Mädchen im Rampenlicht

Illustrierte Filmbühne Nr. 8  (E. S.) – 1947 kommt ein amerikanischer Revue-und Musikfilm in die deutschen Kinos, der persönliche Geschichten rund um die berühmten und legendären „Ziegfield Follies” erzählt. Ziegfeld selbst taucht nicht auf in dem Streifen – im Blickpunkt stehen vor allem die weiblichen Stars Judy Garland, Hedy Lamarr und Lana Turner; James Stewart ist in einer Nebenrolle zu sehen.

Mädchen im RampenlichtDer Film läuft dann in Frankfurt irgendwann auch im Lichtspiel-Theater von Herrn Gustav Kilian in der Wallstraße 22 in Sachsenhausen und der Zeitzeuge Erich S. berichtet, auf welch eher eigenartige Weise er den Film Mädchen im Rampenlicht – und das sogar ohne jedes Billett – gleich mehrmals, aber nur in kleinen Häppchen zu sehen bekommt.

„Die Kopien waren sehr knapp und so mussten sich meistens zwei Kinos, die ziemlich dicht beieinander lagen, eine Wochenschau teilen. In Sachsenhausen waren das die Harmonie und das Wall-Kino. Mehrmals am Tag musste also die Kopie von dem einen in das andere Kino geschleppt werden. Und so wurden dann auch die Anfangszeiten so aufeinander abgestimmt, so dass das irgendwie immer klappte. Dabei gab es für uns kleine Botenjungen oft Gelegenheit, Teile des Hauptfilms zu sehen. So richtig komplett aber nie. Das spielte aber auch keine so große Rolle, denn es interessierte uns nicht so sehr die Handlung als vielmehr ein Blick auf Judy Garland, Hedy Lamarr und Lana Turner.” Mädchen im Rampenlicht weiterlesen

Der letzte Schleier

Illustrierte Filmbühne Nr. 7 (M. F.) – Einige professionelle Beobachter sehen in dem Film Der letzte Schleier, der 1947 auch in den Frankfurter Wall-Lichtspielen läuft, eine ziemlich „unausgegorene Mischung aus Kitsch, klassischen Musikelementen und  trivialer Psychologie”, andere hingegen finden – in einer differenzierteren Beurteilung –, dass der britische Streifen aus dem Jahr 1945 mit „großem Gespür für dramatische Effekte inszeniert ist und dichte Atmosphäre und viel Spannung transportiert”.

Der letzte SchleierEs ist manchmal schon etwas seltsam, dass in den ersten Jahren nach dem Krieg in den besetzten Zonen von Deutschland einige gewöhnungsbedürftige Streifen angeboten werden. Gerade aus Großbritannien kommen in dieser fast unwirklichen Zeit der Trümmerbeseitigung und der alltäglichen Not sehr düstere und melodramatische Filme in die Kinos. Dabei steht den Menschen tatsächlich eher der Sinn nach leichter Unterhaltung. Sollen (und müssen) die Kinobesucher deswegen getadelt werden, wie es oft geschieht? Wohl kaum. Die  löbliche Absicht, die deutschen Zuschauer der meist recht oberflächlichen UFA-Schmonzetten zu entwöhnen und „Tiefgang” zu vermitteln, gelingt freilich eher selten. Viele Besucher spüren die Absicht und sind eher verstimmt, was vor allem für die Jugend gilt. Das hält natürlich nicht davon ab, sich solche Filme interessiert anzuschauen. In dem englischen Film von 1945 geht es um den Fall der auf dem Weg zu großen Ruhm befindlichen Pianistin Francesca Cunningham (Ann Todd), die stets von der Furcht gepeinigt wird, sie könne ihre Hände verlieren. Der letzte Schleier weiterlesen

Louis Pasteur

Illustrierte Filmbühne Nr. 6  (E. S./M. F.) – Als in den Jahren zwischen 1945 und 1947 von den zuständigen US-Militärbehörden erste US-Filme in die aufgebauten oder neu eröffneten deutschen Kinos gebracht werden, sind viele Biographien weltberühmter Persönlichkeiten darunter, so zum Beispiel über die Radiologin und Nobelpreisträgerin Marie Curie, den Erfinder und Unternehmer Thomas Alva Edison, den US-Präsidenten Abraham Lincoln, den Mediziner und Entdecker Dr. Paul Ehrlich und nicht zuletzt auch über den französischen Chemiker Louis Pasteur, von dem hier die Rede sein wird.

