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Abenteuer

Abenteuer im Roten Meer

Illustrierte Filmbühne Nr. 1185 (E. S.) – Im August 1951 kommt der österreichische Dokumentarstreifen Abenteuer im Roten Meer in die deutschen Kinos – darunter auch in das „Metro im Schwan” in Frankfurt am Main. Dem Streifen wird allseits bescheinigt, interessanter und spannender zu sein als viele Spielfilme dieser Zeit.

Die Beschreibungen in den Tageszeitungen sind dann auch außergewöhnlich enthusiastisch. Alfred Happ schreibt in der Tageszeitung „Frankfurter Rundschau”:

„Das Eigentliche sind hier glitzernden Lichter der Tiefe, die Urlandschaften der Korallengebirge, die Urrhythmen der Fischschwärme und ihre märchenhafte Schönheit.”

Rotes Meer

„Die Neue Zeitung”, Blatt der US-Besatzungsbehörde, begeistert sich gleichermaßen für den Film:

„Das Faszinierende sind weniger die – an sich natürlich einzigartigen – Aufnahmen seltener und gefährlicher Meerestiere aus nächster Nähe, sondern die Darstellung des in eine Welt der Schwerelosigkeit und Phantastik versetzten Menschen.”

Der Dokumentarfilm hat eine dünne Spielhandlung, die allerdings nur den Bericht des Wiener Zoologen und Meeresforschers Hans Hass über Fauna und Flora des Roten Meeres locker zu verbinden sucht.

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Abenteuer Komödie

Die Liebesabenteuer des Don Juan

Illustrierte Filmbühne Nr. 1080 (E. S.) – Friedrich Wollenberg, Besitzer des „Metro im Schwan” an der Hauptwache in Frankfurt, hat sich wieder einmal etwas Besonderes ausgedacht, als der Warner-Streifen Die Liebesabenteuer des Don Juan Premiere hat. Nicht gerade verwunderlich, denn Wollenberg ist stadtbekannt für seine außergewöhnliche Werbemaßnahmen.  

Die Liebesabenteuer des Don JuanAls der Film Anfang März 1951 vor seiner Erstaufführung in der Mainmetropole steht, ordert Wollenberg sage und schreibe 10 000 kleine Blumensträußchen bei einschlägigen Händlern, lässt die gleiche Zahl von winzigen Visitenkärtchen drucken, und fügt sie den Gebinde bei. Die Geschenke werden von Pagen in der Innenstadt verteilt. Auf den Kärtchen steht nicht viel, nur einige Worte: „Ihr Don Juan erwartet Sie. Telefon 34668!“ Es ist eine eigens eingerichtete Nummer für den Vorverkauf. Im Gefolge der Pagen rollt – wie die Zeitung „Frankfurter Rundschau” am 6. März zu berichten weiß –, ein von Ponys gezogener Wagen des Zoologischen Gartens durch die Stadt, der ebenfalls zur eingesetzten Werbekolonne gehört. Klappern gehört für den Kinozar einfach zum Handwerk. Es ist nicht überliefert, inwieweit die Aktion den Besuch des Kinos tatsächlich positiv beeinflusst hat, immerhin ist Hauptdarsteller Errol Flynn zu dieser Zeit auch ohne massive Werbung immer noch ein Kassenmagnet, obwohl sein Stern in der Heimat wegen diverser Alkoholprobleme bereits am Sinken ist.

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Abenteuer Zeitgeschichte

Suez

Das Neue Filmprogramm (E. S.) Der Suez-Kanal, der das Mittelmeer mit dem Roten Meer verbindet, ist seit seiner Eröffnung im Jahr 1869  immer wieder Zankapfel diverser politisch-wirtschaftlicher Interessengruppen. Auch Anfang der Fünfziger Jahre gibt es zahlreiche Auseinandersetzungen um den Schifffahrtsweg zwischen Port Said und Port Taufiq.

