Rio Grande

Illustrierte Filmbühne Nr. 1201. (E. S.) – Der Western-Klassiker Rio Grande wird Ende September 1951 in verschiedenen deutschen Städten, darunter im Frankfurter Eden im Ostend, für die Bundesrepublik erstaufgeführt. Im Mittelpunkt des Geschehens steht Colonel Kirby Yorke (John Wayne).

Rio Grande grünDieser Streifen, angesiedelt am gleichnamigen Grenzfluss zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko, ist allerdings nicht nur ein Western der üblichen Sorte mit Knallerei und wilden Reiterjagden, sondern ein Kriegsfilm, in dem die US-Truppen einen erbarmungslosen Kampf gegen die indianischen Ureinwohner des Landes führen. Und der Film wird – wie allgemein üblich in US-Filmen (Ausnahmen bestätigen die Regel) – nicht aus der Sicht der Indianer erzählt, sondern aus dem Blickwinkel der Land-Eroberer; voll gestopft mit edlem „Patriotismus”. Wer den Streifen mit vielen Jahrzehnten Abstand im Jahr 2015 noch einmal sieht, erkennt in der erzählten Geschichte aus 1879 jenes System, das die Voraussetzungen für die politisch-militärischen Verhaltensweisen legte, die auch heute noch von den USA „gepflegt” werden – allerdings nicht mehr nur lokal auf dem Boden der USA, sondern weltweit. Eingebettet wird das Ganze in eine Familiengeschichte mit lange anhaltenden Zerwürfnissen, die sich aber in Luft auflösen, als die angreifenden – und natürlich bösen Apachen – von den guten Weißen besiegt werden. Wie könnte es anders sein? Es ist ein durch und durch amerikanischer Film.

Der Film ist der letzte Teil einer so genannten Kavallerie-Trilogie, zu der die vor Rio Grande entstandenen Filme „Bis zum letzten Mann” (1948) und „Der Teufelshauptmann” (1949) zählen. In allen drei Filmen spielt John Wayne die Hauptrolle. Der Weltstar gibt in den Streifen – wie in vielen anderen auch – seiner rechtsgerichteten politische Grundhaltung ein öffentliches Gesicht.

Daten zum Film

Rio Grande (Illustrierte Filmbühne Nr. 1201) mit dem gleichnamigen Originaltitel ist ein Western der Republic von Produzent und Regisseur John Ford im deutschen Erstverleih der Gloria. In der Literaturverfilmung (nach einer Vorlage von James Warner Bellah) aus dem Produktionsjahr 1950 und mit einer Länge von 103 Minuten spielen unter Fords Regie die Darsteller John Wayne (Lt. Col. Kirby Yorke), Maureen O’Hara (Mrs. Yorke), Claude Jarman jr. (Reiter Jeff Yorke), Victor McLaglen (Sgt. Quincannon), Ben Johnson (Reiter Tyree), J. Carroll Naish (General Sheridan) die wichtigsten Rollen.

Weitere Mitwirkende sind Harry Carey jr. (Daniel Boone), Chill Wills (Dr. Wilkins), Grant Withers (Deputy Marshal), Peter Ortiz (Capt. St. Jacques). Das Drehbuch ist von James Kevin McGuinness geschrieben, an der Kamera arbeiten Bert Glennon und Archie Stout, die Musik komponiert Victor Young. Deutsche Synchronsprecher der Hauptpersonen sind Wolfgang Lukschy (John Wayne) und Ingeborg Grunewald (Maureen O’Hara). – Premiere in den USA am 15. November 1950. Deutsche Erstaufführung am Freitag, 28. September 1951, u. a. in Frankfurt im Eden zu sehen.