Das Haus der sieben Sünden

Illustrierte Filmbühne Nr. 365 (E. S.) – Die attraktive  Barsängerin Mijou (Marlene Dietrich) und der Armeeoffizier Bruce Whitney (John Wayne) sind die Hauptdarsteller des Universal-Films Das Haus der sieben Sünden, bei dem nicht so schnell klar wird, ob er als Melodram oder vielleicht humoristischer Abenteuerfilm angelegt ist. Der Streifen ist 1940 in Filmstudios in Hollywood aufgenommen worden, einige wenige Außenaufnahmen werden in einem kalifornischen Hafen gedreht.  Also weit weg von der Südsee, die den Hintergrund der Handlung abgibt.

Haus der 7 sündenZu dieser Zeit gilt der Pazifische Ozean aus Sicht der Produzenten trotz der bereits starken Präsenz der US-Flotte durchaus als ein paradiesisches Stück unserer Erde. Und niemand von den Filmemacher ahnt, dass am 7. Dezember 1941 – wenige Monate nach dem Ende der Dreharbeiten  – ein japanischer Angriff auf den Stützpunkt Pearl Harbor erfolgen wird, der dann den Kriegseintritt der USA zur Folge hat. Weil vorher alles noch ruhig ist auf dem großen Wasser zwischen dem amerikanischen und asiatischen Kontinent, haben es die Marines also hauptsächlich mit so renitenten Leuten wie der Barsängerin Bijou zu tun, die von Insel zu Insel reist und dabei nicht nur die Soldaten und Einheimischen mit ihren Liedern unterhält, sondern ständig für Ungemach sorgt. Schlägereien wegen ihr sind an der Tagesordnung. Immer wieder wird sie von den Behörden  ausgewiesen.

Bei ihrer ruhelosen und nicht immer freiwilligen Fahrt durch die Südsee – so verrät uns jedenfalls die „Illustrierte Filmbühne Nr. 365” – lernt sie jedenfalls auf dem Stützpunkt Boni-Komba in der Bar „der sieben Sünden” den jungen Marineoffizier Bruce Whitney (John Wayne) kennen, der sich nicht nur in sie verliebt und sie heiraten, sondern wegen ihr auch seinen Dienst quittieren will. Doch Bijou weist nach „schwerem seelischen Qualen” seinen Antrag ab, weil sie seine Karriere nicht zerstören will.

Besonders interessant in dem Film ist das Auftreten von John Wayne, der nach dem Western „Höllenfahrt nach Santa Fe („Stagecoach”, „Ringo”) von 1939 gerade dabei ist, seinen jahrelangen Daueraufenthalt in schlichten B-Western zu beenden und der nun eine seiner ersten ernst zu nehmenden Rollen spielt. Der junge Wayne meistert die Aufgabe recht bravourös, obwohl er in diesem Streifen (vorerst) nur die zweite Geige spielen darf.

Als Star des Films ist von Universal-Produzent Joe Pasternak die erfahrene Marlene Dietrich ausgeguckt worden, die allerdings in den Jahren zuvor in Hollywood auch einen „Durchhänger” hatte. Pasternak jedoch hatte ihr im Jahr zuvor (1939) mit der Rolle der Sängerin Frenchy in „Der große Bluff” zu einem erfolgreichen Comeback verholfen. Und mit Das Haus der sieben Sünden geht der Höhenflug weiter.

Daten zum Film

Das Haus der sieben Sünden (Illustrierte Filmbühne Nr. 365) trägt den Originaltitel Seven Sinners und ist ein Melodram der Universal aus dem Jahr 1940. Unter der Regie von Tay Garnett und produziert von Joe Pasternak spielen Marlene Dietrich (als Bijou) und John Wayne (als Leutnant Bruce Whitney). Weitere Mitwirkende sind Broderick Crawford, Mischa Auer, Billy Gilbert, Albert Dekker und Oskar Homolka. Die deutschen Stimmen kommen von Gisela Breiderhoff (Marlene Dietrich) und Axel Monjé (John Wayne).

Erstaufführung am 25. Oktober 1940 in den USA, am 8. Juli 1949 in der Bundesrepublik Deutschland, ab 12. August des gleichen Jahres im Bieberbau.