SuezEin Blick in die Zeitungen verdeutlich das eindrucksvoll. Am 16. November 1950 kündigt Ägyptens Ministerpräsident Mustafa Nahhas Pascha an, sein Land wolle den 1936 mit Großbritannien geschlossenen Vertrag kündigen, demzufolge britische Truppen im Gebiet beiderseits des Suezkanals stationiert werden können. Bereits sechs Tage später demonstrieren in Kairo 12 000 Studenten gegen die Erklärung des britischen Außenministers Bevin, sein Land habe nicht die Absicht, seine Truppen aus der Suezkanalzone abzuziehen. Wegen der heftigen Proteste wird über die ägyptische Hauptstadt sowie über Alexandria und Port Said der Ausnahmezustand verhängt. Ein halbes Jahr später, im Juli 1951, entsendet die britische Regierung wegen angeblicher ägyptischer Behinderung der Schifffahrt einige Kriegsschiffe ins Rote Meer.

Das führt dazu, dass Ägypten am 8. Oktober 1951 den bestehenden Vertrag  über die Verwaltung und Stationierung britischer Truppen in der Suezkanalzone aufkündigt. Zwei Wochen später verstärkt Großbritannien seine dortigen Garnisonen um fast  8000 Mann. Gleichzeitig wird festgelegt, dass britische Soldaten die Städte Ismailia, Port Said und Suez nur noch aus dienstlichen Gründen betreten dürfen. Am 3. Dezember 1951 gibt es dann bei einem Feuergefecht zwischen Briten und Ägyptern nahe der Stadt Suez 24 Tote. In dieser Zeit fällt auch die Erstaufführung des amerikanischen Spielfilms Suez.

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Abenteuer

Gibraltar

Illustrierte Filmbühne Nr. 946 (E. S.)  Am 13. April 1951 startet in Frankfurter Erstaufführung der französische Abenteuerfilm Gibraltar. Weil mich seit einiger Zeit insbesondere die „exotischen“ Abenteuerfilme reizen, ist der Besuch im Filmpalast so etwas wie Pflicht.

GibraltarVon Gibraltar wissen wir zu dieser Zeit wenig. Nur das es eine wechselhafte politische Geschichte hat, ein britisches Überseegebiet an der Südspitze der Iberischen Halbinsel ist und seit 1704 unter Souveränität von Großbritannien und Nordirland steht, seitdem es im Jahr 1713 von Spanien offiziell beim Frieden von Utrecht abgetreten wurde. In solchen Gebieten tummeln sich erfahrungsgemäß Spitzel, Agenten, Militärverbände, Schmuggler, Schieber und sonstige Dunkelmänner. Immerhin ist auch Afrika nur einen Katzensprung von Europa entfernt. Eine Gegend  wie geschaffen  für einen Abenteuerfilm. In dem Film fliegt dann ein Truppentransporter in die Luft, alles mit dramatischen Bildern untermalt – und bald nach dem Kinobesuch erlebe ich eine seltsame Duplizität der Ereignisse. Denn zwei Wochen später, am 27. April 1951, gibt es im Hafen von Gibraltar tatsächlich eine mächtige Explosion, als beim Entladen des britischen Munitionsdampfers „Bedham“ sich massenweise Granaten entzünden. Das gesamte Gebiet an der Straße von Gibraltar, dort wo Atlantik und Mittelmeer zusammenstoßen, wird schwer erschüttert. Es sind mehrere Tote zu beklagen, Hunderte Menschen werden verletzt.

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Abenteuer

Blutige Diamanten

Illustrierte Filmbühne Nr. 943 (E. S.) Schon seit jeher haben Diamanten die Menschen fasziniert. Ihre Verwendung als härtestes Werkzeug oder auch als geschliffene Schmuckstücke sowie ihr hoher materieller Wert haben im Laufe der Geschichte oft zu blutigen Auseinandersetzungen geführt.

