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Revue

Die Frau meiner Träume

Illustrierte Filmbühne Nr. 186  (E. S.) – Anfang August 2020 war im Fernsehsender RBB wieder einmal der Film Die Frau meiner Träume zu sehen. Es ist einer jener Streifen, die noch in der Nazi-Zeit produziert und uraufgeführt worden ist, wegen inhaltlicher „Unbedenklichkeit” aber auch bald nach Ende des Zweiten Weltkrieges recht schnell von den Besatzungsbehörden als so genannte „Reprise“ wieder zur Vorführung freigegeben worden ist.

Die meisten Deutschen haben den Film nach seiner Premiere am 25. August 1944 im „Marmorhaus“ und im „Germania“ in der Frankfurter Allee in Berlin nicht mehr zu sehen bekommen. Die Endphase des Krieges ließ das gar nicht zu. Viele Männer waren an der Front, viele Frauen mit ihren Kindern evakuiert oder Fliegerangriffen ausgesetzt, unvermittelt aufheulende Sirenen, Versorgungsprobleme überall: da stand nur noch wenigen Menschen der Sinn nach Film-Unterhaltung dieser Art. Das änderte sich aber nach der Kapitulation schnell, denn trotz der immer noch sehr schwierigen Zeiten ist Spaß ein probates Mittel gegen die vielfältigen, alltäglichen Sorgen.

Vor allem die zündenden Schlager von Franz Grothe haben es den Menschen angetan, sie werden auch immer häufiger im Rundfunk gespielt, der Titel „In der Nacht ist der Mensch nicht gern alleine” wird zum echten Gassenhauer, aber auch die Schlager „Mach’ dir nichts daraus” oder „Alles ist noch wie ein Traum für mich” sind in aller Ohren. Die Handlung des Films ist gleichwohl eher schlicht.

Der Revuestar Julia Köster (Marika Rökk) ist völlig überarbeitet, flieht in den wohlverdienten Urlaub und steigt unterwegs irrtümlich aus dem auf freier Strecke anhaltenden Zug. In einem nahegelegenen, einsamen Blockhaus findet sie Unterschlupf bei den Bauingenieuren Peter Groll (Wolfgang Lukschy) und Erwin Forster (Walter Müller). Julia und Peter verlieben sich schnell ineinander, doch als Peter erfährt, dass sie keine einfache Hausfrau, sondern eine Unterhaltungskünstlerin ist, will er nichts mehr mit ihr zu tun haben, steckt er doch in dieser Hinsicht voller Vorurteile.

Doch natürlich springt er – das Finale naht mit Riesenschritten  – über seinen Schatten und sitzt am Premierenabend strahlend in der Vorstellung. Auch in diesem Film gilt wie so oft in diesem leichten Genre: Ende gut, alles gut…

Daten zum Film

Die Frau meiner Träume (Illustrierte Filmbühne Nr. 186) ist ein deutscher Ufa-Musikfilm aus dem Jahr 1943/44 in Agfacolor. Das Drehbuch stammt von Johann Vaszary und Georg Jacoby, der Ehemann von Marika Rökk. Jakoby führt auch die Regie. Als Darsteller agieren Marika Rökk (als Revuestar Julia Köster), Grethe Weiser (als Julia Kösters Zofe Luise), Valentin Froman (als Solotänzer), Wolfgang Lukschy (als Oberingenieur Peter Groll), Walter Müller (als Ingenieur Erwin Forster). Die Musik stammt von Franz Grothe. – Erstaufführung waram 25. August 1944 in den Berliner Kinos Marmorhaus und Germania in der Frankfurter Allee. – In Frankfurt am main lief der Film ab 27. August 1948 im Central in Griesheim, im Apollo in Bornheim, im Römer in Praunheim und in den Ton-Lichtspielen in Rödelheim. – Zuletzt gesehen im Fernsehen Anfang August 2020.

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Krimi

Das Testament des Dr. Mabuse

Illustrierte Filmbühne Nr. 1237 (E. S.) – Der Thriller Das Testament des Dr. Mabuse aus dem Jahr 1933 ist in Deutschland erstmals im August 1951 zu sehen, in Frankfurt am Main wird er am 11. September 1951 im „Bieberbau” an der Hauptwache gestartet.

testament dr. MabuseDer große Regisseur Fritz Lang schuf diesen Kriminalreißer 1932/33 in einer deutschen und französischen Fassung, doch wurden beide Versionen wegen der Parabel auf die Naziherrschaft in Deutschland verboten. Der Bezug zum Faschismus ist unübersehbar. „Die Essenz dieses Films ist”, so schreibt ein Kritiker nach der Aufführung in Frankfurt, „dass ein Wahnsinniger Gesunde so unter seinen Einfluss bringen (kann), dass sie in seinem hypnotischen Auftrag Verbrechen begehen.” Und der Journalist fährt danach fort: „Propagandaminister Goebbels’ Köpfchen begriff, dass eine solche Essenz nicht unter die Leute kommen durfte.” Doch abgesehen von den politischen Aspekten „ist der Film ein spannend und suggestiv inszenierter Thriller von außergewöhnlich kreativer Gestaltung” wie es in einer weiteren Beurteilung heisst.

Fritz Lang indessen hatte das Thema schon lange vor 1933 fasziniert, denn der Regisseur hat bereits 1922 einem zweiteiligen Stummfilm mit dem Titel „Dr. Mabuse, der Spieler” geschaffen, aber mit dem Aufkommen des Tonfilms ließ sich die Gestalt des ”genialen Verbrechers” noch dramatischer darstellen. So entstand die Geschichte eines Mannes, der zwar schon seit langem in einer psychiatrischen Heilanstalt lebt, aber mit Hilfe eines von ihm beeinflussten und manipulierten Arztes Angst und Entsetzen in der Welt verbreiten kann.

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Familie Lustspiel

Mutter sein dagegen sehr!

Illustrierte Filmbühne Nr. 1231 (E. S.) – August 1951. Wieder einmal großartige Premierenstimmung in Frankfurt! Wieder einmal wird im „Turmpalast” am Eschenheimer Turm eine „Welturaufführung” präsentiert – jedenfalls legt Pressechef Schneider von der Verleihfirma Siegel-Monopol großen Wert auf diese Bezeichnung, warum auch immer.

MutterEs geht um das Lustspiel Mutter sein dagegen sehr!, in dem Ilse Werner, Paul Klinger und Paulchen Kemp die Hauptrollen spielen. Paul Klinger ist bei der Erstaufführung „persönlich anwesend”, wie es so schön formuliert wird, Paul Kemp ist ebenso dabei wie auch der Komponist Peter Igelhoff und die drei Kinder Dagmar Jansen, Saskia Daniel und Heiko Kaiser. Ilse Werner ist verhindert, aber die Stimmung im großen Kinosaal ist gleichwohl prächtig, was vor allem den drei Kindern geschuldet ist.

