Symbol des Glücks

Illustrierte Filmbühne Nr. 211 (E. S.) –  Mitte 1948 wird in Berlin erstmals in Deutschland der Film Symbol des Glücks gezeigt, der dann bis 1949 in den verschiedenen Kinos der so genannten Bi-Zone läuft. Im Rhein-Main-Gebiet ist er zu zum Jahreswechsel 1948/1949 im Gloriapalast in Offenbach, im Casino in Höchst, (Werbung: „Einer der schönsten Filme der letzten Zeit”), in den Römer-Lichtspielen in Praunheim und im Delphi in Preungesheim zu sehen.

Symbol des Glücks-neuAuch ich schaue mir den melodramatischen Film an, doch weniger der Geschichte wegen, sondern nur, um die Hauptdarstellerin Margaret Lockwood zu sehen. Denn als ich wegen eines leichten grippalen Infektes den Hausarzt aufsuche, lese ich im schmalen Wartezimmer im „Spiegel” eine despektierliche Beschreibung der Hauptdarstellerin, die ich zuvor schon in einigen anderen Filmen gesehen habe. Die Lockwood überzeuge nicht gerade durch große schauspielere Leistung lautet das wenig schöne Urteil, und außerdem sei sie nicht einmal besonders attraktiv und schön: „Die Nase spitz, die Lippen schmal und in einem ungewöhnlichen Doppelbogen geschwungen.” Süffisant bemängelt das Magazin ein Muttermal, dass „wie ein großes Schönheitspflaster (…) neben dem linken Auge (sitzt).”

Ziemlich starker Tobak, finde ich, und als ich den Film gesehen habe, finde ich die Lockwood immer noch beeindruckend, den Film aber mäßig. Es kommt halt ziemlich viel Durchschnittsware in die Kinos. Es ist auf jeden Fall einer jener Filme, deren literarische Vorlage gut und gerne auch Aufnahme in die Reihe jener Schicksalsromane hätte finden können, die zu dieser Zeit anfangen, die Kioske zu überschwemmen.

In einem sogenannten Heim für gefallene Mädchen kümmert sich die scheinbar gefühllose Anstaltsleiterin Lucie (eben jene Margaret Lockwood) um eine verzweifelte, junge Frau, die mit ihrem Kind Suizid begehen wollte. In zahllosen Rückblenden flimmern nun die unterschiedlichen Schicksale der Frauen über die Leinwände, wobei die Standesunterschiede eine wesentliche Rolle spielen. Der Film ist düster, reiht sich nahtlos in die Serie britischer Melodramen ein, die vor oder nach Kriegsende entstehen und den Markt überfluten. Auch der deutsche Titel Symbol des Glücks ist eher unglücklich gewählt, weist er doch eher auf eine Komödie als auf ein Drama hin.

Daten zum Film

Symbol des Glücks (Illustrierte Filmbühne Nr. 211). Der Originaltitel lautet The white Unicorn (Das weiße Einhorn) ist eine Drama-Literaturverfilmung aus Großbritannien nach eine Roman von Flora Sandstrom aus dem Jahr 1947. – Produktion Corfield Ltd., Verleih: J. Arthur Rank. – Drehbuch: Robert Westerby, A.R. Rawlinson, Moie Charles (verderben viele Köche den Brei?). – Regie: Bernhard Knowles. – Die Hauptdarsteller sind Margaret Lockwood (als Lucy), Dennis Price (als Richter Richard Glover), Joan Greenwood (als junge Frau namens Lottie Smith), Ian Hunter (als Philip Templar).

Welturaufführung am 30. Oktober 1947 in London, ab Juni 1948 in der britischen Zone im Angebot. Ab 7. Januar 1949 unter anderen im Delphi-Theater in Preungesheim im Casino in Höchst, im Gloria in Offenbach sowie  in den Römer-Lichtspielen in Praunheim.