BlutigeImmer wieder wird die Jagd nach den Steinen auch in Filmen aufbereitet, so zum Beispiel auch im aktionsreichen Abenteuerdrama Blutige Diamanten aus dem Jahr 1949. Doch auch im „wirklichen Leben“ setzen die kleinen, glitzernden und begehrten Edelsteine viele kriminelle Energien frei. So geht im Oktober 1950 eine Meldung durch die Tageszeitungen, der zufolge das Amtsgericht  Arnsberg in Nordrhein-Westfalen den „Diamantenkönig von Europa“ zu fünf Jahre Haft verurteilt hat,, weil der Mann die verworrene Situation in den ersten Jahren nach Ende des Zweiten Weltkrieges für seine unverfrorenen Betrügereien ausnutzt. In sage und schreibe  46 deutschen Städten lässt er sich von den Ehefrauen inhaftierter Nazi-Funktionäre Schmuck und zahlreiche andere Wertgegenstände aushändigen, die er angeblich zur „Befreiung“ ihrer Männer einsetzen will. Danach taucht er unter. Ob sich die Naivität der Frauen für ihn strafmildernd ausgewirkt hat, ist trotz der ausführlichen Presseberichte nicht überliefert.

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Abenteuer

Tarzan wird gejagt

Illustrierte Filmbühne Nr. 934 (E. S.) Am 21. Dezember 1950 ist in den diversen Zeitungen zu lesen, dass  sich zwei junge Studenten von einem Fischkutter auf Helgoland haben absetzen lassen, um gegen die Nutzung der Insel als Übungsziel für die britische Luftwaffe zu protestieren. Später werden noch weitere Jugendliche folgen. 

TarzanZu solchen Aktionen gehört ohne Zweifel viel Mut, viel mehr jedenfalls, als ein gewisser Johnny Weissmüller aufbringen muss, wenn er sich als Tarzan durch diverse Abenteuer kämpft. Jedenfalls „tarzant“ es Ende der Vierziger, Anfang der Fünfziger heftig in den deutschen Kinos und auch auf Frankfurter Leinwänden stösst Tarzan seinen urigen Urwald-Schrei aus. Am 22. Dezember 1950 – einen Tag nach der Helgoland-Aktion – läuft wieder einmal ein solcher Dschungel-Streifen an, überschrieben mit Tarzan wird gejagt und annonciert als „ein erregendes Abenteuer des Dschungelfürsten. Herr Weissmüller – einst fünfmaliger Olympasieger und vielfacher Weltrekordhalter im Schwimmen – hat zwar „nur“ zwölf  solcher Dschungelfilme gemacht, ist aber als Tarzan allgegenwärtig, trotz seiner begrenzten schauspielerischen Möglichkeiten. Immer dabei in den Filmen die hübsche Jane, am Anfang gespielt von Maureen O’Sullivan, später – wie auch in diesem vorletzten Film mit Weissmüller – von ihrer Nachfolgerin Brenda Joyce. Und auch ein liebenswerter Schimpanse darf nicht fehlen.

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Abenteuer

Singapur

Illustrierte Filmbühne Nr. 925 (E. S.) – Es ist fast ein wenig frech, wie den Zuschauern die Botschaft suggeriert wird, Krieg mache selbst Gesetzesbrecher zu edlen Menschen. Im amerikanischen Film Singapur wird jedenfalls aus einem früheren Perlenschmuggler ein eleganter Bootsoffizier der US-Navy, auch wenn es es nicht aufgibt, seine versteckten Perlen aus einem Hotel heraus zu bugsieren. 

Singapur-neuDass es nicht ganz so ehrenhaft zugeht, beweist eine kleine Zeitungsnotiz vom 27. Februar 1950. DerNachricht  zufolge lehnt ein Gericht in den Vereinigten Staaten von Nordamerika die Aushändigung der nach dem Ende des Krieges von einem US-Offizier gestohlenen hessischen Kronjuwelen im Wert von rund 6,3 Millionen Mark an Prinz Wolfgang und Gräfin Margarethe von Hessen schlichtweg ab, weil – so die überaus seltsame Begründung – ,der Prinz und die Gräfin als „feindliche Ausländer“ keinen Prozess vor einem Gericht in den USA führen dürften – „solange nicht der Kriegszustand zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Deutschland“ beendet sei. Wie an dieser spitzfindigen Entscheidung recht unschwer zu erkennen ist, ist es also mit der so genannten „Ehrenhaftigkeit“ nicht so besonders weit her: weder beim aus Offizierskreisen stammenden Juwelendieb noch bei den direkt beteiligten Justizbehörden.