PasteurVielleicht waren ja solche Filme über Forscher und Mediziner in dieser Zeit deshalb so beliebt, weil sie zahlreichen Menschen Hoffnung gaben in einer Zeit, in der einerseits nicht nur die wichtigen Dinge des täglichen Lebens an allen Ecken und Enden fehlten, sondern andrerseits auch die medizinische Versorgung zu wünschen übrig ließ. Und auf dem überaus „rührigen“ Frankfurter Schwarzmarkt gab es natürlich das eine oder andere zu kaufen, zum Beispiel war Insulin eine überaus gefragte Ware, aber viele Diabetiker konnten es sich einfach nicht leisten, die exorbitant hohen illegalen Preise zu zahlen. Auch zahlreiche andere Medikamente wurden verscherbelt. Weil die US-Militärbehörden Penicillin zwar gegen Geschlechtskrankheiten, nicht aber für andere Behandlungen zur Verfügung stellten, wurden auf den Straßen rund um das Bahnhofsviertel – wie die Journalisten Richard Kirn und Madlen Lorei in ihrem Buch „Frankfurt und die drei wilden Jahre“ berichten – satte 1000 Mark für drei Ampullen verlangt; ob es sich dabei um reines oder gepantschtes Penicillin handelte – wie später im berühmten Film Der dritte Mann – konnte kaum jemand nachprüfen. Louis Pasteur weiterlesen

Die Abenteuer Mark Twains

Illustrierte Filmbühne Nr. 5  (E. S.) – Die Kombination Sport und Film war schon immer eine faszinierende Angelegenheit; so wird auch der September-Anfang 1947 ein höchst interessantes Wochenende; am Samstag gibt es zunächst ein Fußball-Freundschaftsspiel zwischen Eintracht Frankfurt und Schalke 04 (2:1) im Waldstadion, tags darauf der Film Die Abenteuer Mark Twains mit Frederic March und Alexis Smith.

Mark TwainAuch eineinhalb Jahre nach der Kapitulation ist das Leben noch nicht so richtig in Fahrt gekommen, aber der Fußballsport lockt die Massen genauso wie die neuen Filme in den neu erbauten Lichtspielhäusern der Stadt. Das Waldstadion – in der Nazizeit war es „Reichssportfeld” genannt worden – ist schon acht Tage vor Ende des Krieges am 1. Mai 1945 vom Stadtkommandanten Joseph Z. Zwahlen im Auftrag der US-Armee beschlagnahmt worden (“Dieses Eigentum wird von  amerikanischen Streitkräften benötigt”). Das Stadion wird nun erst einmal als „Victory Park” bezeichnet, und gelegentlich gibt die Besatzungsbehörde das Gelände auch für erste Großveranstaltungen deutscher Organisationen frei. So auch am Samstag, dem 6. September 1947, als der FC Schalke zum Freundschaftsspiel anreist.

Rund 40 000 Menschen, so wird damals geschätzt, pilgern nach Niederrad in den Stadtwald. Sie kommen zu Fuß, vor allem mit Fahrrädern, aber auch auf Lastwagen und anderen fahrbaren Untersätzen. Das Wochenende ist also ein großes Fest, das für mich einen Tag später mit einem Kinobesuch abgerundet wird. Wenige Tage zuvor sind Die Abenteuer Mark Twains in der amerikanischen Besatzungszone gestartet worden und laufen auch in Frankfurt. Die Abenteuer Mark Twains weiterlesen

