Tulsa

Illustrierte Filmbühne Nr. 760 (E. S.) – Als im Juli des Jahres 1950 im Kino „Metro im Schwan” in Frankfurt der Abenteuerfilm Tulsa anläuft, geht auch ein Blick in das nachbarschaftliche Hessische Ried. Dort – nur rund 40 Kilometer südwestlich der Mainmetropole – werden zur gleichen Zeit Vorbereitungen für die Ölförderung getroffen. Im Raum Stockstadt, Gernsheim und Crumstadt sollen in Zukunft entsprechende Vorkommen ausgebeutet werden, genauso wie in der US-Stadt im Bundesstaat Oklahoma an der berühmten Route 66.

TulsaWährend das noch kleinstädtische Tulsa bereits als d i e Erdöl-Hauptstadt der Welt gilt, sind die überwiegend ländlichen Gemeinden im Landkreis Groß-Gerau in dieser Hinsicht „weiße Flecken” auf der Landkarte. Zwar ist das „schwarze Gold” bei Probebohrungen bereits in den 30er Jahren entdeckt worden, doch erst jetzt – zu Beginn der Fünfziger Jahre – geht es wirklich ernsthaft an die Förderung. In den Zeitungen der Umgebung häufen sich jedenfalls die Berichte über eine bald beginnende Bohrung. Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg und der enorm zunehmende Energiebedarf in der Bundesrepublik stellt auch die Industrie vor neue Herausforderungen – immerhin fließt mehr und mehr Benzin durch die Vergaser der Autos. Etwa zur gleichen Zeit ist im Jahr 1949 der Abenteuerfilm Tulsa entstanden, der in der Epoche des großen Oklahoma-Goldbooms Anfang der Zwanziger Jahre spielt.

Und dabei Dramatik pur. Kisten voller Dynamit explodieren, Bohrtürme stürzen in sich zusammen, mächtige Fackeln lodernden Feuers überstrahlen die Szenerie. Eine Katastrophe jagt die andere. Dazu tummeln sich Spieler und andere Glücksritter in den Saloons. Zwischen all dem agiert die temperamentvolle Cherokee Lansing (Susan Hayward), die ehrgeizige Tochter eines Viehzüchters, der an einer Bohrstelle um’s Leben gekommen ist.

Eigentlich will sie nur den Tod ihres Vaters rächen, doch sie droht bald dem kapitalistischen Rausch des schnellen Geldes zu erliegen und wird folgerichtig zur rücksichtslosen, geldgierigen „Geschäftsfrau” auf der Jagd nach dem „schwarzen Gold”. Immerhin besinnt sie sich – dem Wunsch nach einen Film-Happyend sei Dank – in letzter Sekunde anders, was auch dem mutigen Ingenieur Brad Brady (Robert Preston) zu verdanken ist, den sie bei einem spektakulären Großbrand unterstützt.

Es sind vor allem die beeindruckenden Aufnahmen dieser Katastrophe, die diesen Farbfilm sehenswert machen. Es ist letztlich ein Western in modernem Gewand, verziert auch noch mit einer romantischen Liebesgeschichte. Und hat eine ganz andere Dimension als die eher bescheidenen Versuche, im Hessischen Ried wirklich erfolgreich Öl zu „schürfen”.

Daten zum Film

Tulsa (Illustrierte Filmbühne Nr. 760) mit dem gleichnamigen US-Titel ist ein Abenteuerfilm von Walter Wanger aus der Eagle Gamma-Production des Jahres 1949. In Deutschland im Verleih der Omnium (zeitweise auch unter dem Titel Erde in Flammen erschienen), spielen unter der Regie von Stuart Heisler die junge Susan Hayward (als Cherokee Lansing), Robert Preston (als Ingenieur Brad Brady), Pedro Armendáriz (als Jim Redbird) die Hauptrollen. Außerdem sind u.a. noch Lloyd Gough und Chill Wills mit von der Partie. Die bemerkenswerten Effekte bei den Katastrophen-Bildern auf den Ölfeldern stammen von John Fulton Nominierung für den Oscar).

Premiere am 13. April 1949 in der Stadt Tulsa in Oklahoma; anschließende Uraufführung in den USA am 26. Mai 1949. In den deutschen Kinos gestartet am 14. Juli 1950; in Frankfurt ab 21. Juli 1950 im Metro im Schwan zu sehen.