Auch in dem Film geht es um wertvolles Gut. In einem Hotel in Singapur hat ein Abenteurer namens Matt Gordon (Fred McMurray) für rund eine Viertelmillion Dollar wertvolle Perlen versteckt, die er unter den Augen der Polizei aus dem dortigen Versteck holen möchte. Nebenbei fallen seine leicht verträumten, schwermütigen Augen auf, die er wegen seiner in einer Bombennacht verschwundenen Braut Linda Graham (Ave Gardner) zu Schau trägt. Sie leidet seitdem unter einer Amnesie und hat Herrn Michael van Leyden (Roland Culver) gefreit, was für den weiteren Verlauf des Geschehens durchaus interessant ist.

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Abenteuer

SOS – Feuer an Bord

Illustrierte Filmbühne Nr. 841 (E. S.) – Wieder einmal bin ich im Filmpalast an der Konstablerwache in Frankfurt zu Gast: Es ist der 12. November 1950 und gezeigt wird hier ein Abenteuerdrama, das in Südamerika spielt, und eine mehr oder weniger in sich geschlossene Männergesellschaft porträtiert, die allerdings von zwei Frauen ein wenig durcheinander gewirbelt wird. SOS – Feuer an Bord heisst das Ganze und ist gelegentlich auch unter dem Titel Flugpioniere in Not in den Kinos zu sehen.

SOSDer Film trägt klar erkennbar die Handschrift von Howard Hawks, der seiner bekannten Leidenschaft für’s Fliegen freien Lauf lässt. Gleichwohl wirken einige Szenen mehr als zwiespältig. Wenn sich die raubeinigen Yankee-Piloten in den Anden wie Kolonialisten aufführen, mag das noch verzeihlich sein, wenn sie jedoch einen geradezu kindischen Ehrenkodex von so genannter „Kameradschaft“ zelebrieren, der sie dann auch „ungerührt in den sicheren Tod fliegen lässt”, wie der Hayworth-Biograf Gerald Peary später einmal formulieren wird, ist das mehr als infantil. Wir Kinobesucher mögen im Jahr 1950 kaum glauben, dass sich verantwortungsvolle Piloten – zum Beispiel all jene  amerikanischen Soldaten und Piloten, die bei der Luftbrücke von Westdeutschland aus nach West-Berlin von Juni 1948 bis August 1949 im Einsatz waren, so verhalten haben wie diese Männer. Oder doch? Täuschen wir uns vielleicht?

Trotz dieser Einschränkung zum „Fliegerlatein“ überwiegen die spannenden Momente. Jeff Carter (Cary Grant) gibt den hartgesottenen Besitzer einer Fluglinie in den Bergen, wo nicht nur bei Starts und Landungen ständig Gefahren lauern. Angriffe von Kondoren, unerwartete Motorschäden und natürlich das plötzliche „Feuer an Bord”: das alles sind beklemmende Ereignisse. Aber als der Flieger Kidd Dabb (Thomas Mitchell) nach einem Absturz mit seinem Leben bezahlt, wird von den anderen nur kurz innegehalten, denn: Das Leben geht schließlich weiter…

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Abenteuer

Tulsa

Illustrierte Filmbühne Nr. 760 (E. S.) – Als im Juli des Jahres 1950 im Kino „Metro im Schwan” in Frankfurt der Abenteuerfilm Tulsa anläuft, geht auch ein Blick in das nachbarschaftliche Hessische Ried. Dort – nur rund 40 Kilometer südwestlich der Mainmetropole – werden zur gleichen Zeit Vorbereitungen für die Ölförderung getroffen. Im Raum Stockstadt, Gernsheim und Crumstadt sollen in Zukunft entsprechende Vorkommen ausgebeutet werden, genauso wie in der US-Stadt im Bundesstaat Oklahoma an der berühmten Route 66.