Der Autor dieses Bericht ist als blutjunger Reporter einer Jugendzeitschrift eingeladen, und findet deshalb schneller Zugang zu den Jugendlichen als so mancher älterer Kollege von den etablierten Tageszeitungen. So erfährt er von Dagmar Jansen, die ein Meerschweinchen dabei hat, dass sie bereits vor diesem Film in einem kleinen Werbestreifen für Bleichmittel mitgemacht hat, und sie bedankt sich sogleich auch noch bei Doktor Eichler., der zwar nirgendwo im Film genannt wird, aber tatsächlich die ganzen Kinderszenen ohne Drehbuch und sonstigem Klimbim arrangiert hat. Dieser Herr Eichler hat schon beim „Doppelten Lottchen” dafür gesorgt, dass alles ohne Probleme abgelaufen ist, er ist Spezialist für so genannte Kinderregie, was ihm aber von den Produzeten und Regisseuen nicht gedankt wird. Deshalb fällt sein Name im Vorspann unter den Tisch. Der Ruhm hat andere Väter…

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Revue

Sensation in San Remo

Illustrierte Filmbühne Nr. 1220 (E. S.) – Die in der Bundesrepublik der Fünfziger Jahre typische Lustspiel-Geschichte ist schnell erzählt. Weil der leicht vertrottelte, aber durchaus ehrenwerte Professor Feldmann (Ewald Balser) auf hohen Hypothekenschulden sitzt, arbeitet Töchterlein Cornelia (Marika Rökk) – im Brotberuf noch Gymnastiklehrerin -, unter den Inkognito-Namen „Corrie Walden” als Tänzerin in einem Nachtklub…

San Remo

Cornelia tut das einerseits, um den Papa finanziell zu entlasten, andererseits aber auch, um sich ihre heimlichen Träume von einem großen Leben als Bühnenstar zu erfüllen. Weil der Zeitgeist in der Bundesrepublik im Jahre 1951 – die Moral ist fünf Jahre nach Kriegsende höchst prüde und zudem verklemmt – die Arbeit in einem Nachklub von vielen Menschen als höchst bedenklich angesehen wird, ergeben sich aus der verzwickten Situation für „Corrie Walden” natürlich allerlei Komplikationen. So ist es auch nicht schwer zu erraten, dass die „unmoralische” Verhaltensweise des Professoren-Töchterleins ein längeres Versteckspiel mit Verwirrungen und diversen menschlichen Enttäuschungen nach sich zieht. Doch wie nicht anders zu erwarten, winkt bald das Glück am Bühnenhimmel. Cornelias Doppelleben findet ein Ende, ihr baldiger Ruhm als Tänzerin ist nur noch reine Formsache, und die längst aufgeflammte Liebe zwischen ihr und dem komponierenden Kapellmeister Robert Valenta (Peter Pasetti) kommt zu einem glücklichen Ende.

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Lustspiel Revue

Johannes und die 13 Schönheitsköniginnen

Illustrierte Filmbühne Nr 1215 (E. S.) – Mit großem Rummel erlebt der Film Johannes und die 13 Schönheitsköniginnen Ende September 1951 im Frankfurter Turmpalast seine Uraufführung. Der Herzog-Filmverleih scheut in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesbahn weder Kosten und Mühen, um dem Publikum die Hauptdarsteller (und unter anderen auch Miss Germany, Miss Baden und Miss Westberlin) zu präsentieren.

JohannesbraunHöhepunkt ist die Ankunft eines Sonderzuges am Hauptbahnhof, und die Zahl 13 aus dem Filmtitel wird genutzt, um die Sache noch werbewirksamer zu machen. Denn der Zug läuft genau um 13.13 Uhr auf Gleis 13 ein, später steht der Zug noch einmal auf Gleis 1 des Frankfurter Südbahnhofs. Von 17.23 bis 18.13 Uhr werden hier nochmals Autogramme verteilt. Mit von der Partie sind der überaus gestresst wirkende Rudolf Prack, eine Grethe Weiser in bester Laune – sie reitet sogar auf einem Esel durch die Sperre an Gleis 13 –, Hans Richter und Kurt Pratsch-Kaufmann. Der Bahnhof ist überfüllt mit Autogrammjägern und „Seh-Leuten”, die einen Blick auf ihre Leinwand-Lieblinge erhaschen wollen. Am Bahnsteig herrscht dichtes, fast gefährliches Getümmel, halb Frankfurt scheint an diesem sonnigen Donnerstagnachmittag auf den Beinen zu sein. Am nächsten Tag berichtet die „Frankfurter Rundschau”:

„Der Bahnhofsvorplatz glich einem Hexenkessel. Eine halbe Stunde lang verhinderte das begeisterte Publikum die Abfahrt des Omnibusses. Es war ein (…) turbulentes Volksfest.”

Am Ende sind die Schauspieler restlos erledigt, denn zwischen all dem Trubel und den Autogrammstunden präsentieren sich auch noch bei mehreren Vorstellungen dem Publikum im Turmpalast.

Anfang der Fünfziger Jahre sind Schönheitswettbewerbe der große Hit in der Bundesrepublik Deutschland. Zwar hat es solche Wettbewerbe schon in den 30er Jahren gegeben, aber die Nachkriegszeit – verbunden mit beginnendem wirtschaftlichem Aufschwung –, bringt die Lawine der Miss-Wahlen erst so richtig in’s Rollen. Erster Veranstalter ist eine Modezeitschrift, später tritt „Opal” als Geldgeber auf, sind doch die gleichnamigen „Feinstrumpfwerke” aus Schleswig-Holstein daran interessiert, ihre Beinkleider mittels werbewirksamer Miss-Wahlen an die Frau zu bringen. Jedenfalls solange bis die Firma 1962 Konkurs anmelden muss…

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Revue

Duell in der Manege

Illustrierte Filmbühne Nr. 1209 (E.S.) Im dekorativen neuen Gewand präsentiert sich das Frankfurter Innenstadt-Kino „Roxy”, als am 22. Februar 1952 der MGM-Film „Duell in der Manege“ seine Frankfurter Premiere erlebt. Innerhalb von nur zehn Tagen ist das Lichtspielhaus, das drei Jahre nach dem Kriegsende (am 16. November 1948) seinen Spielbetrieb inmitten von Trümmern aufgenommen hat, modernisiert worden.

