Gefährliche Reise

Illustrierte Filmbühne Nr. 47  (E. S.) Der englische Film Gefährliche Reise aus dem Jahr 1946 hat keinen  bleibenden Eindruck hinterlassen. Doch der Besuch in den Wall-Lichtspielen in Sachsenhausen ist angeregt worden durch ein sehr farbenfrohes Plakat, auf dem ein attraktiver Stewart Granger zu sehen ist, der bereits einigen anderen britischen Filmen Profil gegeben hat.

Gefährliche ReiseBei der Londoner Gainsborough, die unter den Fittichen des mächtigen J. Arthur Rank steht – Rank ist mit seinem Mischkonzern finanziell in  Filmproduktionen involviert und betätigt sich auch als Super-Verleiher –, hat Granger bereits in den Filmen „Der Herr in Grau”, „Cornwall Rhapsodie”, „Die Madonna der sieben Monde” sowie „Gaslicht und Schatten” gespielt, bei einer anderen Firma wird er in „Caesar und Cleopatra eingesetzt.

Die Gainsborough hat sich seit einiger Zeit auf Kostümfilme spezialisiert, da diese in England Mitte der Vierziger Jahre beim weiblichen Publikum sehr beliebt sind und viel Geld in die Kinokassen spülen. Doch bald nach dem Ende des Krieges lässt das Interesse an dieser meist nur schwer verdaulichen Kost wieder nach. Noch ehe man sich in den Studios auf andere Stoffe orientiert, muss Granger nach dem gleichen Strickmuster noch einen Part in Gefährliche Reise (und danach in „Paganini”) spielen, ehe er bald danach in Richtung Hollywood abdampft.

Die Erinnerung des Autors an Gefährliche Reise ist ungenau und nur lückenhaft. Das Drama (oder ist es doch eher eine Romanze?) spielt jedenfalls in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als ein nicht gerade gut betuchter Schriftsteller namens Richard Darell (Stewart Granger) eine geheime Mission – in wessen Auftrag? – unternimmt, aber von einem nicht gerade zimperlichen Rivalen (Vincent Price als Sir Francis Castleton) in Intrigen und andere gefahrvollen Situationen verstrickt wird, wobei auch der Kampf um eine adelige Dame eine Rolle spielt. Mehr ist nicht geblieben.

Daten zum Film

Gefährliche Reise (Illustrierte Filmbühne Nr. 47 ) ist ein britischer Film mit dem Originaltitel „Caravan” aus dem Jahr 1946 (nach einer literarischen Vorlage von Eleanor Smith). Unter der Anleitung von Regisseur Arthur Crabtree agieren Stewart Granger (als Schriftsteller Richard Darell), Jean Kent (als Rosal), Anne Crawford (als Oriana Camperdene), Dennis Price (als Sir Francis Castleton). Der Film ist in deutscher Sprache erschienen, die Synchronsprecher sind aber nicht bekannt.  Uraufführung am 3. Juni 1946 in London, am 12. Juni 1947 in Berlin. In Frankfurt im März 1948 angelaufen. Vom Autor gesehen 1949 in den Wall-Lichtspielen in Frankfurt-Sachsenhausen.