TulsaWährend das noch kleinstädtische Tulsa bereits als d i e Erdöl-Hauptstadt der Welt gilt, sind die überwiegend ländlichen Gemeinden im Landkreis Groß-Gerau in dieser Hinsicht „weiße Flecken” auf der Landkarte. Zwar ist das „schwarze Gold” bei Probebohrungen bereits in den 30er Jahren entdeckt worden, doch erst jetzt – zu Beginn der Fünfziger Jahre – geht es wirklich ernsthaft an die Förderung. In den Zeitungen der Umgebung häufen sich jedenfalls die Berichte über eine bald beginnende Bohrung. Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg und der enorm zunehmende Energiebedarf in der Bundesrepublik stellt auch die Industrie vor neue Herausforderungen – immerhin fließt mehr und mehr Benzin durch die Vergaser der Autos. Etwa zur gleichen Zeit ist im Jahr 1949 der Abenteuerfilm Tulsa entstanden, der in der Epoche des großen Oklahoma-Goldbooms Anfang der Zwanziger Jahre spielt.

Und dabei Dramatik pur. Kisten voller Dynamit explodieren, Bohrtürme stürzen in sich zusammen, mächtige Fackeln lodernden Feuers überstrahlen die Szenerie. Eine Katastrophe jagt die andere. Dazu tummeln sich Spieler und andere Glücksritter in den Saloons. Zwischen all dem agiert die temperamentvolle Cherokee Lansing (Susan Hayward), die ehrgeizige Tochter eines Viehzüchters, der an einer Bohrstelle um’s Leben gekommen ist.

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Abenteuer

Robin Hood – König der Vagabunden

IFB Nr. 609 (© E. S.) Nach dem Zweiten Weltkrieg, der vor elf Jahren ausgelöst worden ist, und den Zerstörungen in den Großstädten, gibt es am 1. September 1950 in Frankfurt und den Vororten schon wieder rund 50 Kinos. Eines davon ist der prächtige Filmpalast, in dem am 25. August der bereits zwölf Jahre alte Film Robin Hood, König der Vagabunden gestartet wird.

RobinHood„Robin Hood” der König der Vagabunden“, das ist „ein Film in einer Farbenpracht wie nie zuvor”, wie der Werbebotschaft in der Tagespresse in Frankfurt zu entnehmen ist. Doch nicht nur in den Kinos geht es immer bunter zu, auch das tägliche Leben pulsiert schon kraftvoller als zuvor zwischen den immer noch herumliegenden Trümmern in der Stadt. In den kleinen, intimen Lauben des Weinlokals „Grinzing“ in der Weserstraße sorgen „schöne Frauen für den richtigen Anschluss im Haus der Tischtelefone”. Und tatsächlich ist das Angebot an Unterhaltung zu dieser Zeit bereits recht variantenreich.

Ein Blick in den Anzeigenteil der  Zeitung „Frankfurter Rundschau” vom Freitag, 1. September, verrät jedenfalls eindeutig, dass im „Lorsbacher Tal” in Sachsenhausen an diesem Abend neben dem üblichen und obligatorischen Äppelwoi außerdem „frische Metzelsuppe” feilgeboten wird. Die Städte Rüdesheim und Mainz laden gleichzeitig zu ihren Weinfesten (Eintritt mit Glas 0,80 DM, ohne Glas 0,60 DM) und versprechen, rundum für das leibliche Wohl der Besucher zu sorgen.

Gleichwohl zieht es uns – meine Feunde und mich – in den Filmpalast. Der spannende Abenteuerfilm um Robin Hood mit den Hauptdarstellern Errol Flynn und Olivia de Havilland verspricht schließlich beste Unterhaltung.