AnnieIm Innenraum sorgen neue Hochpolsterstühle in Rot und eine Fußboden-Erhöhung für bequemere Sicht auf die Leinwand. Der Kassenraum im Eingangsbereich besteht aus einer Mischung aus Glas und Metall, insgesamt ein Ambiente, dass der Zeit angemessen ist. Und zur Wiedereröffnung gibt es einen Film, der die Herzen der Stammkunden höher schlagen lässt. Denn dieser farbenprächtige Streifen ist die Verfilmung des großen Broadway-Erfolges „Annie get your Gun” von Irving Berlin. Es ist eine ziemlich freie Schilderung des Lebens der berühmten amerikanischen Kunstschützin Annie Oakley (1860-1926), die im glitzernden Reich der Wildwestschauen mit Buffalo Bill und Häuptling Sitting Bull ihre Schießkünste feilbietet. Cowboys, Indianer und Artisten prägen das bunte Bild der Zirkusnummern, in denen Eifersucht und Ehrgeiz eine große Rolle spielen – und natürlich auch die Liebe.

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Drama Romanze

Königin Christine

Illustrierte Filmbühne Nr. 1202 (E. S.) – Ende Dezember 1951 kommt im Frankfurter Bieberbau ein Klassiker der Filmgeschichte auf die Leinwand, der zu dieser Zeit schon 18 Jahre alt ist, in Deutschland am 24. Oktober 1934 seine deutsche Erstaufführung erlebt hat, und nun in einer neuen Synchronfassung von MGM noch einmal dem deutschen Publikum präsentiert wird.

Christine

Dass dieser ziemlich betagte Film noch einmal aus den Archiven geholt wird, liegt am allgemeinen öffentlichen Interesse, das der Schauspielerin Greta Garbo zu dieser Zeit entgegengebracht wird. Die Gazetten und einschlägigen Illustrierten sind immer wieder voller Geschichten über den schwedischen Star, der seinen letzten Film („Die Frau mit den zwei Gesichtern”) im Jahr 1941 gedreht hat. Gemunkelt wird von einem Comeback, die Rede ist von allerlei neuen Projekten, die Garbo ist trotz ihrer Scheu und Zurückgezogenheit auf Bildern mit dunkler Sonnenbrille präsent. Doch alle Pläne, nach langer Pause auf die Leinwand zurückzukehren, zerschlagen sich. Die Zeit der großen Diva ist vorbei. Dazu trägt auch das nachlassende Interesse der Hollywood-Gewaltigen entscheidend bei. Neue Filme wird es nicht mehr geben, aber alte aus den Archiven lassen sich immer noch gut vermarkten…

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Abenteuer

Abenteuer im Roten Meer

Illustrierte Filmbühne Nr. 1185 (E. S.) – Im August 1951 kommt der österreichische Dokumentarstreifen Abenteuer im Roten Meer in die deutschen Kinos – darunter auch in das „Metro im Schwan” in Frankfurt am Main. Dem Streifen wird allseits bescheinigt, interessanter und spannender zu sein als viele Spielfilme dieser Zeit.

Die Beschreibungen in den Tageszeitungen sind dann auch außergewöhnlich enthusiastisch. Alfred Happ schreibt in der Tageszeitung „Frankfurter Rundschau”:

„Das Eigentliche sind hier glitzernden Lichter der Tiefe, die Urlandschaften der Korallengebirge, die Urrhythmen der Fischschwärme und ihre märchenhafte Schönheit.”

Rotes Meer

„Die Neue Zeitung”, Blatt der US-Besatzungsbehörde, begeistert sich gleichermaßen für den Film:

„Das Faszinierende sind weniger die – an sich natürlich einzigartigen – Aufnahmen seltener und gefährlicher Meerestiere aus nächster Nähe, sondern die Darstellung des in eine Welt der Schwerelosigkeit und Phantastik versetzten Menschen.”

Der Dokumentarfilm hat eine dünne Spielhandlung, die allerdings nur den Bericht des Wiener Zoologen und Meeresforschers Hans Hass über Fauna und Flora des Roten Meeres locker zu verbinden sucht.

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Western

Rio Grande

Illustrierte Filmbühne Nr. 1201. (E. S.) – Der Western-Klassiker Rio Grande wird Ende September 1951 in verschiedenen deutschen Städten, darunter im Frankfurter Eden im Ostend, für die Bundesrepublik erstaufgeführt. Im Mittelpunkt des Geschehens steht Colonel Kirby Yorke (John Wayne).

Rio Grande grünDieser Streifen, angesiedelt am gleichnamigen Grenzfluss zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko, ist allerdings nicht nur ein Western der üblichen Sorte mit Knallerei und wilden Reiterjagden, sondern ein Kriegsfilm, in dem die US-Truppen einen erbarmungslosen Kampf gegen die indianischen Ureinwohner des Landes führen. Und der Film wird – wie allgemein üblich in US-Filmen (Ausnahmen bestätigen die Regel) – nicht aus der Sicht der Indianer erzählt, sondern aus dem Blickwinkel der Land-Eroberer; voll gestopft mit edlem „Patriotismus”. Wer den Streifen mit vielen Jahrzehnten Abstand im Jahr 2015 noch einmal sieht, erkennt in der erzählten Geschichte aus 1879 jenes System, das die Voraussetzungen für die politisch-militärischen Verhaltensweisen legte, die auch heute noch von den USA „gepflegt” werden – allerdings nicht mehr nur lokal auf dem Boden der USA, sondern weltweit. Eingebettet wird das Ganze in eine Familiengeschichte mit lange anhaltenden Zerwürfnissen, die sich aber in Luft auflösen, als die angreifenden – und natürlich bösen Apachen – von den guten Weißen besiegt werden. Wie könnte es anders sein? Es ist ein durch und durch amerikanischer Film.

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Komödie

Mein Freund Harvey

Illustrierte Filmbühne Nr. 1184 (E. S.) – Im Frankfurter Lichtspieltheater „Metro im Schwan” startet Mitte Juli 1951 ein Film, der mit seinem hintergründigem Humor den grauen Alltag vergessen lässt und in fast poetischer Weise die Herzensgüte eines spleenigen, aber gutmütigen Mannes in einer amerikanischen Kleinstadt zum Thema hat.

HarveyEin gewisser Elwood P. Dowd (James Stewart) lebt in Harmonie mit seinem überaus guten Freund und ständigen Begleiter. Wo auch immer der freundliche Mann hingeht, begleitet ihn dieser Freund. Außer Elwood Dowd merkt das freilich niemand im näheren Bekannten- und Freundeskreis, denn nur er selbst vermag den zwei Meter großen Harvey zu sehen; es ist ein weißer Hase, mit dem sich Dowd berät und austauscht und dieses Verhalten bringt seine Schwester Veta (Josephine Hull) fast zur Verzweiflung, denn wegen des skurrilen Auftretens fürchtet sie um die Heiratschancen ihrer Tochter Myrtle Mae (Victoria Horne) – schließlich vertreibt Elwood alle in Frage kommenden Kandidaten aus dem Haus. Danach wird im Verwandtenkreis erwogen, den im Grunde absolut harmlosen Elwood in eine psychiatrische Anstalt einweisen.

