Laurel und Hardy

Illustrierte Filmbühne Nr. 959 (E. S.) – Fest in der internationalen Filmgeschichte verankert ist der Ruhm von Stan Laurel und Oliver Hardy, die im deutschen Sprachraum allerdings als „Dick und Doof“ unter Wert vermarktet wurden. Als Anfang Dezember 1950 im Roxy  Stierkämpfer wider Willen anläuft, ist es ein Muss, sich diesen vermeintlichen Klamauk anzusehen, der in Wirklichkeit durchaus als „künstlerisch wertvoll“  zu betrachten ist.

StierkämpferEs ist zwar nicht gerade einer der besten Filme von Laurel und Hardy, der da über die Leinwand flimmert, aber kein noch so schlechtes Drehbuch, kein noch so abgedroschener Kalauer vermag die Lust an dem Komikerduo zu mindern, das im Laufe seines Filmlebens massenhaft Filme abgeliefert hat. Der Dicke und der Doofe machen ihren Unsinn wie eh und je. Und am schönsten ist es, wenn ihre Gags beinahe wie in Zeitlupe kommen – wie zum Beispiel in einer Springbrunnen-Szene, bei einer Eier-Darbietung oder zu Beginn des Stierkampfes. Stan, der mit Oliver in einer Detektivmission nach Mexiko gereist ist, muss dabei die Rolle eines Stierkämpfers übernehmen, weil er diesem zum Verwechseln ähnlich sieht. Wie immer in diesen Filmen geschehen um Laurel und Hardy und mit ihnen als Hauptpersonen jedenfalls an einem Tag so viel außergewöhnliche Dinge, wie bei normalen Menschen im Laufe eines ganzen Lebens. Diese Turbulenz – und der gleichzeitige, hintergründige Humor – macht den Erfolg aus, was sich immerhin in 106 gemeinsamen Produktionen (79 Kurzfilme, 27 Spielfilme) zwischen den Jahren 1926 und 1951 bewährt.

Laurel und Hardy sind zweifellos das berühmteste und erfolgreichste Film-Duo aller Zeiten und sie führen die Rangliste in dieser Hinsicht vor „Abbott und Costello“ (USA) oder „Pat und Patachon“ aus Dänemark an. Während Oliver Hardy sich dabei in den Filmen hauptsächlich als Schauspieler in die gemeinsame Arbeit einbringt, ist Stan Laurel der kreative, aber auch höchst schwierige Kopf des Duos. Als ausgebuffter Geschäftsmann ist er auch für Gagen und Verträge zuständig. Außerdem entwickelt Laurel zahlreiche Gags und Drehbücher und führt bei vielen  Filme im Hintergrund sogar die Regie.

Ende der Vierziger, Anfang der Fünfziger Jahre sind als weitere Filme von Laurel und Hardy in der Bundesrepublik neben Stierkämpfer wider Willen unter anderen die Titel „Hinter Schloss und Riegel“ (Filmbühne Nr. 676), „Lange Leitung“ (Filmbühne Nr. 677), „Dick und Doof in der Fremdenlegion“ (Filmbühne Nr. 1026), „Hilfe wir sind ertrunken – Die Wüstensöhne“ (Filmbühne Nr. 1077), „Zweimal Dick und Doof – Die Doppelgänger von Sacramento“ (Filmbühne Nr. 1248) und „Atoll K – Dick und Doof erben eine Insel“ (Filmbühne Nr. 1342) zu sehen gewesen.

Daten zum Film

Stierkämpfer wider Willen (Illustrierte Filmbühne Nr. 959) trägt den Originaltitel The Bullfighters und ist auch mit der Überschrift „Dick und Doof als Stierkämpfer“ vermarktet worden. Die Komödie stammt aus den USA (Herstellungsjahr 1945) und wird von 20th Century Fox in einer Länge von knapp 70 Minuten produziert. Als Darsteller sind Stan Laurel, Oliver Hardy, Margo Woode, Richard Lane, Carol Andrews, Ralph Sanford, Diosa Costello und Rory Calhoun zu sehen. Die Regie hat Malcolm St. Clair, das Drehbuch kommt von W. Scott Darling. Kamera: Norbert Brodine, Musik: David Buttolph. – Erstaufführung am 11. Mai 1945 in New York City, am 20. Oktober 1950 in der Bundesrepublik Deutschland, in Frankfurt erstmals zu sehen am 8. Dezember 1950 im Roxy.