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Abenteuer

Die drei Musketiere

Illustrierte Filmbühne Nr. 494 (E. S.)  – Fechten als Sport ist nicht unbedingt nach jedermanns Geschmack, viele Beobachter finden die Duelle auf der Planche sogar mehr als undurchsichtig und wenig attraktiv, wobei die Aktiven das selbst natürlich ganz anders sehen. Fechten im Film dagegen kann – wenn die Gefechte der Duellanten über Stühle, Bänke, Tische, Emporen, Kronleuchter und Treppen gehen – eine aufregende Angelegenheit sein.

Musketiere-neuKaum jemand weiß noch, dass der Fechtsport in den Besatzungszonen in den ersten Jahren nach Ende des Zweiten Weltkrieges verboten ist, was allerdings von den Fechtern fast ausnahmslos ignoriert wird. Nach Direktive Nr. 23 des Alliierten Kontrollrates ist jedoch der Fechtsport für Deutsche untersagt, weil das Hantieren mit den Waffen als „militärische Übung” angesehen wird. Erst am 3. April 1950 geben die Alliierten – trotz der Gründung der Bundesrepublik Deutschland haben sie noch das Sagen in wichtigen Angelegenheiten – Grünes Licht für die Wiederzulassung des Fechtsports. Eine Maßnahme, die überfällig ist und vor allem auch von jenen Kreisen befürwortet wird, die bereits über die mögliche Gründung eines neuen Heeres nachdenken.

Anzeichen dafür häufen sich und Bundeskanzler Adenauer dreht in dieser Hinsicht am großen Rad. Da wäre ein Festhalten der Westalliierten am Verbot des Fechtens recht kontraproduktiv. Dass der Film Die drei Musketiere in dieser Zeit gestartet wird, ist natürlich reiner Zufall, doch der Streifen passt mit seinen glanzvollen Fechtszenen gut zu der neuen politischen Situation.

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Abenteuer

Der Schatz der Sierra Madre

Illustrierte Filmbühne Nr. 383  (E. S.) – Mexiko, in den Zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts: Der heruntergekommene Abenteurer Dobbs (Humphrey Bogart) schürft mit seinen Kumpanen Curin (Tim Holt) und Howard (Walter Huston) in der heißen Sierra Madre nach Gold. Je mehr sie ausbuddeln, umso stärker wird die Gier und das gegenseitige Misstrauen – und sie verlieren alles.

SchatzSierraMadreEine  Leihbücherei im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen ist in den ersten Nachkriegsjahren täglich Treffpunkt vieler Schüler, die sich dort für kleines Geld Abenteuer- und Kriminalromane ausborgen. Hier nimmt der Filmbesuch von Der Schatz der Sierra Madre seinen Anfang. Zahlreiche Geschichten von Zane Grey und Max Brand über den Wilden Westen, dazu Krimi-Serien von Hermann Hilgendorff (FBI-Agent Jack Kelly, Inspektor Percy Brook) sind zu dieser Zeit die  beliebten Renner. Herr Zaun, der freundliche Besitzer des Ladens, macht eines Tages auf den Roman „Der Schatz der Sierra Madre” von B. Traven aus dem Jahr 1927 aufmerksam, der gerade in einer Neuauflage bei ihm angeliefert worden ist. Es ist eine gute Empfehlung, viele von uns lesen das Buch, was bald daran zu erkennen ist, dass auf der vorletzten Seite die Rubrik der Ausleihdaten überquillt.

Auch  fasziniert der mysteriöse Traven, weil niemand weiß, wer sich hinter den Pseudonym in Wahrheit verbirgt und darüber ein großes Rätselraten herrscht. Als dann der gleichnamige Film in die deutschen Kinos kommt, ist der Besuch geradezu Pflicht, zumal Humphrey Bogart – inzwischen ist er durch andere Filme für uns zu einem Begriff geworden – eine der Hauptrollen spielt.

