Professor Nachtfalter

Illustrierte Filmbühne Nr. 1070 (E. S.)  – Zur Frankfurter Premiere des Films Professor Nachtfalter am 23. Februar 1951 lässt sich die Direktion des Turmpalastes etwas ganz Besonderes einfallen: Zur Verlosung kommt unter dem Publikum ein Vespa-Motorroller, was der Tatsache geschuldet ist, dass auch Professor Wendler (Johannes Heesters) im Film auf einem jener schnuckeligen Zweiräder italienischer Provenienz unterwegs ist.

Professor NachtfalterAußerdem unternimmt der vor kurzem erst neu gegründete Vespa-Club aus Frankfurt am Premierentag ein Stadtrundfahrt, um dann am Eschenheimer Turm vor das Kino zu fahren, um danach dem Film geschlossen die Ehre eines Besuches zu erweisen. Diese durchaus hübsche Idee gefällt dem Publikum, noch mehr Spaß hat allerdings Helga Jockel aus Frankfurt-Ginnheim, denn mit der Nummer 008723 wird sie zur stolzen Besitzerin der ausgelobten Vespa. Das außerordentlich einfach konstruierte (und zu fahrende) Zweirad ist 1946 in Italien entwickelt worden  und findet erst im Jahr 1950 den Weg nach Deutschland. Auch der Herr Professor ist jugendlich-strahlend – wenn auch in der realen Wirklichkeit während der Aufnahmen schon 47 Jahre alt – und wird natürlich angehimmelt von seinen Schülerinnen im Mädchenpensionat am Bodensee.

Der flotte Prof. benutzt bei seinen Fahrten zu Flirts und Barbesuchen das hübsch anzusehende Gefährt, macht gleichwohl aber doch eher Furore mit seinen einschmeichelnden Gesangseinlagen. Doch irgendwann wird selbst dem Charmeur die Schwärmerei der Mädchen zu viel, und er ehelicht (allerdings nur pro forma) die Besitzerin der Nachtfalter-Bar (Stefanie Walden), denn auch sie muss sich zahlreicher Verehrer aus ihrem Etablissement erwehren

Es bedarf keiner  hellseherischen Fähigkeiten, um zu erraten, wie sich die Dinge zwischen den Eheleuten alsbald weiter entwickeln werden, ist es doch nicht mehr und nicht weniger einer der üblichen Unterhaltungsstreifen jener Tage; insgesamt eher oberflächlich-naiv, mit Musik und Tanz angereichert, und bald auch mit einem neuen Titel versehen: „So was tun die Herren immer wieder gerne“. In ersten Filmrollen aber sind als Schülerinnen immerhin Helga Feddersen, Ingrid Andree und Carla Hagen zu sehen.

Daten zum Film

Professor Nachtfalter (Illustrierte Filmbühne Nr. 1070) ist eine deutsche Komödie aus dem Jahr 1951, die auch unter dem Titel „So was tun die Herren immer wieder gerne” verliehen worden ist. Hergestellt von der Jungen Film-Union nach einer Vorlage von Adolf Schütz und Paul Baudisch führt Rolf Meyer in dem 99 Minuten langen Film die Regie. Als Darsteller sind Johannes Heesters (als Dr. Joachim Wendler), Gisela Schmidting (als Stefanie Walden), Margarete Haagen (als Frau von Weinsberg), Ernst Waldow (als Dr. Obermann), Jeanette Schultze (als Ines Almadez), Viktor Janson (als Herr Almadez), Maria Litto (als Tänzerin) zu sehen. Weitere Mitwirkende sind Franz Schafheitlin, Albert Florat, Paul Westermeier.  Am Drehbuch werkeln Per Schwenzen, Joachim Wedekind und Kurt E. Walter, die Kamera führt Georg Bruckbauer, die Musik komponiert Friedrich Schröder.  – Deutsche Erstaufführung am 23. Februar  in der Essener Lichtburg und im Turmpalast in Frankfurt am Main.