Meine Nichte Susanne

Illustrierte Filmbühne Nr. 624  (E. S.)  Manche Filme kommen spät nach Frankfurt. Die bereits im Mai 1950 uraufgeführte Burleske Meine Nichte Susanne wird erst am im Februar 1951 im Bieberbau lanciert und von den Kinobesitzern Lubliner, Froechte  und Ulbrich als ein „Film der 1000 Einfälle” beworben. Also Grund genug, am Sonntag dem Lichtspieltheater an der Hauptwache einen Besuch abzustatten.

Meine NichteDer Streifen bietet „heitere Enthüllungen aus dem Liebesleben einer Pariserin”, die einen steinreichen Peruaner für die Ehe einfangen möchte. Deshalb lässt sie ihren Diener als Onkel auftreten, und macht dem Südamerikaner weis, dieser sei eigens dazu da, ihre Tugend zu beschützen. Dies ist also, wie der Kinoanzeige zu entnehmen ist, „ein launiger Scherz, bei dem man sich auf alles gefasst machen muss.” Der Film beruht auf der musikalischen Burleske des Wiener Komponisten Steinbrecher. Mit diesem Stück hat er seinen größten Erfolg auf der Bühne gefeiert. In Erinnerung geblieben ist vor allem der Schlager „Unter einem Regenschirm am Abend”, doch auch sein Operetten-Lied „Ich kenn’ ein kleines Wegerl im Helenental” ist über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannt. Der Film ist heiter und voller Esprit, doch die Kinobesitzer bieten dem Publikum noch mehr: In einigen Vorstellungen werden 20-minütige „Original Wiener Modenschauen” präsentiert. Was erwartet uns dabei? Eine Parade schönster Kleider und Frauen”, und das sogar „unter Mitwirkung der österreichischen Schönheitskönigin.”

Dabei werden dem interessierten Publikum sowohl Tages- als auch exklusive Abendkleider vorgeführt, selbstverständlich alles aus den Werkstätten der Wiener haute couture. Weil das natürlich alles kostet, werden zusätzlich zum Eintrittspreis 20 Pfennig Aufschlag erhoben. Der Film rückt unter diesen Umständen für die Besucher fast ins zweite Glied, obwohl er tatsächlich eine beschwingte, unterhaltsame Geschichte darbietet.

Daten zum Film

Meine Nichte Susanne   (Illustrierte Filmbühne Nr. 662) ist eine Produktion der Sphinx-Filmgesellschaft aus dem Jahr 1949. Unter der Leitung von Drehbuchautor und Regisseur Wolfgang Liebeneiner spielen Hilde Krahl (als Susanne del Montebello), Inge Meysel (als ihre Freundin Blanche), Ingrid Pankow (als Zofe Nina), Karl Schönböck (als Don Manuel Cargocastillo), Harald Paulsen (als Jean) und Carl-Heinz Schroth (als Diener Pedro). – Deutsche Erstaufführung am 5. Mai 1950, in Frankfurt zu sehen im Erstaufführungstheater Bieberbau ab 16. Februar 1951.