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Lustspiel

Die Frauen des Herrn S.

Illustrierte Filmbühne Nr. 1180 (E. S.) – Erstaufführung eines deutschen Films im Bierbau im August 1951. Hoffnungen auf ein satirisches Lustspiel werden freilich nicht erfüllt, wenngleich es die Werbung verspricht.

Herr SEs geht – verfremdet versteht sich – um die Rolle der vier Besatzungsmächte in Deutschland und Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg. Dieses Thema ist nach 1945 in mehreren Filmen thematisiert worden. Die Briten machen den gangsterhaften Kriminalstreifen „Der dritte Mann”, die Schweizer drehen das Drama „Die Vier im Jeep” – ebenfalls mit Schauplatz Wien – , die Deutschen versuchen es mit einer Art satirischem Lustspiel mit dem Titel Die Frauen des Herrn S. Als Besatzungstruppen fungieren Makedonen (Amerikaner), Kreter (Briten), Perser (Russen) und Korinther (Franzosen). Sie werden dabei auf die Schippe genommen, doch nicht immer gelingt dies. Das politische Ränkespiel des Philosophen Sokrates als geheimer Ratgeber der Regierung im antiken Athen. Die Geschichte dient als Rückprojektion, um politische und weltanschauliche Probleme der Nachkriegszeit zu karikieren; das weitgehend niveaulos aufgezogene Lustspiel weist freilich nur geringe satirische oder kabarettische Elemente auf.

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Lustspiel

Hilfe, ich bin unsichtbar

Illustrierte Filmbühne Nr. 1174 (E. S.) Ohne jede inhaltliche Bedeutung ist das Lustspiel Hilfe, ich bin unsichtbar, das am 2. September 1951 im Luxor am Hauptbahnhof seine Frankfurter Erstaufführung erlebt. Gleichwohl bleibt mir der Film in guter Erinnerung, denn just zur gleichen Zeit darf ich erste Erfahrungen in der „praktischen Filmarbeit” machen.

HilfeZunächst zum Film: Der Inkassovertreter Fritz Sperling (Theo Lingen) ist zwar ein liebender, aber auch sehr „vergnügungssüchtiger” Ehemann, der in seiner Freizeit das mühsam verdiente Geld – sehr zum Leidwesen seiner jungen Frau (Inge Landgut) – in technische Experimente steckt, um einen Apparat zu entwickeln, der die Menschen unsichtbar machen soll. Irgendwann wird er tatsächlich unsichtbar, und setzt seine Umwelt in gehörige Verwirrung, muss aber schnell erkennen, dass die Welt auch für einen Unsichtbaren nicht gerade vergnüglicher wird. Um wieder sichtbar zu werden, benötigt Sperling sogar eine gewisse Menge alkoholischer Getränke, was ihn unversehens vor die Frage stellt, entweder unsichtbar und nüchtern zu sein, oder sichtbar und betrunken. Die sich daraus ergebenden Situationen halten den Film mit zahlreichen komischen Szenen am Laufen, ohne jedoch Beifallstürme auszulösen. Es ist eben ein Lustspiel, wie sie zu dieser Zeit massenweise in die Kinos gespült werden. Immerhin aber sind Theo Lingen, Grethe Weiser, Fita Benkhoff, Hubert von Meyerinck und Joseph Offenbach zu dieser Zeit Garanten für beste Unterhaltung. Für mich persönlich aber ergibt sich nach dem Film sogar die Chance, selbst bei einem Film „mitzuarbeiten.

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Oper

Liebesnächte in Sevilla

Illustrierte Filmbühne Nr. 1171 (E. S.) –  Es ist ein farbenprächtiger Film, der am 31. August 1951 über die Leinwand des Filmpalastes in Frankfurt flimmert. Rita Hayworth, verführerisch und temperamentvoll wie eh und je, ist der Star in dem Streifen Liebesnächte in Sevilla, der von Regisseur Charles Vidor in Szene gesetzt ist. Gleichwohl kann der Film manche professionelle Kritiker nicht begeistern.

Liebesnächte in Sevilla KopieDie Tageszeitung „Frankfurter Rundschau” zum Beispiel bezeichnet Rita Hayworth schlicht als „andalusische Postkartenschönheit” und der Journalist Alfred Happ betrachtet es in diesem Zusammenhang als einigermaßen fatal, „eine zwar schöne, aber schauspielerisch nur mäßig begabte Frau mit gut praktizierten Sex-Appeal und sehr kleinen Tanzkünsten eine Gestalt der Weltliteratur verkörpern zu sehen”. Die Hamburger Wochenpostille „Der Spiegel” ist in ihrem Urteil noch schärfer und prägnanter: „Trotz ihrer romanischen Herkunft bleibt Rita Hayworth der Titelrolle alles schuldig, bis auf das Make-up. Gestellte Postkarten-Erotik in einem Spanien aus Pappmaché.” Eine Kritikermeinung, die sich nicht jedem erschließt, denn die Besucher verlassen recht zufrieden das Lichtspielhaus, wahrscheinlich auch deshalb, weil die meist jungen Besucher das Carmen-Original bisher nicht kennen (und erlebt haben). Weder die Novellen-Urfassung von Prosper Mérimée, noch die Oper von Bizet.

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Oper

Hoffmanns Erzählungen

Illustrierte Filmbühne Nr. 1169 (E. S.) Klappern gehört seit jeher im Filmgeschäft zum Handwerk. Auch als der britische Tanz- und Opernfilm Hoffmanns Erzählungen am 31. August 1951 im Frankfurter „Metro im Schwan” an der Hauptwache seine Deutschland-Premiere feiert, geht es in dieser Hinsicht in den werbenden Zeitungsanzeigen ein wenig großspurig zu.

Hoffmann„Eine phantastische Schöpfung, wie sie noch nie auf einer Leinwand zu sehen war” heisst es da zum Beispiel oder auch: „Ein Farbfilm-Wunder, das Sie die Welt vergessen lässt.” Einige weitere Superlative lauten: „Verschwenderische Ausstattung”, „musikalische Opulenz”, „exquisite Choreografie”. Das alles mag ein wenig übertrieben erscheinen, aber tatsächlich haben die Produzenten Michael Powell und Emeric Pressburger – sie schreiben außerdem das Drehbuch und führen Regie – eine höchst beeindruckende Verfilmung der Offenbach-Oper (nach den Erzählungen von E. T. A. Hoffmann) geschaffen. Manche sprechen sogar von einem künstlerischen und gesellschaftlichen Ereignis”. Die Produzenten scheuen jedenfalls keine Mühen, um ihrem Farbfilm den nötigen Glanz zu verleihen. So hat der berühmte Dirigent Sir Thomas Beecham die musikalische Leitung übernommen, für das Bühnenbild ist Oscar-Preisträger Hein Heckroth („Die roten Schuhe”) zuständig – ein Mann, dessen künstlerisches Schaffen die Theaterbesucher in Frankfurt am Main bald noch intensiver erleben werden, denn Heckroth kommt 1956 an die Städtischen Bühnen, die vom legendären Harry Buckwitz geleitet werden.

