Inspektor Goddard

Illustrierte Filmbühne Nr. 1137 (E. S.) – Wieder einmal ein Besuch im Roxy in der Innenstadt von Frankfurt am Main. Geschuldet ist dies dem Hauptdarsteller Alan Ladd, der sich diesmal als Inspektor Goddard von der Kriminalabteilung der US-Bundespost auf Verbrecherjagd begibt.

Alan Ladd ist mit seiner unterkühlten und lässigen Art ein beliebter Darsteller in Kriminal-, Abenteuer- und Acitionsfilmen dieser Jahre. Seine trockene und zugleich nonchalante Art machen ihn bei den Jugendlichen besonders beliebt. Und viele amerikanische Kriminalfilme dieser Zeit haben halbdokumentarischen Charakter, der das jugendliche Publikum ebenfalls anspricht. Diese Streifen orientieren sich meist an der Tätigkeit der Sicherheitsorgane großer US-Institutionen wie etwa des Schatzamtes oder – in diesem gezeigten Fall – der US-Post. Ähnliche Filme dieser Art sind „Der Todeskuss”, „Straße ohne Namen”, „Polizeirevier 21” oder „Geheimagent T”, um nur einige zu benennen. Auch Inspektor Goddard reiht sich hier ein und versucht ein realistisches Bild von der Arbeit der Beamten im Kampf gegen das Verbrechen zu zeichnen. In diesem Fall geht es um einen geplanten Raub von einer Million Dollar. Einer der Sicherheitsleute ist bereits ermordet worden, also schleicht sich Goddard in die Bande hinein, um als Undercover-Agent den großen Coup zu vereiteln. Inspektor Goddard weiterlesen

Kalkutta

Illustrierte Filmbühne Nr. 59  (E. S.) – Es ist gewiss kein herausragender Film, der im Winter 1948 in den Nidda-Lichtspielen in Nied zu sehen ist, aber er bringt wenigstens eine erstmalige Leinwand-Begegnung mit Alan Ladd in einem Schmuggel- und Fliegerdrama, das im Fernen Osten angesiedelt ist, wobei zwischen Kalkutta in Indien und Chungking in China Juwelen verschoben und illegal über die Grenzen gebracht werden. 

KalkuttaDie ganze Schieberei erinnert zwangsläufig an die Zeit vor der Währungsreform in Deutschland, doch obwohl es noch hier und da an Konsumgütern mangelt, ist die Zeit des Schwarzmarktes vorbei. Nach dem Geldumtausch von 20. Juni sind plötzlich viele Dinge in den Läden aufgetaucht, von denen der Bürger nicht einmal ansatzweise ahnt, dass sie wirklich existieren, und die von „cleveren” Geschäftemachern lange gebunkert worden sind, um möglichst schnell an das neue und stabile Geld zu kommen. Dem Filmbesucher ist es zu dieser Zeit aber fast schon egal, denn er erfreut sich an der aufregenden Exotik des Fernen Ostens und den vielen dramatischen Abenteuern.

Die Piloten Neale Gordon (Alan Ladd) und Pedro Blake (William Bendix) suchen die Mörder ihres Freundes, lassen sich dabei auch nicht durch schmerzhafte Gegenaktionen der Gangster aus der Fassung und von ihre Vorhaben abbringen. Tatsächlich gelingt es ihnen, die Drahtzieher des kriminellen Schmuggelrings zu entlarven. Kalkutta weiterlesen

In Ketten um Kap Horn

Illustrierte Filmbühne Nr. 20  (© E. S.) – Irgendwie ist das Drumherum noch immer ein wenig beängstigend – als die Scala-Lichtspiele am 21. September 1947 mit dem Film In Ketten um Kap Horn den Betrieb wieder aufnehmen, bietet die Frankfurter Innenstadt ein Bild der Zerstörungen. Doch die Menschen strömen in die Kinos, Unterhaltung ist gefragt, auch wenn es nicht immer die beste ist… 

In Ketten um Kap HornDas Kino befindet sich ganz am oberen Ende der Schäfergasse (Hausnummer 29). Die Große Friedberger Strasse, die Alte Gasse, Petersstraße und die Vilbeler Straße bilden hier eine große Kreuzung; einst hieß dieser Ort nach der nebenan stehenden Kirche auch Petersplatz. Die inzwischen notdürftig hergerichtete, aber freundlich-helle Fassade des Traditionshauses täuscht freilich nicht über die Trümmerberge hinweg. Das Haus links neben dem Eingang ist völlig zerstört, rechter Hand sind die Außenfronten übersät mit Einschlägen von Bombensplittern, die Fensterhöhlen sind nur provisorisch hergerichtet. Und direkt neben dem Eingang, wo die Menschen in einer langen Schlange anstehen, liegen immer noch Berge von Schutt.

Die Menschen, die von Alltagssorgen geplagt werden, suchen hier nach Zerstreuung, wollen etwas erleben. Kino heisst das Zauberwort, auch bei dem Film In Ketten um Kap Horn. Es ist allerdings ein bisschen viel an Dramatik, was den Zuschauern da vorgesetzt wird, auch wenn das Ganze auf einem Tatsachenbericht von Richard Henry Dana (Brian Donlevy) beruht, der selbst auf dem Schiff mitsegelte. In Ketten um Kap Horn weiterlesen