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Abenteuer

Das Haus der sieben Sünden

Illustrierte Filmbühne Nr. 365 (E. S.) – Die attraktive  Barsängerin Mijou (Marlene Dietrich) und der Armeeoffizier Bruce Whitney (John Wayne) sind die Hauptdarsteller des Universal-Films Das Haus der sieben Sünden, bei dem nicht so schnell klar wird, ob er als Melodram oder vielleicht humoristischer Abenteuerfilm angelegt ist. Der Streifen ist 1940 in Filmstudios in Hollywood aufgenommen worden, einige wenige Außenaufnahmen werden in einem kalifornischen Hafen gedreht.  Also weit weg von der Südsee, die den Hintergrund der Handlung abgibt.

Haus der 7 sündenZu dieser Zeit gilt der Pazifische Ozean aus Sicht der Produzenten trotz der bereits starken Präsenz der US-Flotte durchaus als ein paradiesisches Stück unserer Erde. Und niemand von den Filmemacher ahnt, dass am 7. Dezember 1941 – wenige Monate nach dem Ende der Dreharbeiten  – ein japanischer Angriff auf den Stützpunkt Pearl Harbor erfolgen wird, der dann den Kriegseintritt der USA zur Folge hat. Weil vorher alles noch ruhig ist auf dem großen Wasser zwischen dem amerikanischen und asiatischen Kontinent, haben es die Marines also hauptsächlich mit so renitenten Leuten wie der Barsängerin Bijou zu tun, die von Insel zu Insel reist und dabei nicht nur die Soldaten und Einheimischen mit ihren Liedern unterhält, sondern ständig für Ungemach sorgt. Schlägereien wegen ihr sind an der Tagesordnung. Immer wieder wird sie von den Behörden  ausgewiesen.

Bei ihrer ruhelosen und nicht immer freiwilligen Fahrt durch die Südsee – so verrät uns jedenfalls die „Illustrierte Filmbühne Nr. 365” – lernt sie jedenfalls auf dem Stützpunkt Boni-Komba in der Bar „der sieben Sünden” den jungen Marineoffizier Bruce Whitney (John Wayne) kennen, der sich nicht nur in sie verliebt und sie heiraten, sondern wegen ihr auch seinen Dienst quittieren will. Doch Bijou weist nach „schwerem seelischen Qualen” seinen Antrag ab, weil sie seine Karriere nicht zerstören will.

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Abenteuer

Im Zeichen des Zorro

Illustrierte Filmbühne Nr. 346  (E. S.) – Der Film Im Zeichen des Zorro, den ich mit einigen Freunden im Winter 1949 in den Nidda-Lichtspielen in Frankfurt-Nied sehe, ist für unsere kleine Gruppe von Filmverrückten eine Unterhaltung nach Maß. Denn solche schwungvollen und auch noch mit Romantik versehenen Abenteuergeschichten samt ihrem „Mantel und Degen”-Milieu sind jedenfalls ganz nach unserem Geschmack.

ZorroNebenbei bemerkt geht nicht nur um ein Abenteuer um des Abenteuer willens, es geht im Grunde sowohl in der literarischen Erzählung wie auch im Film um Macht, Politik, Raffgier und Unterdrückung. Die Entrechtung von Menschen in aller Welt und der Widerstand dagegen finden in diesem Film den lokalen, kalifornischen Bezug, der überzeugend und gut verpackt ist in eine spannende Story mit durchaus humoristischen Elementen.

Der junge Diego Vega alias Zorro (Tyrone Power) ist am besten und überzeugendsten in jenen Szenen, in denen er den versnobten Stutzer spielt. Diese Momente erinnern stark an das Auftreten von Jefferson Destry (James Stewart) in dem Western „Der große Bluff”. Wie Destry in dem Western ist auch Diego Vega eben nicht nur der gockelhafte Dandy, sondern nächtens auch der mutiger Kämpfer für Recht und Ordnung, der gegen den despotischen und feigen Gouverneur Don Luis Quentero mit Pferd und Degen zu Felde zieht – ausgestattet mit einem breitkrempigen, schwarzen Hut und der dazu passenden dunklen Augenmaske. Zorro eben, der als Markenzeichen ein gezacktes Z zu hinterlassen pflegt.