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Sozialdrama

Fahrraddiebe

Illustrierte Filmbühne Nr. 1168 (E. S.) Der Film Fahrraddiebe, der im August 1951 in die deutschen Kinos gekommen ist, weckt bei mir viele Erinnerungen an die erste Nachkriegszeit auch bei uns. Ein intaktes Fahrrad zu besitzen, das war in dieser schwierigen Zeit durchaus ein Privileg: und es gegen diebische Mitmenschen zu verteidigen (und zu behalten) das oberste Gebot.

FahrraddiebeWie wichtig ein solches Vehikel sein konnte, erlebte meine Familie nach dem Krieg im Frühjahr 1946, als es für uns Ausgebombte um eine Rückkehr-Genehmigung nach Frankfurt ging. Durch Erlass des Oberbürgermeisters, und abgesegnet von den Militärbehörden, war das zunächst nämlich untersagt. Für Handwerker wie meinen Vater gab es allerdings Ausnahmen, weil sie zum Wiederaufbau dringend gebraucht wurden. Um darüber mit dem Wohnungsamt zu verhandeln, waren zahlreiche Fahrrad-Touren notwendig, weil in Frankfurt auch längst nicht alle Straßenbahnen verkehrten. Einmal radelten meine Schwester und ich sogar aus dem Westerwald nach Frankfurt, erledigten alle Formalitäten und strampelten am nächsten Tag zurück, nachdem wir bei Bekannten für eine Nacht Unterschlupf gefunden hatten. In solchen Situationen zeigt sich, wie wichtig ein Drahtesel sein konnte. Deshalb war mir die Lage des Plakatklebers Antonio in dem Film so gegenwärtig. Eigene Erlebnisse machen vieles, was anderen widerfährt, verständlicher. Das bezieht sich auch auf Antonio, den Plakatkleber, der in Italien nach dem Zweiten Weltkrieg nach langer Arbeitslosigkeit endlich eine Stelle als Plakatkleber findet.

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Sciencefiction

Endstation Mond

Illustrierte Filmbühne Nr. 1161 (E. S.) – Es ist Mitte Juli des Jahres 1951, als einige seltsam aussehende Gestalten den Menschen an der Frankfurter Hauptwache entgegentreten. Die sperrig wirkenden Anzüge sind nicht gerade furchteinflößend, aber die mächtigen, runden Helme erregend die Aufmerksamkeit der Passanten, obwohl Weltraumfahrt bisher kein großes Thema in der Bundesrepublik Deutschland ist.

NeumondDeshalb sind es vor allem Jugendliche und Kinder, die sich für die Männer interessieren, die vom Constantin-Filmverleih auf die Straße geschickt worden sind, um für den im Turmpalast anlaufenden Film Endstation Mond Werbung zu betreiben. Dieser utopische Farbstreifen ist ohne Zweifel ein Propagandafilm des beginnenden Kalten Krieges. „Wer zuerst Besitz vom Mond nimmt”, – und damit eine Raketenabschussbasis besitzt –, „wird die Erde kontrollieren und beherrschen”, lautet die Botschaft, nachdem eine „feindliche Macht” sich ebenfalls um Präsenz auf dem Erdtrabanten bemüht. Die US-Regierung freilich ist einigen gut betuchten Privatleuten zu zögerlich, nachdem ein erster Versuch, den Mond zu erobern, durch Sabotage gescheitert ist. Die wirklich Mächtigen des Landes greifen zur Selbsthilfe.

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Thriller

Du lebst noch 105 Minuten

Illustrierte Filmbühne Nr. 1160 (E. S.) – Eine neurotische und zudem gehbehinderte Frau liegt krank im Bett, sie ist allein in ihrem luxuriösem Haus, sie versucht ihren Mann im Büro zu erreichen… Ihre Dienerschaft hat sie weggeschickt, denn sie erwartet ihren Mann. Doch der kommt nicht. Sie ruft ihn im Büro an… Ein Knacken in der Leitung, unbekannte Männerstimmen besprechen einen Mordplan an einer einsamen Frau im Herzen von New York…

Du-neuFurcht breitet sich aus in ihr. Leona Stevenson (Barbara Stanwyck) hört gebannt zu, noch ahnt sie nicht, dass sie selbst gemeint sein könnte. Sie versucht, telefonisch auf den Mordplan aufmerksam zu machen, 105 Minuten lang, bei der Telefongesellschaft, bei der Polizei, bei ihrem Vater, bei ihrem Arzt – alles erfolglos. In diesem schlimmen Minuten erkennt sie in wachsender Verzweiflung, dass es um sie selbst geht, dass sie selbst das Opfer sein wird… Kurz vor 23.15, der verabredeten Mordzeit, hört sie Schritte auf der Treppe, der gedungene Mörder schleicht sich heran, um die Tat auszuführen, die ihr eigener Ehemann Henry (Burt Lancaster) selbst in Auftrag gegeben hat. Endlich gelingt es ihr, mit Henry zu sprechen, doch es ist zu spät, die Uhr tickt unbarmherzig ihrem Ende entgegen.

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Lustspiel

Das späte Mädchen

Illustrierte Filmbühne Nr. 1154 (E. S.) – Die Frankfurter erleben Anfang Juni 1952 ein zunächst nebensächlich erscheinendes Ereignis, das aber die Bundesrepublik in den Jahren danach entscheidend mit prägen wird. Am Ostbahnhof eröffnet nämlich Josef Neckermann das erste Versandhaus in Deutschland.

Das späte MädchenMitte Juni eröffnet im Nordend aber auch ein weiteres Frankfurter Kino. Es ist das inzwischen 54. Lichtspiel-Theater in der wachsenden Mainmetropole und ein Neubau im Erdgeschoss eines Geschäfts- und Wohnhauses. Betreiber sind die Brüder Friedrich und Helmut Wollenberg mit ihrer Hessenfilm GmbH. Nach der Straße, in dem es errichtet worden ist, wird das Theater Glauburg-Palast genannt. Die „Frankfurter Rundschau” schreibt am 23. Juni über das Theater: „Der geschmackvolle, in zartem Reseda und Altrosa gehaltene Zuschauerraum mit der muschelförmigen, hellen Decke macht einen behaglich-ruhigen Eindruck. Von allen 750 mit hellbraunem Cord bezogenen Flachpolsterstühlen hat man einen guten Blick auf die Leinwand.” Auf dieser Leinwand sehen die Premierengäste in festlicher Stimmung den deutschen Spielfilm Das späte Mädchen, von dem jedoch niemand genau einzuordnen weiß, ob es ein Melodram, ein Liebesfilm oder eine leichte Komödie ist.