Die Waise von Lowood

Illustrierte Filmbühne Nr. 4  (E. S.) – Im Sommer 1947 wird der Film Die Waise von Lowood von der „Motion Pictures Export Association (MPEA)”, der großen Export-Organisation der Major Companies aus den USA, in Zusammenarbeit mit dem US-Militär in die deutschen Kinos gebracht. In den Hauptrollen sind Joan Fontaine  – sie hat gerade kurz vorher in dem Hitchcock-Drama „Rebecca” eine ähnliche Rolle gespielt – sowie Orson Welles zu sehen, doch die Zuschauer in Deutschland haben beim Kampf um das Überleben in der Nachkriegszeit noch ganz andere Sorgen als sich mit einem solch schwermütigen Stoff zu „vergnügen”. 

Waise von LowoodWohl deshalb wird der Film, der immerhin auf dem Roman „Jane Eyre”, einer Perle der Weltliteratur beruht, hierzulande nicht gerade zu einem finanziellen Erfolg und verschwindet bald schon wieder aus den Lichtspielhäusern. Auch in Frankfurt ist der Film inmitten der Trümmerberge nur kurz zu sehen. Dabei ist es eine aufwühlende, aber zugleich auch eine recht romantische Melodramatik, die den im Jahr 1847 erschienenen autobiografischen Roman der britischen Schriftstellerin Charlotte Brontë  – er ist zunächst unter dem männlichen Pseudonym Currer Bell im Verlag „Smith, Elder und Co.” herausgekommen – von der ersten bis zur letzten Seite innewohnt.

Denn nach einer ziemlich freudlosen Jugend in England kommt Jane Eyre als Erzieherin in das Schloss des herrischen Mr. Edward Rochester. Der Hausherr fühlt sich bald zu der intelligenten Gouvernante hingezogen, und auch sie entwickelt Zuneigung zu dem älteren Mann. Doch Rochester verbirgt ein düsteres Geheimnis, was die spröde Liebe der beiden ungleichen Menschen überschattet.

Die Dramatik wird offenbar, als Jane Eyre am Tage ihrer geplanten Hochzeit mit Rochester erfährt, dass dieser noch verheiratet ist und seine unheilbar geisteskranke und zudem gewalttätige Gattin verborgen hält. Die Waise von Lowood weiterlesen

Laura

Illustrierte Filmbühne Nr. 3 ( E. S.) – Über eine Frage streiten sich Kritiker und Cineasten schon beim Erscheinen von Laura in den USA 1944 und auch Jahre später noch in Deutschland. In welches Genre gehört der Streifen? Ist es „nur” ein Krimi oder ein „Film noir” der schwarzen Serie, ist es ein Mystery-Film oder ein Thriller, vielleicht aber auch nur eine Romanze? Die Antwort ist schwierig, vereinigt der Film in sich doch Elemente all dieser Gattungen.

LauraDer 9. Mai 1947 ist ein Freitag und fast genau auf den Tag genau zwei Jahre nach der bedingungslosen Kapitulation ist die Lage der Menschen immer noch von alltäglichen Sorgen geprägt. In mehreren westdeutschen Städten treten sogar Tausende Arbeiter wegen der Versorgungslage und der mangelhaften Ernährung in einen Streik, sogar die Stadtverordneten von Braunschweig sind daran beteiligt. An diesem Nachmittag aber startet auch der amerikanische Film Laura, ein Reißer, der es in diesem Frühsommer in sich hat. So als ob der Wettergott sich dafür entschuldigen möchte, dass er mit der bitteren Kälte des Winters die Menschen drangsaliert hat, lässt er die Temperaturen nach oben klettern. In Hamburg zeigen die Thermometer an diesem Tag schon über 25 Grad Celsius, in Frankfurt werden sogar 30 Grad gemessen.

