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Revue

Die Frau meiner Träume

Ein Revuestar und die Romanze in der Blockhütte

Anfang August 2020 war im Fernsehsender RBB wieder einmal der Film Die Frau meiner Träume zu sehen. Es ist einer jener Streifen, die noch in der Nazi-Zeit produziert und uraufgeführt worden ist, wegen inhaltlicher „Unbedenklichkeit” aber bald nach Ende des Zweiten Weltkrieges von den Besatzungsbehörden als so genannte „Reprise“ bald wieder zur Vorführung freigegeben worden ist.

Die meisten Deutschen haben den Film nach seiner Premiere am 25. August 1944 im „Marmorhaus“ und im „Germania“ in der Frankfurter Allee in Berlin nicht mehr zu sehen bekommen. Die Endphase des Krieges ließ das gar nicht zu. Viele Männer waren an der Front, viele Frauen mit ihren Kindern evakuiert oder Fliegerangriffen ausgesetzt, unvermittelt aufheulende Sirenen, Versorgungsprobleme überall: da stand nur noch wenigen Menschen der Sinn nach Film-Unterhaltung dieser Art. Das änderte sich aber nach der Kapitulation schnell, denn trotz der immer noch sehr schwierigen Zeiten ist Spaß ein probates Mittel gegen die vielfältigen, alltäglichen Sorgen.

Vor allem die zündenden Schlager von Franz Grothe haben es den Menschen angetan, sie werden auch immer häufiger im Rundfunk gespielt, der Titel „In der Nacht ist der Mensch nicht gern alleine” wird zum echten Gassenhauer, aber auch die Schlager „Mach’ dir nichts daraus” oder „Alles ist noch wie ein Traum für mich” sind in aller Ohren. Die Handlung des Films ist gleichwohl eher schlicht.

Der Revuestar Julia Köster (Marika Rökk) ist völlig überarbeitet, flieht in den wohlverdienten Urlaub und steigt unterwegs irrtümlich aus dem auf freier Strecke anhaltenden Zug. In einem nahegelegenen, einsamen Blockhaus findet sie Unterschlupf bei den Bauingenieuren Peter Groll (Wolfgang Lukschy) und Erwin Forster (Walter Müller). Julia und Peter verlieben sich schnell ineinander, doch als Peter erfährt, dass sie keine einfache Hausfrau, sondern eine Unterhaltungskünstlerin ist, will er nichts mehr mit ihr zu tun haben, steckt er doch in dieser Hinsicht voller Vorurteile.

Doch natürlich springt er – das Finale naht mit Riesenschritten  – über seinen Schatten und sitzt am Premierenabend strahlend in der Vorstellung. Auch in diesem Film gilt wie so oft in diesem leichten Genre: Ende gut, alles gut…

Daten zum Film

Die Frau meiner Träume (Illustrierte Filmbühne Nr. 186) ist ein deutscher Ufa-Musikfilm aus dem Jahr 1943/44 in Agfacolor. Das Drehbuch stammt von Johann Vaszary und Georg Jacoby, der Ehemann von Marika Rökk. Jakoby führt auch die Regie. Als Darsteller agieren Marika Rökk (als Revuestar Julia Köster), Grethe Weiser (als Julia Kösters Zofe Luise), Valentin Froman (als Solotänzer), Wolfgang Lukschy (als Oberingenieur Peter Groll), Walter Müller (als Ingenieur Erwin Forster). Die Musik stammt von Franz Grothe. – Erstaufführung war am 25. August 1944 in den Berliner Kinos Marmorhaus und Germania in der Frankfurter Allee. – In Frankfurt am Main lief der Film ab 27. August 1948 im Central in Griesheim, im Apollo in Bornheim, im Römer in Praunheim und in den Ton-Lichtspielen in Rödelheim. – Zuletzt gesehen im Fernsehen Anfang August 2020. Bildheft: Illustrierte Filmbühne Nr. 186