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Western

Tal der Leidenschaften

Illustrierte Filmbühne Nr. 1139 (E. S.) – Bürgerkriege haben ihre ganz eigenen Gesetze wie jedermann aus der Geschichte weiß. In Korea tobt in den Jahren zwischen 1950 und 1953 ein schlimmes Gemetzel zwischen dem Norden und den Süden. Schon früher gab es diese unheilvollen Auseinandersetzungen, die eingebrannt sind in das Gedächtnis der Menschheit. Zur Zeit des Koreakrieges läuft in Deutschland der Film Das Tal der Leidenschaften, der sich mit dem amerikanischen Bürgerkrieg beschäftigt.

Titelblatt der Filmbühne (© Filmverlag Unucka)

Erstmals ist dieser groß angelegte US-Film am 24. April 1951 im Frankfurter Metro im Schwan zu sehen und er vermittelt dem Zuschauer Ausschnitte aus der amerikanischen Geschichte. Dabei werden sowohl politische als auch private Geschehnisse lebendig gemacht. Alles spielt während der Präsidentschaft von Abraham Lincoln um 1861, zu einer Zeit also, als der Abfall der Südstaaten zum Ausbruch dieses unbarmherzig geführten Bürgerkriegs in den Vereinigten Staaten führt. Ganz eng verknüpft mit den vielfältigen kriegerischen Ereignissen ist das Geschick der Familie Dabney, die das wilde und fruchtbare Lebanon-Tal im Süden des Staates Mississippi in jahrelanger Arbeit kultiviert hat und nun mitsamt ihrer großen Plantage in den Strudel des Bürgerkriegs hineingerissen wird.

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Detektiv

Inspektor Goddard

Illustrierte Filmbühne Nr. 1137 (E. S.) – Wieder einmal ein Besuch im Roxy in der Innenstadt von Frankfurt am Main. Geschuldet ist dies dem Hauptdarsteller Alan Ladd, der sich diesmal als Inspektor Goddard von der Kriminalabteilung der US-Bundespost auf Verbrecherjagd begibt.

Alan Ladd ist mit seiner unterkühlten und lässigen Art ein beliebter Darsteller in Kriminal-, Abenteuer- und Acitionsfilmen dieser Jahre. Seine trockene und zugleich nonchalante Art machen ihn bei den Jugendlichen besonders beliebt. Und viele amerikanische Kriminalfilme dieser Zeit haben halbdokumentarischen Charakter, der das jugendliche Publikum ebenfalls anspricht. Diese Streifen orientieren sich meist an der Tätigkeit der Sicherheitsorgane großer US-Institutionen wie etwa des Schatzamtes oder – in diesem gezeigten Fall – der US-Post. Ähnliche Filme dieser Art sind „Der Todeskuss”, „Straße ohne Namen”, „Polizeirevier 21” oder „Geheimagent T”, um nur einige zu benennen. Auch Inspektor Goddard reiht sich hier ein und versucht ein realistisches Bild von der Arbeit der Beamten im Kampf gegen das Verbrechen zu zeichnen. In diesem Fall geht es um einen geplanten Raub von einer Million Dollar. Einer der Sicherheitsleute ist bereits ermordet worden, also schleicht sich Goddard in die Bande hinein, um als Undercover-Agent den großen Coup zu vereiteln.

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Sozialdrama

Boulevard der Dämmerung

Illustrierte Filmbühne Nr. 1136 (E. S.) – Der von Billy Wilder meisterhaft inszenierte und von Kameramann John Seitz herausragend fotografierte Film Boulevard der Dämmerung – die Frankfurter Erstaufführung ist Anfang Mai 1951 im Metro im Schwan – kritisiert zwar außergewöhnlich offen das glamouröse Image der Filmmetropole Hollywood, ist aber letztes Endes doch auch wieder selbst nur ein Produkt dieser „Traumfabrik”.

Das Selbstbildnis vom Sunset Boulevard – so lautet der amerikanische Originaltitel – ist eine Mischung zwischen Dichtung und Wahrheit. Es geht dabei um die Tragödie der einst überschwänglich gefeierten Stummfilmdiva Norma Desmond (Gloria Swanson), die nach dem Ende ihrer einst glanzvollen Karriere und besessen von dem Wunsch nach einem Comeback den jungen, aber mittellosen Drehbuchautor Joe Gillis (William Holden) an sich bindet, um mit seiner Hilfe ihren Traum von der Rückkehr auf die Leinwand zu verwirklichen. Anfangs unterstützt Gillis sie bei ihren Selbsttäuschungen, wendet sich aber bald ab von ihr und macht sie unbarmherzig auf die raue Wirklichkeit ihres Niedergangs aufmerksam. Im düsteren Leben inmitten einer Welt musealer Erinnerungen in ihrem Prunkhaus nistet tatsächlich in allen Ecken der Traum von neuem Ruhm, der von dem ihr sklavisch und bedingungslos ergebenen Butler Max (Erich von Strohheim) kritiklos unterstützt wird – wohl auch deshalb, weil er nicht nur ihr früherer Regisseur, sondern auch ihr erster Ehegatte war.

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Zirkuswelt

Der Tiger Akbar

Illustrierte Filmbühne Nr. 1130 (E. S.) – Ab 25. Mai 1951 läuft in acht Frankfurter Stadtteilen der Film „Der Tiger Akbar“ an. Zusammengetan zur Erstaufführung haben sich das Anker (Fechenheim), das Adler (Ginnheim), Atrium (Heddernheim), Römer (Praunheim), Delphi (Preungesheim), Neues Theater (Höchst), Lichtspiele (Riederwald) und die Lichtspiele (Rödelheim). Hauptdarsteller des Streifens ist ein Mann, der auf eigentümliche Weise Kinogeschichte geschrieben hat.

Der Tiger AkbarDer Name Harry Piel ist uns Schülern und Jugendlichen geläufig, obwohl die meisten von uns nicht genau wissen, um wen es sich dabei eigentlich handelt. Doch so ziemlich alle Eltern haben früher nach Kinobesuchen immer intensiv über die skurrilen Abenteuer des Sensationsdarstellers und über spektakulären Aktionen in seinen Filmen gesprochen. Kein Wunder, dass auf Schulhöfen und Straßen der Satz „Harry Piel sitzt am Nil, wäscht die Beene mit Persil” – mit zahlreichen Abwandlungen, die hier nicht erörtert werden sollen – ein beliebter Reim ist. Nun ist also eine gute Gelegenheit, Harry Piel selbst in einem seiner Filme kennen zu lernen.