An diesem herrlichen Tag also startet der vielschichtige Film Laura, ein so genannter Streifen der „Schwarzen Serie”, die in den Vierziger Jahren in den USA Hochkonjunktur hat.Laura ist jenseits aller Genre-Diskussionen im besten Sinne ein herausragender Film, wobei Detektiv Marc McPherson im Mordfall der Werbemanagerin Laura Hunt ermittelt (Krimi). Verdächtigt werden sowohl ihre Tante als auch ihr Geliebter sowie ein Zeitungskommentator. Laura weiterlesen

Die Frau gehört mir

Illustrierte Filmbühne Nr. 2  (E. S.) – Im März des Jahres 1947 ist es noch immer kalt in Frankfurt, auch wenn das Schlimmste vorbei ist. Eine extreme Kältewelle hatte seit Dezember 1946 ganz Mitteleuropa umklammert. Die Temperaturen sind teilweise bis auf minus 30 Grad abgesunken, der Ärmelkanal ist fast völlig zugefroren, die Flüsse lange unpassierbar, der Frost greift bis zum Mittelmeer, Hunderte von Kälte-Toten werden registriert, die Monate Dezember, Januar und Februar werden in den Geschichtsbüchern fortan als „Hunger-Winter“ beschrieben.

Die Frau gehört mirDie rationierten Lebensmittel sind in diesen harten Tagen wieder knapper geworden, die zwei Tageszeitungen „Frankfurter Rundschau” und „Neue Presse” erscheinen wegen der geringen Papierzuteilung nur zwei- oder dreimal die Woche, aber in Frankfurt haben nach dem Krieg doch schon wieder 14 Kinos geöffnet. Schauburg und das Apollo in Bornheim, das Titania in Bockenheim, das Hansa und die Lichtburg in der Kaiserstraße am Hauptbahnhof, das Harmonie in Sachsenhausen, die Zoo-Lichtspiele im Ostend. Außerdem wird in den Stadtteilen Rödelheim, Höchst, Bonames, Eckenheim, Sindlingen und Fechenheim wieder gespielt. Gleich in fünf Häusern wird dabei der Wildwest-Film Die Frau gehört mir gezeigt.

Weil die Kälte Anfang März etwas abgeklungen ist, steht der Western auf dem Wunschzettel. Der Besuch am Sonntag ist jedoch nur zu Fuß von Sachsenhausen über den wieder aufgebauten Eisernen Steg und Römerberg in Richtung Innenstadt möglich – und von dort geht es mit der Tram nach Bornheim. Die Frau gehört mir weiterlesen

Verdacht

Illustrierte Filmbühne Nr. 1 (M. F.) – Ende des Jahres 1946 läuft in den drei westlichen Besatzungszonen der amerikanische RKO-Film Verdacht an. Es ist einer der ersten Filme von Alfred Hitchcock in den USA und ab 9. März 1947 ist er auch im Offenbacher Gloria-Theater zu sehen.

VerdachtDie Hauptdarsteller sind Cary Grant und Joan Fontaine. Zu dieser Zeit sind die beiden hierzulande noch unbekannte Größen, was sich allerdings sehr bald ändern wird. Höchst interessant ist dabei vor allem, dass der bekannte Filmprogramm-Verlag von Paul Franke (Berlin, später München) zu diesem Psycho-Thriller das erste Exemplar der Reihe „Filmbühne”, die einige Zeit später als „Illustrierte Filmbühne” reüssieren wird, auf den Markt bringt. Sage und schreibe weitere 8068 schöne Exemplare werden noch folgen.

Der Film ist nebenbei bemerkt auch einer der ersten, die nach dem Krieg in der amerikanischen und britischen Zone in deutscher Sprache gezeigt werden, was natürlich bei den potentiellen Zuschauern die Lust erhöht, ins Kino zu gehen. Die deutschen Schauspieler Axel Monjé und Viktoria von Ballasko leihen den US-Stars dabei ihren Stimmen. Verdacht weiterlesen

Peter Voss, der Millionendieb

Illustrierter Filmkurier Nr. 3360 a (E. S.)  – Peter Voss, der Millionendieb wird im Herbst 1946erstmals gezeigt, aber erst im August 1950 in Frankfurt am Main. Karl Anton hat das Unterhaltungsstück zwar schon von September 1943 bis März 1944 noch bei der alten „Tobis” abgedreht, aber der Film ist wegen des Krieges nicht mehr aufgeführt worden. 

