Meine Schwester Ellen

Illustrierte Filmbühne Nr. 131  (E. S.) – Zwei junge Frauen aus Ohio reisen aus der amerikanischen Provinz in die Weltmetropole New York, um dort ihr Glück zu machen: Ruth als Reporterin (oder gar Schriftstellerin), Ellen auf der Bühne. So lautet die Inhaltsangabe des Films Meine Schwester Ellen, der im Frühjahr 1947 in der Harmonie in Sachsenhausen und in den Ton-Lichtspielen in Rödelheim zu sehen ist.

Meine Schwester EllenDie Zeit in Frankfurt ist auch zwei Jahre nach Kriegsende noch recht verworren. Tauschgeschäfte sind in Mode und werden auch im Anzeigenteil der Tageszeitungen abgewickelt. So benötigt ein Inserent dringend einen Personen-Kraftwagen und bietet dafür im Tausch einen LKW, wenn auch nur mit Holzvergaser; ein anderer sucht zur Errichtung eines geplanten Neubaus Baumaterial (oder Geld) und offeriert dafür immerhin eine komfortable Dreizimmerwohnung im neuen Haus. Eine Firma stellt eine neuwertige Dosen-Verschlussmaschine zur Verfügung und erbittet als Gegenleistung eine elektrische Bohrmaschine bis 13 Millimeter Bohrung.

Und eine Geschäftsidee besonderer Art hat ein Mann vom Mainufer, der eine Adler-Schreibmaschine über den Krieg gerettet hat und diese an mögliche Benutzer verleihen möchte. Obwohl es eher merkwürdig ist , bildet der Film Meine Schwester Ellen einen erfreulichen Kontrast zu diesem  schwierigen Alltag.

Der Film in der Harmonie ist auch für einen Zwölfjährigen durchaus unterhaltend. Von einer nicht gerade hübschen Kellerwohnung in Greenwich Village aus machen sich der Schwestern Ruth und Ellen in der Millionenstadt New York auf die Suche nach Verlegern und Theaterdirektoren, um ihre Träume von den großen Karrieren zu verwirklichen.

Doch so einfach ist das natürlich nicht, aber nach einigen Verwicklungen – wie üblich in solchen Streifen – geht die routinierte Hollywood-Unterhaltung doch mit einem Happyend für beide zu Ende. Gewiss keine große Sache, aber doch auch nicht gerade fade. Schöne anderthalb Stunden, eher der triste Tag weiter geht.

Daten zum Film

Meine Schwester Ellen (Illustrierte Filmbühne Nr. 131 – zuvor erschienen als Nr. 40 des zweiten Jahrgangs) ist eine US-Komödie in Schwarz-Weiss aus dem Jahr 1942 mit deutschen Untertiteln (Columbia-Pictures). Regie: Alexander Hall. Hauptdarsteller: Rosalind Russell (als Ruth Sherwood), Janet Blair (als ihre Schwester Eileen), Brian Aherne (als Robert Baker). – Erstaufführung in den USA am 24. September 1942, ab 12. Dezember 1946 in der amerikanischen Zone; gesehen vom Autor in den Harmonie-Lichtspielen in Sachsenhausen am 8. März 1947.