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Sozialdrama

Bandito

Illustrierte Filmbühne Nr. 1132 (E. S.)  – Für den italienischen Film ist es in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg fast selbstverständlich, sich mit der schwierigen, sozialen Situation der einfachen Menschen zu beschäftigen. Unter diesen Umständen entstehen einige der besten Streifen der Filmgeschichte. Darunter ist auch „Bandito“ von Alberto Lattuada aus dem Jahr 1946.

BanditoBildViele Gründe spielen für das, was Filmhistoriker als Neorealismus bezeichnen, eine gewichtige Rolle. Weil die Filmstadt Cinecittà vor den Toren Roms von Flüchtlingen belegt ist, und es an allen Materialen fehlt, die zum Filmen notwendig sind, gehen die italienischen Filmemacher auf die Straßen, drehen in den Trümmer der Städte und zeigen das Elend des besiegten Landes. Oft wird nur mit Laiendarstellern gearbeitet, weil kein Geld vorhanden ist. So entstehen unter anderen die Rosellini-Streifen „Rom – Offene Stadt”, „Paisà”, „Deutschland im Jahre Null” sowie „Fahrraddiebe” und „Schuhputzer” (von Vittorio de Sica), um nur einige der wichtigsten zu nennen. Auch der Film Bandito von Regisseur Alberto Lattuada gehört zu diesem Filmen, obwohl sich in diesem Streifen reißerische Elemente mit melodramatischen Akzenten vermischen. Anna Magnani, die Hauptdarstellerin wie in vielen italienischen Werken der Nachkriegszeit, ist neben den Regisseuren der große Star dieser Zeit.

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Arzt

Eva und der Frauenarzt

Illustrierte Filmbühne Nr. 1131 (E. S.) – Zu einer der merkwürdigsten Premieren des deutschen Films kommt es am 30. März 1951 im Frankfurter Filmpalast. Gezeigt wird der Film Eva und der Frauenarzt. Es soll Sexualaufklärung betrieben werden; das Ganze ist verpackt in eine schmale Spielfilmhandlung.

EvaDem Film wird zwar allgemein bescheinigt, aus medizinischer Sicht durchaus fundiert zu sein, bleibt aber gleichwohl eine zwiespältige Angelegenheit. Das mag einerseits daran liegen, dass der Streifen weitgehend aus amerikanischen Kulturfilmen zusammengeschnitten und mit einer nur dürftigen Rahmenhandlung deutscher Machart versehen ist, was die Herstellungskosten des Streifens auf nur 40.000 DM senkt. Auf der anderen Seite spekulieren die Produzenten natürlich auf größere Gewinne. Als „umsatzfördernde Maßnahme” wird beschlossen, das Publikum im Kino nach Geschlechtern getrennt sitzen zu lassen, was zweifellos (und durchaus beabsichtigt) Erwartungen auf besonders prickelnde erotische Szenen hervorruft. Und so ist der Andrang von Zuschauern tatsächlich beachtlich. Die Frauen müssen im Frankfurter Filmpalast auf der rechten Seite im großen Saal Platz nehmen, die Männer links. In der Mitte bleibt eine Reihe frei. Ein wenig schamhaft und klopfenden Herzens nehmen die meist jungen Leute – darunter auch meine Freundin und ich – ihre Plätze ein und harren der Dinge, die da kommen sollen. Die auf diese Weise hoch geschaukelten Erwartungen auf erotische Überraschungen werden freilich nicht erfüllt.

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Arzt Melodram

Dr. Holl

Illustrierte Filmbühne Nr. 1118 (E. S.) – Mit diesem Streifen wird im Jahr 1951 in der Bundesrepublik das der Genre der Arztfilme kreiert. Weil Der Film Dr. Holl (Untertitel: Die Geschichte einer großen Liebe) einer der finanziell erfolgreicheren der Nachkriegszeit ist, folgten bald weitere, in denen Mediziner jeder Coleur im Mittelpunkt der Handlung stehen.

Dr. HollFür jene, die genauer hinschauen, ist der Stoff allerdings höchst unglaubwürdig. Für andere, die sich am Liebesleid- und schmerz berauschen können, ist es dagegen ein wahrer Genuss: Denn der Arzt Dr. Holl (Dieter Borsche) ehelicht – obwohl mit der jungen Medizinstudentin Helga Römer (Heidemarie Hatheyer) verlobt – die scheinbar unheilbare Patientin Angelika Alberti (Maria Schell), um ihr letzte Tage des Glücks zu schenken. Eine erstaunliche Haltung zweifellos! Immerhin ist aber schon bald zu ahnen, dass der Film ohnehin einen anderen (und glücklicheren) Ausgang nehmen wird als anfangs vermutet. Denn Dr. Holl beginnt nicht nur seine Patientin wahrhaft zu lieben, sondern entwickelt – wer hätte das im Geheimen nicht bereits geahnt? – ein Serum, mit dem Angelika Alberti vor dem sicher scheinenden Tod gerettet werden kann. Doch Dr. Holl ist weiter hin- und her gerissen zwischen den beiden Frauen. Ein publikumswirksames Gefühlsdrama wie aus dem Bilderbuch nimmt seinen Lauf. Wie wird es weitergehen? Dr. Holls Verlobte Helga Römer macht schließlich den Weg frei für Holl und Angelika. Helga gibt ihrer beruflichen Karriere den Vorrang, der Weg ist nun frei und aus der Mitleids- wird eine Liebesehe.

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Revue

Kind der Donau

Illustrierte Filmbühne Nr.  1113 (E. S.) – Zu den Osterfeiertagen 1951 läuft im Turmpalast die Frankfurter Erstaufführung des österreichischen Musikfilms „Kind der Donau“ mit Marika Rökk an. Es ist ein ganz und gar auf den den Charme und die ungarisch-wienerische Herzlichkeit der Hauptdarstellerin ausgerichteter Unterhaltungsfilm.

Kind der Donau-neuDer eher dürftige Streifen mit dünnem Handlungsfaden fällt freilich durch einige Besonderheiten auf: Es ist Österreichs erster Farbfilm überhaupt, einige Szenen des Films stammen zudem aus Material, das bereits 1944 aufgenommen worden ist. Die Uraufführung findet überraschend zuallererst in der DDR statt (4. August 1950 in Berlin), noch zwei Wochen vor der Premiere in Österreich (Wien). Letzteres ist wohl der Tatsache geschuldet, dass die Finanzierung des Films – wie auch die einiger anderer – erst durch großzügige Kredite der unter sowjetischer Kontrolle arbeitenden Rosenhügel-Ateliergesellschaft ermöglicht wird. Ein Umstand, der dann auch dazu führt, dass der Streifen in der Bundesrepublik trotz seiner Harmlosigkeit nicht gerade wohlwollend aufgenommen wird.