Peter VossNach der Kapitulation fällt das Material in Berlin in die Hände der Alliierten und wird von sowjetischen Offizieren an die gerade in der Gründung befindliche „DEFA“ zur Bearbeitung und Vorführung übergeben. Der Film wird allgemein als unpolitisch eingestuft, obwohl er zu jener Art von Unterhaltung gehört, die von den Nazis immer gerne gesehen worden ist, um den Menschen inmitten der Kriegswirren eine heile Welt vorzugaukeln und sie auf diese Weise zum „Durchhalten” zu animieren. Im Jahr 1946 ist das Publikum jedoch schon längst mit anderen Problemen beschäftigt und werkelt intensiv am Wiederaufbau des Landes, was sich auch an den positiven Wirtschaftsmeldungen ablesen lässt. Zum Beispiel teilt In Frankfurt die amerikanische Militärregierung mit, dass im zurückliegenden Monat bereits wieder Waren im Wert von insgesamt 1,64 Millionen US-Dollar aus ihrer Zone ins Ausland exportiert worden sind.

Der Aufschwung kommt also in Gang, auch wenn überall noch die Holzvergaser herumfahren. Bei solchen Vorzeichen geht es dann um reine Unterhaltung. Allerdings hat kaum jemand real so viel Geld in den Taschen wie im Film fiktiv vorhanden ist. Dafür geht es – wie so oft bei Ufa, Tobis oder Terra in jenen Jahren – auch auf Grund der Romanvorlage höchst international und weltläufig zu. Peter Voss, der Millionendieb weiterlesen

13 Stühle

Illustrierter Filmkurier Nr. 2840 ( E. S.) – Die reisenden Wanderkinos sind in den 30er und 40er Jahren meist kleine Familienunternehmen, die ihren Ursprung in Zirkuszelten haben, meist mit einem Last- oder Lieferwagen über die kleinen Dörfer tingeln und den Einwohnern ein wenig Aufheiterung in den meist tristen, dörflichen Alltag bringen. In dem winzigen Ort Reichenborn (Westerwald) kommen auf diese Weise beim Lustspiel 13 Stühle viele Dorfbewohner und Evakuierte in Berührung mit den Komikern Heinz Rühmann und Hans Moser. Der Krieg tobt, und es gibt immer noch Unterhaltung dieser Art. Irgendwie ist es komisch. 

13 StühleBeim reichsten Bauern des Dorfes steht eine große Scheune, die für Feste aller Art genutzt wird: Tanzabende, Versammlungen – und sie dient auch dem Wanderkino als Vorführsaal. Ein altes und bereits ziemlich klappriges Auto mit Holzvergaser rumpelt über die holprige Straße auf den Hof; eine Leinwand wird ausgeladen und schnell aufgestellt, Lautsprecher und dazu ein 16-Millimeter-Projektor installiert. Es ist ein Sonntag im wahrhaft sonnigen Frühjahr 1945, die Alliierten sind im Sommer zuvor bereits an der Küste der Normandie gelandet, aus den Volksempfängern tönt nach den Berichten „über die Lage“ vor allem Schlagermusik, so als sei die Welt durchaus noch in Ordnung. Doch das tägliche Brot der aus der Stadt Geflüchteten hieß bisher Fliegeralarm, Entwarnung, Bunker, Brand- und Sprengbomben, Hunger und viel Angst.

Nach mehrtägigen, schweren Fliegerangriffen im März 1944 sind viele „Ausgebombten” aus Frankfurt nach Reichenborn evakuiert worden. Doch auch die Kinder spüren – obwohl es hier vorerst noch einigermaßen ruhig zugeht – das Kriegsende nahen. Auf der etwas entfernten Landstraße ziehen Kolonnen von deutschen Militärfahrzeugen vorbei, eindeutig auf dem Rückzug, am Frühlingshimmel transportieren amerikanische und britische Fliegerbände ihre tödliche Last in die Großstädte. Und nun also als Abwechslung der Kinotag. 13 Stühle weiterlesen