ackermann (Cary Grant).

Die Erstaufführungen sind am  19. August 1949 in den USA, am 1. Dezember 1949 in Deutschland (als „Vorpremiere” in Heidelberg), am 17. März bundesweit; am 21. April in Frankfurt im Metro im Schwan.