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Sozialdrama

Meuterei auf der Bounty

Illustrierte Filmbühne Nr. 1112 und Berliner Filmkurier 2520 (E. S.) – Die „Meuterei auf der Bounty“ ist ein amerikanischer Filme, der bereits 1936 in Deutschland gezeigt worden ist, zu einer Zeit, als die Nazis den Vertrieb unliebsamer ausländischer Filme noch nicht unterbunden haben. Im Jahr 1951 wird der Streifen von Metro-Goldwyn-Mayer in einer  nagelneuen, synchronisierten Fassung wieder die deutschen Kinos geschickt.

Bounty

Der Film beruht auf dem Roman „Schiff ohne Hafen” von Charles Nordhoff und James Norman Hall und beschäftigt sich mit einem historisch verbürgten Ereignis aus dem Jahr 1789, wobei allerdings die Buch- und Filmdarstellungen nichts mit der Realität zu tun haben. Es wäre an dieser Stelle übertrieben, die wirklichen Geschehnisse im Detail zu beschreiben, denn inzwischen ist alles Wesentliche rund um die Meuterei von Historikern erforscht und niedergeschrieben worden. Doch als ich den Streifen Mitte Juni 1951 im Frankfurter Turmplast sehe, ist mir das alles noch unbekannt. So sehe ich einen spannenden und aufwühlenden Film, wenngleich die Brutalität und unmenschliche Härte von Kapitän William Bligh (Charles Laughton) erschreckend ist.

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Unterhaltung

Der alte Sünder

Illustrierte Filmbühne Nr. 1110 (E. S.) – Wiener Heurigen-Romantik, verknüpft mit diversen menschlichen Problemen eines wohlhabenden Schneiders, geben die Staffage ab für einen österreichischen Film, der ab 4. Oktober 1951 im Frankfurter Metro im Schwan zu sehen ist.

Der (silberhaarige) alte Sünder Ferdinand Bauer (Paul Hörbiger), Modekönig von Wien, legt noch immer einen Walzer auf’s Parkett, dass die Jungen vor Neid erblassen. Doch der Lebemann richtet mit seinem lockeren Lebenswandel sein Modehaus zugrunde, seine drei Töchter Fritzi, Fanny und Franzi (Inge Konradi, Johanna Matz, Thea Weis) sind zunächst auch unfähig, den Laden über Wasser zu halten. Doch nach einigen Verwicklungen und späten Einsichten wird alles gut. Wer hätte das (nicht) gedacht? Dass der in den Revuestar Yvonne Farini (Susi Nicoletti) verschossene Modekönig am Schluss in den Armen seiner früheren Zuschneiderin Mizzi Hanak (Maria Andergast) landen wird, ist schon frühzeitig erkennbar. So geht der Film mit viel Wiener Schmäh‘ einem gemütlichen und glücklichem Ende entgegen, genauso wie im gleichnamigen Theaterstück von Martin Costa, in dem Paul Hörbiger bei diversen Auftritten ebenfalls die Hauptrolle spielt.

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Tragikomödie

Lichter der Großstadt

Illustrierte Filmbühne Nr. 1105 und Filmkurier Nr. 1578 (E. S.).– „Alle Filme kann man nicht sehen, diesen aber muss man sehen!” erklärt die Zeitungswerbung, als Lichter der Großstadt ab 24. März 1951 für ein paar Tage in einer Wiederaufführung im Luxor in Frankfurt zu sehen ist. In dem mit Musik unterlegten Stummfilm geht es um den Landstreicher Charlie, der sowohl Retter eines exzentrischen Millionärs als auch selbstloser und hilfsbereiter Verehrer eines blinden Blumenmädchens ist.

Lichter

Als Charlie Chaplin bei der deutschen Erstaufführung 1931 in Berlin gefragt wird, ob er auch in Zukunft beim Stummfilm bleiben werde, antwortet er:

„Es wäre die größte Torheit meines Lebens, wenn ich von der Leinwand herunter spräche!…” Und zu den Filmgewaltigen der damaligen Zeit gewandt, ergänzt er: „Sie besaßen (mit dem Stummfilm) das idealste Mittel der internationalen Verständigung. Die ganze Welt verstand das stumme Spiel der Künstler. Aber eines Tages haben Sie dieses Weltprodukt nationalisiert… In diesem Augenblick richten Sie mit ihren französischen, deutschen, spanischen Versionen nur Verwirrung an. Das kostet viel Geld aber der Erfolg ist zweifelhaft.”

Doch gleichwohl nutzt Chaplin in der ironischen und sozialkritischen Tragikomödie Lichter der Großstadt die Möglichkeiten des neuen Mediums, indem er seinen stumm gedrehten Film mit musikalischen Effekten untermalt. Weil er selbst keine Noten lesen und schreiben kann, lässt er seine Ideen von einem Musiker namens Gordon Pollock aufschreiben.

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Thriller

Weißes Gift

Illustrierte Filmbühne Nr. 1103 (E. S.) – Ein amerikanischer Freund ist höchst irritiert. In den Zeitungen liest er Berichte über den Hitchcock-Film Weißes Gift, und da ist von einem Rauschgift-Drama die Rede – er selbst aber hat den Film in den USA bereits gesehen und schwört Stein und Bein, es gehe nicht um irgendwelche Dealer, sondern um Nazi-Spione und um die Jagd nach Uran.

Nachforschungen ergeben, dass der Freund recht hat. Die deutschen Zeitungen haben jedoch von der Manipulation keine Ahnung. In einer Frankfurter Tageszeitung ist im September 1951 die Version zu lesen, dass es sich bei Ingrid Bergman um eine kratzbürstige „Wildkatze” handelt, bei Cary Grant um einen schlichten Detektiv und bei Claude Rains um einen gefährlichen Rauschgiftkönig. „Zwischen ihnen spielen sich dialoggeladene Seelenkämpfe ab, die am Rande des weißes Giftes üppig gedeihen”, schreibt der getäuschte Filmkritiker. Es ist die Rede von Hass, Liebe, Kriminalität und Psychologie. Tatsächlich aber hat der Verleih den Film für die deutschen Zuschauer gefälscht. Aus Nazispionen sind internationale Rauschgiftschmuggler geworden. Der Grund für den Schwindel ist politischer und wirtschaftlicher Natur: Wie in vergleichbaren anderen Fällen auch (z. B. „Casablanca”) will der Verleih die deutschen Zuschauer nicht mit der eigenen düsteren Vergangenheit konfrontieren, natürlich auch in Erwartung auf gut gefüllte Kinokassen.