Sensation in San Remo

Illustrierte Filmbühne Nr. 1220 (E. S.) – Die in der Bundesrepublik der Fünfziger Jahre typische Lustspiel-Geschichte ist schnell erzählt. Weil der leicht vertrottelte, aber durchaus ehrenwerte Professor Feldmann (Ewald Balser) auf hohen Hypothekenschulden sitzt, arbeitet Töchterlein Cornelia (Marika Rökk) – im Brotberuf noch Gymnastiklehrerin -, unter den Inkognito-Namen „Corrie Walden” als Tänzerin in einem Nachtklub…

San RemoCornelia tut das einerseits, um den Papa finanziell zu entlasten, andererseits aber auch, um sich ihre heimlichen Träume von einem großen Leben als Bühnenstar zu erfüllen. Weil der Zeitgeist in der Bundesrepublik im Jahre 1951 – die Moral ist fünf Jahre nach Kriegsende höchst prüde und zudem verklemmt – die Arbeit in einem Nachklub von vielen Menschen als höchst bedenklich angesehen wird, ergeben sich aus der verzwickten Situation für „Corrie Walden” natürlich allerlei Komplikationen. So ist es auch nicht schwer zu erraten, dass die „unmoralische” Verhaltensweise des Professoren-Töchterleins ein längeres Versteckspiel mit Verwirrungen und diversen menschlichen Enttäuschungen nach sich zieht. Doch wie nicht anders zu erwarten, winkt bald das Glück am Bühnenhimmel. Cornelias Doppelleben findet ein Ende, ihr baldiger Ruhm als Tänzerin ist nur noch reine Formsache, und die längst aufgeflammte Liebe zwischen ihr und dem komponierenden Kapellmeister Robert Valenta (Peter Pasetti) kommt zu einem glücklichen Ende.

Unter diesen prächtigen Umständen ist die gänzlich auf Marika Rökk zugeschnittene und zugleich auf gute Kasse spekulierende Sensation in San Remo ein Film, der wie die Faust auf’s Auge in die Anfangsfünfziger passt. Die Ansprüche an die „Filmkunst” sind nicht besonders hoch in dieser Zeit, und als Vehikel für den Auftritt von Marika Rökk taugt der Streifen allemal…

Allerdings ist Marika Rökk bei Erscheinen des Film 38 Jahre alt, was ihre Rolle als Töchterlein von Professor Feldmann trotz ihrer durchaus akrobatischen Filmleistungen ein wenig unglaubwürdig macht; Ewald Balser als Feldmann ist 1951 gerade 53 geworden, so dass zwischen Film-Vater und Film-Tochter gerade mal 15 Jahre liegen. Wie das Leben so spielt…

Daten zum Film

Sensation in San Remo (Illustrierte Filmbühne Nr. 1220) ist ein Revue- und Liebesfilm der Jungen Film-Union aus dem Jahr 1951 in einer Länge von 100 Minuten. Produzent ist Helmuth Volmer, das Drehbuch schreibt Kurt Werner nach einer Vorlage von Curt J. Braun, an der Kamera arbeitet Bruno Mondi, die Musik wird von Theo Nordhaus komponiert.

Unter der Regie von Georg Jacoby spielen Marika Rökk (als Cornelia Feldmann alias Corrie Walden), Peter Pasetti als Komponist und Jazzkapellmeister Robert Valenta), Ewald Balser (als Professor Feldmann, Vater von Cornelia, Elisabeth Markus (als seine Frau), Maria Litto (als Nachklubtänzerin), Dorit Kreysler (als Lydia Leer), Walter Giller (als Ernst Feldmann), Otto Gebühr (als Direktor Koch), Arno Assmann (als Theaterdirektor Nahrhaft), in weiteren kleineren Rollen sind Harald Paulsen, Joseph Offenbach und Inge Meysel zu sehen.

Deutsche Erstaufführung am 6. September 1951 im Apollo-Theater in Düsseldorf; in Frankfurt am Main angelaufen am 14. September 1951 im Metro im Schwan.