Tarzan wird gejagt

Illustrierte Filmbühne Nr. 934 (E. S.) Am 21. Dezember 1950 ist in den diversen Zeitungen zu lesen, dass  sich zwei junge Studenten von einem Fischkutter auf Helgoland haben absetzen lassen, um gegen die Nutzung der Insel als Übungsziel für die britische Luftwaffe zu protestieren. Später werden noch weitere Jugendliche folgen. 

TarzanZu solchen Aktionen gehört ohne Zweifel viel Mut, viel mehr jedenfalls, als ein gewisser Johnny Weissmüller aufbringen muss, wenn er sich als Tarzan durch diverse Abenteuer kämpft. Jedenfalls „tarzant“ es Ende der Vierziger, Anfang der Fünfziger heftig in den deutschen Kinos und auch auf Frankfurter Leinwänden stösst Tarzan seinen urigen Urwald-Schrei aus. Am 22. Dezember 1950 – einen Tag nach der Helgoland-Aktion – läuft wieder einmal ein solcher Dschungel-Streifen an, überschrieben mit Tarzan wird gejagt und annonciert als „ein erregendes Abenteuer des Dschungelfürsten. Herr Weissmüller – einst fünfmaliger Olympasieger und vielfacher Weltrekordhalter im Schwimmen – hat zwar „nur“ zwölf  solcher Dschungelfilme gemacht, ist aber als Tarzan allgegenwärtig, trotz seiner begrenzten schauspielerischen Möglichkeiten. Immer dabei in den Filmen die hübsche Jane, am Anfang gespielt von Maureen O’Sullivan, später – wie auch in diesem vorletzten Film mit Weissmüller – von ihrer Nachfolgerin Brenda Joyce. Und auch ein liebenswerter Schimpanse darf nicht fehlen.

Weissmüllers vorletzter Film

Tarzan wird gejagt ist der vorletzte Film mit Herrn Weissmüller und stammt aus dem Jahr 1947, später werden Gordon Scott und Lex Barker sich als seine Nachfolger versuchen; auch andere Darsteller erscheinen zwischenzeitlich immer mal auf den Leinwänden, wo es dann richtig turbulent zugeht. Denn Tarzan kämpft in der grünen Hölle, Tarzan turnt in den Ruinen einer alten Stadt herum, Tarzan schwingt sich von Baum zu Baum – und Tarzan befindet sich natürlich immer im Kampf mit fauchenden Tigern, mit reißenden Leoparden und heimtückischen Krokodilen.

In Tarzan wird gejagt erlebt der gute Kerl erlebt einige spannende Abenteuer, ehe er mit Hilfe einer Elefantenherde die weißen Bösewichte aus dem Dschungel vertreibt. Weil das alles recht gut fotografiert und in Szene gesetzt ist, erscheint das rundum abenteuerliche Märchen mit seinen prachtvollen Kulissen und den sehenswerten Tieraufnahmen durchaus als eine kurzweilige Unterhaltung – insbesondere für Jugendliche. Doch die Aktion auf Helgoland erscheint mir weit gefährlicher und interessanter als das, was ich im Kino an mir vorüberziehen lasse…

Daten zum Film

Tarzan wird gejagt (Illustrierte Filmbühne Nr. 934) ist ein RKO-Abenteuerfilm aus den USA aus dem Jahr 1947. In dem 80 Minuten langen Film spielen unter der Regie von Kurt Neumann die Darsteller Johnny Weissmüller (als Tarzan), Brenda Joyce (als Jane), Johnny Sheffield (als Boy), Patricia Morison (als Tanja) und Barton MacLane (als Weir). Deutsche Synchronstimmen: Wilhelm Borchert (Johnny Weismüller), Rose-Sybille Lorandt (Jane), Gerd Vespermann (Boy). Am Drehbuch werkeln – nach der literarischen Vorlage von Edgar Rice Burroughs – die Herren Jerry Gruskin und Rowland Leigh. An der Kamera steht Archie Stout, die Musik kommt von Paul Sawtell. – Erstaufführung in den USA am 5. April 1947, in Deutschland am 16. November 1950, in Frankfurt zu sehen ab 22. Dezember 1950 im Eden.

12 Tarzan-Filme mit Weissmüller

Tarzan, der Affenmensch (1932), Tarzans Vergeltung (1934), Tarzans Rache (1936), Tarzan und sein Sohn (1939), Tarzans geheimer Schatz (1941), Tarzans Abenteuer in New York (1942, alle mit Co-Star Maureen O’Sullivan), Tarzan und die Nazis (1942, mit Frances Gifford), Tarzan, Bezwinger der Wüste (1943, mit Nancy Kelly), Tarzan und die Amazonen (1945), Tarzan und das Leopardenweib (1946) Tarzan wird gejagt (1947), Tarzan in Gefahr (1948, alle mit Co-Star mit Brenda Joyce). – Die in Deutschland bekannten späteren Tarzan-Darsteller Gordon Scott (sechs Streifen), und Lex Barker (fünf) erreichen nie die Popularität von Weissmüller, obwohl hier schon mit weit besserer Tricktechnik gearbeitet werden kann.