Das zauberhafte Land

Illustrierte Filmbühne Nr. 956 (E. S.) – Hollywood ist schon seit jeher ein Synonym für den Begriff „Traumfabrik“. Wie am Fließband werden in Los Angeles Filme hergestellt, und dabei echte oder vermeintliche Wünsche des Publikums erfüllt. Als ein klassisches Paradebeispiel für die Schaffung einer solchen Traumwelt gilt der MGM-Farbfilm Das zauberhafte Land aus dem Jahr 1939. 

Das Zauberhafte LandBesonders in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem Kinder und Jugendliche soviel Hunger, Leid und Elend erlebt haben, ist ein solcher phantasievoller Märchenfilm wie geschaffen dafür, aus der harten Realität in eine prachtvolle Phantasiewelt entführt zu werden. Als der Streifen 1950 in die deutschen Kinos kommt, hat er noch kein bisschen Patina angesetzt.  Der Musical-Klassiker bietet jedenfalls bei seinem Erscheinen beste Unterhaltung. Vor allem das Lied „Over the Rainbow“ („Jenseits des Regenbogens“) ist als Ohrwurm unschlagbar und wird später einmal vom „American Film Institute“ auf Platz 1 der 100 besten amerikanischen Filmsongs aller Zeiten gesetzt. Weil die Homosexuellen der USA in dem Lied die Widerspiegelung eigener Sehnsüchte nach einer toleranteren und besseren Welt sehen, wird es in den 70er Jahren zu einer Art Hymne für sie. Doch das liegt alles noch in der Zukunft. Denn als ich den Film Anfang der 50er Jahre in den Harmonie-Lichtspielen sehe, sind es vor allem tollen Farben und der traumhaft schöne Inhalt, der mich begeistert. Das zauberhafte Land weiterlesen

Mädchen im Rampenlicht

Illustrierte Filmbühne Nr. 8  (E. S.) – 1947 kommt ein amerikanischer Revue-und Musikfilm in die deutschen Kinos, der persönliche Geschichten rund um die berühmten und legendären „Ziegfield Follies” erzählt. Ziegfeld selbst taucht nicht auf in dem Streifen – im Blickpunkt stehen vor allem die weiblichen Stars Judy Garland, Hedy Lamarr und Lana Turner; James Stewart ist in einer Nebenrolle zu sehen.

Mädchen im RampenlichtDer Film läuft dann in Frankfurt irgendwann auch im Lichtspiel-Theater von Herrn Gustav Kilian in der Wallstraße 22 in Sachsenhausen und der Zeitzeuge Erich S. berichtet, auf welch eher eigenartige Weise er den Film Mädchen im Rampenlicht – und das sogar ohne jedes Billett – gleich mehrmals, aber nur in kleinen Häppchen zu sehen bekommt.

„Die Kopien waren sehr knapp und so mussten sich meistens zwei Kinos, die ziemlich dicht beieinander lagen, eine Wochenschau teilen. In Sachsenhausen waren das die Harmonie und das Wall-Kino. Mehrmals am Tag musste also die Kopie von dem einen in das andere Kino geschleppt werden. Und so wurden dann auch die Anfangszeiten so aufeinander abgestimmt, so dass das irgendwie immer klappte. Dabei gab es für uns kleine Botenjungen oft Gelegenheit, Teile des Hauptfilms zu sehen. So richtig komplett aber nie. Das spielte aber auch keine so große Rolle, denn es interessierte uns nicht so sehr die Handlung als vielmehr ein Blick auf Judy Garland, Hedy Lamarr und Lana Turner.” Mädchen im Rampenlicht weiterlesen