Tal der Leidenschaften

Illustrierte Filmbühne Nr. 1139 (E. S.) – Bürgerkriege haben ihre ganz eigenen Gesetze wie jedermann aus der Geschichte weiß. In Korea tobt in den Jahren zwischen 1950 und 1953 ein schlimmes Gemetzel zwischen dem Norden und den Süden. Schon früher gab es diese unheilvollen Auseinandersetzungen, die eingebrannt sind in das Gedächtnis der Menschheit. Zur Zeit des Koreakrieges läuft in Deutschland der Film Das Tal der Leidenschaften, der sich mit dem amerikanischen Bürgerkrieg beschäftigt.

Titelblatt der Filmbühne (© Filmverlag Unucka)

Erstmals ist dieser groß angelegte US-Film am 24. April 1951 im Frankfurter Metro im Schwan zu sehen und er vermittelt dem Zuschauer Ausschnitte aus der amerikanischen Geschichte. Dabei werden sowohl politische als auch private Geschehnisse lebendig gemacht. Alles spielt während der Präsidentschaft von Abraham Lincoln um 1861, zu einer Zeit also, als der Abfall der Südstaaten zum Ausbruch dieses unbarmherzig geführten Bürgerkriegs in den Vereinigten Staaten führt. Ganz eng verknüpft mit den vielfältigen kriegerischen Ereignissen ist das Geschick der Familie Dabney, die das wilde und fruchtbare Lebanon-Tal im Süden des Staates Mississippi in jahrelanger Arbeit kultiviert hat und nun mitsamt ihrer großen Plantage in den Strudel des Bürgerkriegs hineingerissen wird.

In fast blauäugiger Manier versucht der reiche Großgrundbesitzer Hoab Dabney (Ward Bond) sein Land aus dem Krieg herauszuhalten, indem er seine „eigene Unabhängigkeit” postuliert. Welch eine Fehleinschätzung! Denn die Folgen seines Handelns sind überaus blutige Kämpfe gegen die eigene Armee.

Neun Jahre nach dem Erfolgsfilms „Vom Winde verweht” ist der oftmals etwas verworrene Streifen dann doch nur eine magere Kopie seines Vorbildes. Daran ändern weder die Arbeit von Regisseur George Marshall noch die stark auftretenden Morna Dabney (Susan Hayward) und Lokaljournalist Keith Alexander (Van Heflin) etwas.

Daten zum Film

Das Tal der Leidenschaften (Illustrierte Filmbühne Nr. 1139) mit dem amerikanischen Originaltitel Tap Roots ist eine dramatische
Literaturverfilmung nach einer Vorlage von James H. Street aus dem Jahr 1948 (Universal Pictures). In dem Film mit einer Länge von 109 Minuten spielen unter Regisseur George Marshall die Darsteller 
Ward Bond (als Plantagenbesitzer Hoab Dabney) Susan Hayward (als seine Tochter Morna Dabney), Van Heflin (als Lokalreporter Keith Alexander), Boris Karloff (als Indianner Tishomingo), Julie London (als Aven Dabney), Whitfield Connor (als Soldat Clay MacIvor, früherer Freund von Morna), die wichtigsten Rollen. Produzent ist Walter Wanger, am Drehbuch werkeln Alan LeMay und Lionel Wiggam. Die Kamera führen Winton C. Hoch und Lionel Lindon, die Musik komponiert Frank Skinner.

Einige deutsche Synchronstimmen: Curt Ackermann (Van Heflin), Eleonore Noelle (Susan Hayward), Wolfgang Eichberger ( Ward Bond), Wolfgang Preiss ( Whitfield Connor), Ursula Traun (Julie LOndon). – USA-Premiere am 25. April 1948, deutsche Erstaufführung am 6. April 1951, in Frankfurt erstmals am 24. April 1951 im Metro im Schwan zu sehen.