Badende Venus

Illustrierte Filmbühne Nr. 500 (© E. S.)–  Esther Williams ist in den USA eine erfolgreiche Schwimmerin und hat sie sich für die Olympischen Spiele 1940 in Tokio qualifiziert. Doch die Athletin muss ihren sportlichen Traum von einer Medaille – wie so viele andere – dann doch begraben. Der japanisch-chinesische und danach der Zweite Weltkrieg macht auch ihr – wie so vielen anderen Sportlern – einen Strich durch die Rechnung: die zunächst in Tokio und danach in Helsinki geplante Olympiade wird abgesagt.

Badende VemusNach dieser enttäuschenden Erfahrung wechselt die junge Schwimmerin in die populäre Wassershow „Aquacade”, in der zeitweise auch der legendäre Tarzan-Darsteller Johnny Weissmüller – ebenfalls ein sehr populärer Schwimmer und Weltrekordhalter – auftritt. Esther Williams wird dort schnell von Hollywoods Talentscouts entdeckt, und umgehend in „Wasserrevuen” vermarktet. Im Jahr 1944 dreht sie den Film Badende Venus; er gilt als erstes Wassermusical, der Komiker Red Skelton ist ihr männlicher Partner. Danach dreht sie noch mehrere finanziell durchaus erfolgreiche Filme, schafft aber den von ihr angestrebten Durchbruch in ein Charakterfach nicht – was man ihr wird kaum ankreiden können, schließlich ist sie keine Schauspielerin, sondern „nur” Sportlerin und trägt den Hollywood-Stempel „geeignet für leichte Unterhaltungskost”. Schon Anfang der 60er Jahre gibt sie deshalb ihre „Filmkarriere” auf und tummelt sich fortan im Mode- und Kosmetikbereich, aber immer irgendwie verbunden mit dem nassen Element.

Der MGM-Film Badende Venus kommt 1950 in die deutschen Kinos und wird wie in den USA zu einem Riesenerfolg. Dabei ist Esther Williams ist ja nur eine Seite der schönen Medaille, die andere ist die Musik – einfach umwerfend und faszinierend. Wenn der Trompeter Harry James seinen „Trumpet Blues” spielt, sind die meist jungen Besucher im Kino völlig hingerissen; Xavier Cugat begeistert zugleich mit feurigen und rhythmischen Klängen seiner Band. Da spielt die eher sehr dünne Handlung kaum noch eine Rolle; sie ist halt „amerikanisch-puritanisch” und heute auch kaum noch erinnerlich (und auch unwichtig).

Daten zum Film

Badende Venus (Illustrierte Filmbühne Nr. 500) mit dem Originaltitel Bathing Beauty ist ein Wassermusical in Technicolor aus dem Jahr 1944 (MGM), die Regie hat George Sidney. Die Darsteller sind Esther Williams (als Schwimmlehrerin Carolin Brooks), Red Skelton (als Komponist Steve Elliot), ferner: Basil Rathbone, Carlos Ramirez, Xavier Cugat, Harry James. – Deutsche Stimmen: Gisela Trowe (Esther Williams), Georg Thomalla (Red Skelton).

Frankfurter Start am 13. Oktober 1950 im Metro im Schwan, vom Autor gesehen Ende 1950 in den Harmonie-Lichtspielen in Frankfurt-Sachsenhausen bei der Nachaufführung.