Meine Herren Söhne

Das Neue Filmprogramm (E. S.) – Wenn ein paar  Lausbuben wie Lutz (Lutz Moik) und Lütte (Hans Nele) Hauptdarsteller eines Films sind, kann man getrost davon ausgehen, dass allerlei fällig ist. Auch in Meine Herren Söhne gelingt ihnen ohne Mühe , sämtliche Erwachsenen auf die sprichwörtliche Palme zu bringen. Der Film startet 1951 in Frankfurt in der Harmonie (Sachsenhausen) und in der Schauburg (Bornheim). Beide Kinos sind nur Nachaufführungstheater. Doch der kleinen Firma Türck, die die Verleihrechte von der Atlantik (AKA) übernommen hat, bleiben die großen Innenstadt-Häuser verwehrt. 

Meine Herren SöhneWenn das sympathische Lustspiel auch eher harmlos daherkommt – die Reprise ist von der Tobis 1944 in Brandenburg gedreht worden und im Februar 1945 uraufgeführt worden –, sind doch in den pädagogischen Aussagen auch Elemente der Erziehungsideologie des Dritten Reichs zu spüren. Das wird deutlich, als die zunächst nur schwer erziehbaren Buben eines verwitweten Gutsbesitzers nach einen verbissenen Nervenkrieg gegen die Tyrannei einer Wirtschafterin und nach dem Einzug einer jungen Hauslehrerin plötzlich „geläutert” und friedfertig werden. Damit entsprechen sie grob gesagt dem zu dieser Zeit geforderten Ideal einer positiven Entwicklung, zeigen Verantwortung und Gemeinschaftssinn für die Familie und das „Große und Ganze.”.

Diese Tendenz muss freilich nicht überbewertet werden, überwiegen doch die fröhlichen Elemente, was sicher auch Regisseur Robert A. Stemmle zu verdanken ist, der eine Fülle heiterer Szenen schafft, die Bubenstreiche auch lebendig und locker ineinander fügt und damit Ideologisches in den Hintergrund drängt.

Die Handlung spielt auf dem Land, wo der verwitwete Gutsbesitzer Kurt Redwitz (Werner Hinz) seine beiden Söhne Lutz und Lütte alleine aufziehen muss, was schwer genug ist, sind die Burschen doch meistens außer Rand und Band. Gleichwohl ist er ein prächtiger Papa, gibt nicht nur den strengen „Erziehungsberechtigten”, sondern ist stets auch Freund und in vielerlei Hinsicht sogar ein Mitverschworener. Als Redwitz die junge Bettina von Wüstenhagen (Monika Burg) als Erzieherin anstellt, sind – außer der Wirtschafterin Suhrmöller (Elisabeth Flickenschildt) – alle von ihr begeistert. Es ändert sich viel und die Buben zeigen nicht nur plötzlich einwandfreies Benehmen, sondern sehen in Bettina auch ihre neue Mutter. Sie versuchen alles, um den Vater und die Erzieherin zusammenzubringen – was ihnen selbstredend auch gelingt.

Daten zum Film

Meine Herren Söhne (Das Neue Filmprogramm) ist ein deutsches Lustspiel der Tobis aus dem Jahr 1944 in einer Länge von 86 Minuten. Unter der Regie von Robert A. Stemmle spielen Werner Hinz (als Gutsbesitzer und Vater Kurt Redwitz), Lutz Moik (als seine Sohn Lutz Redwitz), Hans Nele (als sein zweiter Sohn Lütte Redwitz), Monika Burg (als Erzieherin Bettina von Wüstenhagen), Elisabeth Flickenschildt (als Haushälterin Suhrmöller), Annemarie Holtz (als Tante Ursula), Erwin Biegel (als Landarzt Dr. Hütchen), Günther Lüders (als Volontär Liebekind), Heinrich Troxbömker (als Studiendirektor Möbius), Franz Schafheitlin (als Ministerialdirektor), Roma Bahn (als Zahnärztin). Das Drehbuch kommt von Josef Maria Frank, an der Kamera arbeiten Fritz Arno Wagner und Eduard Mayer, die Musik komponiert Adolf Steimel.

Deutsche Erstaufführung am 20. Februar 1945, Frankfurter Nachkriegswiederaufführung am  8. Juni 1951 in den Stadtteilkinos Harmonie  (Sachsenhausen) und  Schauburg (Bornheim). Anmerkung: Die Schauspielerin Monika Burg arbeitete später auch unter den Namen Claude Farell.