Skandal in der Botschaft

Illustrierte Filmbühne Nr. 968 (E. S.) – „Tolle Verwicklungen um Victor de Kowa in einer Doppelrolle in der amüsanten Filmkomödie Skandal in der Botschaft“ verspricht uns die Werbeanzeige des Frankfurter Turmpalastes zu Weihnachten 1950.

Skandal-in-der-BotschaftIn der Zeit des beginnenden Kalten Krieges geht es zwischen den Weltmächten und den mit ihnen verbündeten Staaten in Ost und West natürlich auch um das Ausspähen von echten oder auch nur vermeintlichen „Geheimnissen”. Das Thema Atomspionage nimmt breiten Raum ein. Anfang Januar ist der Physiker Dr. Klaus Fuchs in London als sowjetischer Kundschafter enttarnt worden. Auch die Filmemacher nehmen sich dieser brisanten Themen an – entweder ernsthaft und spannend in aufregenden Thrillern verpackt, oder auf der Basis eher heiterer Verwicklungen. Letzteres ist bei der von Richard Eichberg produzierten Komödie Skandal in der Botschaft der Fall; um geheime Unterlagen nicht in die Hand einer fiktiven und namentlich nicht genannten totalitären Macht fallen zu lassen, bedient sich ein ebenfalls nicht näher bezeichneter (und natürlich böser Staat) der kriminellen Geschicklichkeit eines erfahrenen Geldschrankknackers, um an irgendwelche Geheimnisse heran zu kommen. Wer hätte das (nicht) gedacht?

Geldschrankknacker Fred Corvin (Victor de Kowa), der wegen seiner Untaten gerade eine Gefängnisstrafe absitzt, wird bei dieser Gelegenheit jedenfalls hoch offiziell zum stattlich geförderten Missetäter. Das Verbrechen, das ihn zuvor in den Knast gebracht hat, wird nun von Staats wegen von ihm verlangt, natürlich nicht ohne das Versprechen, ihm die Strafe dann zu erlassen. Immerhin wird aus dem Einbruch auf diese Weise eine „patriotische Tat“.

Weil der Böse BUbe dem Diplomaten Dr. Tanako wie aus dem Gesicht geschnitten ist, kommt es zu zahlreichen Verwicklungen, un das Publikum, das von Anfang an seine Sympathien Herrn Corvon geschenkt hat, sieht ihn in Freiheit und im Eheglück entfliehen. Es ist verständlich dass es bei solch einer Konstellation zu zahlreichen Verwicklungen kommt, die der Regisseur Erik Ode geschickt miteinander verbindet.

Daten zum Film

Skandal in der Botschaft (Illustrierte Filmbühne Nr. 968) ist eine deutsche Komödie der Eichberg-Filmproduktion aus dem Jahr 1950, die auf einer literarischen Vorlage von Georg Fraser beruht. Unter der Regie von Eric Ode spielen Viktor de Kowa (in einer Doppelrolle als Safeknacker Fred Corvon und Diplomat Dr. Tamanago), Jeanette Schultze (als Fanny), Michiko Tanaka (als Botschafterin), Andrew Engelmann (als Botschafter). Außerdem sind dabei: Mady Rahl, Fritz Odemar und Ernst Waldow. Kameramann ist Friedl Behn-Grund.  Das Drehbuch stammt von Georg Fraser, Karl Peter Gillmann und Kurt Schwabach, die Musik komponiertnHarald Böhmelt. – Deutsche Erstaufführung am 8. Dezember 1950, die Frankfurter Premiere ist an Weihnachten 1950 im Turmpalast.