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Abenteuer

Kalkutta

Illustrierte Filmbühne Nr. 59  (E. S.) – Es ist gewiss kein herausragender Film, der im Winter 1948 in den Nidda-Lichtspielen in Nied zu sehen ist, aber er bringt wenigstens eine erstmalige Leinwand-Begegnung mit Alan Ladd in einem Schmuggel- und Fliegerdrama, das im Fernen Osten angesiedelt ist, wobei zwischen Kalkutta in Indien und Chungking in China Juwelen verschoben und illegal über die Grenzen gebracht werden. 

KalkuttaDie ganze Schieberei erinnert zwangsläufig an die Zeit vor der Währungsreform in Deutschland, doch obwohl es noch hier und da an Konsumgütern mangelt, ist die Zeit des Schwarzmarktes vorbei. Nach dem Geldumtausch von 20. Juni sind plötzlich viele Dinge in den Läden aufgetaucht, von denen der Bürger nicht einmal ansatzweise ahnt, dass sie wirklich existieren, und die von „cleveren” Geschäftemachern lange gebunkert worden sind, um möglichst schnell an das neue und stabile Geld zu kommen. Dem Filmbesucher ist es zu dieser Zeit aber fast schon egal, denn er erfreut sich an der aufregenden Exotik des Fernen Ostens und den vielen dramatischen Abenteuern.

Die Piloten Neale Gordon (Alan Ladd) und Pedro Blake (William Bendix) suchen die Mörder ihres Freundes, lassen sich dabei auch nicht durch schmerzhafte Gegenaktionen der Gangster aus der Fassung und von ihre Vorhaben abbringen. Tatsächlich gelingt es ihnen, die Drahtzieher des kriminellen Schmuggelrings zu entlarven.

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Abenteuer Sozialdrama

Das große Treiben

Illustrierte Filmbühne Nr. 54  (E. S.) E– in spannender englischer Abenteuerfilm, der in Australien spielt und auf einer wahren Begebenheit beruht, kommt im Herbst 1947 in die deutschen Kinos; er zeigt eine  Kombination von persönlichem Engagement in den Kriegszeiten sowie Leidenschaft und Romantik, garniert mit überaus beeindruckenden Landschaftsaufnahmen: Das große Treiben, so der Titel, bezieht sich auf ein Ereignis zu Beginn des Weltkrieges, das eine Gruppe entschlossener Farmer bei der Rettung ihrer Rinder zeigt.

Das große TreibenIn den Frankfurter Metzgereien wird gegen die Vorlage der Lebensmittel-Marken im Herbst des Jahres 1947 gelegentlich auch Hammelfleisch aus Australien verkauft. Der Geschmack ist miserabel, und so ergibt sich zwangsläufig eine gewisse Abneigung gegen das Vieh aus dem fünften Kontinent. Mit solchen Vorbehalten geht jedenfalls mancher Besucher in einen Film, der in Australien spielt, wobei das natürlich völliger Blödsinn ist. Der Film entschädigt dann auch für das zähe Fleisch auf dem Mittagstisch, zumal die Geschichte spannend genug ist. Als nämlich japanische Truppen 1942 dem australischen Kontinent immer näher kommen, werden die dortigen Einwohner von der Regierung aufgefordert, ihre Heimat zu verlassen, ihre Habe zu vernichten und auch die Rinder zu töten. Doch eine kleine Gruppe von Ranchern und Führung von Dan McAlpine beschließt stattdessen, mit dem Vieh einen Monate anhaltenden Treck quer durch das endlose Land zu unternehmen. 1600 Meilen weit.

Es ist ein Film mit halb dokumentarischem Charakter, da er sich teilweise auf tatsächliche Ereignisse bezieht. So ist ein fesselnder und zugleich auch großartig fotografierter Bericht über ein durch Kriegsgefahren hervorgerufene Situation entstanden.